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ETF-Securities Marktbericht – KW 44

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Erneut waren in der vergangenen Woche zyklische Vermögenswerte im Fokus. So konnten Industriemetalle und weltweite Aktienwerte moderate Gewinne verzeichnen. Die besser als erwarteten Wachstumsdaten aus China für das dritte Quartal und Daten der chinesischen Industrieproduktion trugen zur verbesserten Investorenstimmung bei, was somit zu Kursgewinnen führte. Das FOMC-Treffen und die Veröffentlichung der amerikanischen BIP-Daten für das dritte Quartal werden in dieser Woche im Fokus der weltweiten Märkte stehen. Dies könnte dazu führen, dass Industriemetalle und amerikanische Aktienwerte vom besseren Wachstum profitieren werden. Der US Dollar wird wahrscheinlich von den zunehmenden Erwartungen an eine striktere Geldpolitik der FED in 2015 gestützt werden.

Rohstoffe

Rohstoffe gewinnen weiterhin das Interesse der Investoren. Aufgrund der günstigen Bewertung von Rohstoffwerten und den damit verbundenen neuen Long-Positionierungen von Investoren, sahen Rohstoff-ETPs die größten Kapitalzuflüsse seit sechs Wochen. Mehrere Rohstoffe, einschließlich Brent (WKN: A0KRKM), Platin (WKN: A0N62D), Palladium (WKN: A0N62H) und die meisten Industriemetalle (WKN: A0KRKG) konnten in der vergangenen Woche aufgrund der sich bessernden Anlegerstimmung auf den Rohstoffmärkten an Wert zulegen. „Viele Rohstoffe werden aktuell nahe Ihren Produktionsgrenzkosten gehandelt. Die Preise können demnach nicht viel tiefer fallen, ohne eine Reaktion auf Seiten des Angebots auszulösen“, meint Bernhard Wenger, Leiter des europäischen Vertriebs. Die Anleger beginnen zunehmend das günstige Preisniveau für einen Einstieg auszunutzen, da Sie realisieren, dass die jüngste Preiskorrektur übertrieben war und zyklische Rohstoffe wie Industriemetalle von der robusten Konjunktur in China und den USA profitieren werden.

Die überraschend guten Daten aus China, dem größten Rohstoffkonsumenten, konnten den zyklischen Rohstoffen zusätzlich neuen Rückenwind bescheren. So konnten Aluminium, Palladium und Blei mit Gewinnen von 4,1, 4,0 und 2,9 Prozent diesen Trend in der vergangenen Woche bestätigen. Mit Kapitalzuflüssen von 22,6 Mio. USD in physischem Gold in der vergangenen Woche, wurde hier ein Sechs-Wochen-Hoch erreicht. Da der Preis des Metalls um weitere 0,4 Prozent fiel, wird Gold nur noch knapp oberhalb den von uns geschätzten Produktionsgrenzkosten (1,100/lb USD) gehandelt. Eine natürliche Untergrenze des Metalls scheint damit erreicht zu sein (WKN: A0LP78, A0N62G, A0KRJZ). In Rohöl-ETPs konnte ein Sieben-Wochen-Hoch verzeichnet werden, indem die Long-Positionierungen zu einem Zufluss von 12,3 Mio. USD führten. ETP Investoren nutzten das derzeit günstige Preisniveau aus, wobei 5,1 Mio. USD in Brent-ETPs und 7,2 Mio. USD in WTI-ETPs flossen. Nachdem Brent sein 5-Jahres-Tief in der vergangenen Woche erreicht hatte, konnte es daraufhin wieder an Wert zulegen (2,8 Prozent) (WKN: A0KRKM). Der Preis für WTI (WKN: A0KRKN) dagegen sank um weitere 0,7 Prozent. Obwohl es bisher offiziell noch nicht bestätigt wurde, wird Saudi Arabien Medienberichten zufolge seine Produktion auf 9,36 Mio. USD kürzen. Die übermäßige Versorgung hatte sich zuletzt belastend auf die Preise ausgewirkt. Wenn Saudi Arabiens Schritt bestätigt wird, könnte dies zu einer weiteren Erholung des Öl-Preises führen.

Nach dem 70-prozentigen Anstieg von Arabica Kaffee seit Anfang des Jahres, sind die Preise in der vergangenen Woche um 11 Prozent aufgrund von zurückkehrenden Regen in Brasilien gefallen (WKN: A0KRJT). Mit der Dürre und dem zuvor unregelmäßigen Regen in Brasilien, dem weltweit größten Produzenten, haben sich die Ernteaussichten für 2015 verschlechtert. Mit dem Regen hat der Blüteprozess für die Ernte 2015 begonnen. Analysten sind geteilter Meinung mit welchem Ausmaß die früheren Störungen unwiderrufliche Schäden an dieser Ernte verursacht haben.

Aktien

Kursgewinne von weltweiten Aktienmärkten. Nachdem sich die starken chinesischen Wachstumsdaten optimistisch auf die weltweiten Wirtschaftsaussichten auswirkten, konnten der FTSE MIB, der DAX und auch der FTSE 100 starke Gewinne verbuchen. Nachdem am Wochenende 24 europäische Banken den Stresstest der European Banking Authority (EBA) nicht bestanden haben, könnten diese Zugewinne allerdings wieder verloren gehen.

Der Russell 2000 stieg in der vergangenen Woche um 2,8 Prozent an, da die Unternehmensgewinne die Erwartungen übertrafen (WKN: A0Q8NE). Da am nächsten Donnerstag die amerikanischen BIP Daten für das Q3 wahrscheinlich die kontinuierliche Erholung bestätigen werden, sollten die Aktienwerte in den USA davon profitieren können.

Die letztwöchige anhaltende Schwäche des Goldpreises lastete auf dem DAXglobal Gold Miners Index (WKN: A0Q8NC), was die bisherigen erzielten Gewinne seit Jahresanfang beinahe wieder zu Nichte machte. Wir erwarten, dass diese Korrektur nur von vorübergehender Natur sein wird und Goldminen ihr Wachstum fortsetzen werden, da die Bewertungen weiter unterhalb Ihrer historischen Niveaus bleiben.

Währungen

Starker USD und CAD. Die Zentralbanken werden mit dem zinspolitischen Treffen der FED, der Bank of Japan und der neuseeländischen Zentralbank in dieser Woche wieder im Mittelpunkt des Währungsmarktes stehen. Während in den vergangenen Monaten die meisten Zentralbanken versucht haben ihre Währungen klein zu reden, waren die amerikanische FED und die Bank of Canada hierbei die Ausnahme. Wir erwarten, dass das FOMC-Treffen in dieser Woche ein Treiber für einen stärkeren US Dollar (USD) sein wird und das die FED wahrscheinlich in diesem Monat das monatliche Anleihekaufprogramm beenden wird. Die Zukunft der Zinspolitik der FED steht im Fokus und jede Änderungen im Ton werden eine schnelle Reaktion auf den USD haben. „Wir bleiben bullisch USD und denken, dass die BIP-Daten in dieser Woche die Erholung in den USA bestätigen werden“, meint Wenger.

Der Kanadische Dollar (CAD) sollte in den nächsten Monaten einer der besten Performer werden, da sich die verbesserte Wirtschaft unterstützend auf das Zinsgefälle auswirken sollte und sich die Öl-Preise stabilisieren sollten. Der CAD ist erheblich an die Entwicklung des Öl-Preises gebunden, wobei der jüngste Abwärtsdruck nach und nach verschwinden sollte (WKN: A1EK0P).

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.