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ETF-Securities Marktbericht – KW 45

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Auch wenn das Ende des Anleihekaufprogramms bereits erwartet war, reagierten die Preise von Vermögenswerten letztlich stark auf diese Meldung. Die aggressiveren Kommentare, sowie das vergrößerte Augenmerk der FED auf Daten unterstrichen diese Marktreaktion. Gold und Silber, welche unter Anlegern als Alternativwährungen gelten, verloren an Wert, während die besser als erwarteten BIP-Daten aus den USA die Aktienmärkte beflügelten. Die amerikanischen Arbeitsmarktdaten werden in dieser Woche genau verfolgt werden.

Rohstoffe

Gold ETPs verzeichnen Zuflüsse. Auf die Ankündigung der FED über die Beendigung ihres Anleiheprogramms reagierten Rohstoffpreise stark, was Gold unter die wichtige Schwelle von 1200 US-Dollar die Unze brachte. Viele ETP Investoren sahen in der Korrektur die Möglichkeit, ihre Goldbestände wieder aufzubauen, was zu einem 7-Wochen-Hoch in Goldzuflüssen führte. In der vergangenen Woche sahen Long Gold ETPs Kapitalzuflüsse von 30 Mio. US-Dollar, wodurch die Nettomittelzuflüsse in Gold nun bei 80 Mio. US-Dollar liegen (WKN: A0LP78, A0N62G, A0KRJZ). Silber wird derzeit unter 16 US-Dollar die Unze gehandelt (WKN: A0N62F, A0KRJ5).

Ebenfalls konnten Long Öl-ETPs weiterhin Zuflüsse verzeichnen, da das niedrige Preisniveau Investoren anlockt. Der weltweite Angebotsüberschuss von Rohöl hat zusammen mit einer schwachen Nachfrage nach Öl und Destillaten die Preise von Brent (WKN: A0KRKM) und WTI (WKN: A0KRKN) auf Ihr niedrigstes Niveau geschickt. Während die OPEC historisch gesehen eine große Rolle dabei spielte, die Öl-Preise über 100 US-Dollar zu halten, begannen die OPEC Mitglieder im Oktober hingegen sich mit Preisabschlägen zufrieden zu geben und miteinander zu konkurrieren, um ihre Marktanteile in Asien zu erhöhen. Dies führte zu einem weiteren Abwärtsdruck auf die beiden Öl-Benchmarks. Während die IEA angab, dass es bei einem Preis von 80 US-Dollar pro Barrel immer noch wirtschaftlich sei Öl zu fördern, liegt der Schlüssel zu steigenden Öl-Preisen immer noch in der Hand der OPEC.

Nach den übertriebenen Verlusten in den vergangenen Monaten konnte Nickel um 4,1 Prozent an Wert zulegen (WKN: A0KRJ4). Da Nickel derzeit ca. 15 Prozent unter seinen Produktionskosten gehandelt wird, sind weitere Preisrückgänge langfristig unhaltbar und eine neue Hausse realistisch – ebenso wie bei vielen anderen Industriemetallen. Da viele Rohstoffe nahe Ihren Produktionsgrenzkosten gehandelt werden, denken wir, dass die Preise nicht viel tiefer fallen können, ohne eine Reaktion auf Seiten des Angebots auszulösen.

Aufgrund einer verzögerten Ernte stieg Mais um 3,9 Prozent, da dadurch Ernteschäden entstehen könnten (WKN: A0KRJV). Nach der vorerst vermiedenen Verbreitung des Ebola-Virus auf der Elfenbeinküste, dem Hauptproduzent für Kakao, fiel der Preis um 5,4 Prozent. Kaffee fiel um 3,0 Prozent, da die Preise sich weiter von Ihrem Hoch im September abschwächen (WKN: A0KRJT)

Aktien

Beflügelte Aktienmärkte nach den überraschend starken BIP Daten aus den USA. Die meisten breiten Aktienindizes konnten in der vergangenen Woche an Wert zulegen, da Investoren ihre Einschätzung zur weltweiten Konjunktur nach oben revidiert haben. Der Index für Nebenwerte aus den USA, der Russell 2000 führte diesen Trend mit 3,5 Prozent an. Aufgrund von strukturellen Herausforderungen in Italien und in Europa, war der FTSE MIB Index mit einem Verlust von 1,0 Prozent die Ausnahme dieser Hausse. Nach dem Pessimismus über die Verzögerung des Hong Kong-Shanghai Connect Programms konnte der MSCI China A-Aktien Index in der vergangenen Woche um 3,0 Prozent zulegen. Anleger realisierten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann die Aktienmärkte durch das Hong Kong-Shanghai Connect Programm weiter geöffnet werden (WKN: A1XEFE). Auch der ROBO-STOX® Global Robotics and Automation Index TR stieg um 1,9 Prozent, da die Revolution in der Robotikindustrie an Fahrt gewinnt. Ein Megatrend, welcher mit dem der industriellen Revolution und dem des Internetbooms verglichen wird.

Währungen

Konjunkturprogramme der Zentralbanken bleiben ein kritischer Treiber von Währungen. Wie durch die Bewegungen des Euros, des Yens und des US Dollars (USD) in den vergangenen Wochen bewiesen werden konnte, bleiben Konjunkturprogramme der Zentralbanken kritische Treiber der Währungsentwicklung. In dieser Woche rücken der Australische Dollar (AUD) und der Euro wieder in den Fokus. Die jeweiligen Zentralbanken werden sich um eine schwächere Währung bemühen, um die Wirtschaft zu stützen. Die australische Zentralbank wird offener in ihrer Signalisierung zu einer schwächeren Währung erwartet. Aufgrund dessen könnte es der AUD in dieser Woche schwer haben, Gewinne zu erzielen (WKN: A1EK0Q). Das FOMC hat mit ihrem aggressiveren Ton begonnen, sich in Richtung einer strikteren Zinspolitik zu bewegen, was der Markt jedoch als positives Ergebnis bewertete.
Der Kernsatz im FOMC Treffen wurde entfernt, was darauf schließen lässt, dass die FED ganz klar den Fokus auf die wirtschaftlichen Daten legen wird, welche in den vergangenen Monaten robust waren.
Unterdessen geht das Komitee derzeit davon aus, dass auch bei Erreichen eines robusten Levels der Arbeitslosigkeit und der Inflation („Mandate consistent level“) es die wirtschaftlichen Bedingungen rechtfertigen werden, die Leitzinsen eine Zeit lang niedriger als normal zu halten. Wir bleiben bullisch beim USD, da die striktere Geldpolitik die Währung gegenüber anderen G10-Währungen weiter stärken wird.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.