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ETF-Securities Marktbericht – KW 46/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Günstige Einstiegsmöglichkeiten bei Öl lassen Brent-ETP Mittelzuflüsse auf ein 11 Wochenhoch ansteigen. Vergangene Woche wurden Mittelzuflüsse von 10,9 Mio. USD in Long Brent Öl-ETPs (A1N49P) und 46,4 Mio. USD in Long WTI Öl- ETPs (A0KRJX) verbucht. Während die Ölpreise auf ihr niedrigstes Niveau seit August 2015 korrigierten, nutzten Investoren die günstigen Einstiegsmöglichkeiten und investierten über die vergangenen 5 Wochen 174,3 Mio. USD in Öl-ETPs. Grund für die tiefen Ölpreise ist nach wie vor das Überangebot am Markt. Die International Energy Association (IEA) berichtet von OECD Rekordlagerbeständen von 3 Mrd. Barrel. Einziges Trostpflaster für den Markt sind derzeit rückläufige Raffineriekapazitäten infolge der saisonalen Wartungsarbeiten. Obwohl die IEA von einem schwächeren Nachfragewachstum im nächsten Jahr ausgeht, erwartet man für US-Schieferöl ebenfalls einen Rückgang im Jahr 2016. Dennoch bleiben ETP Investoren am Ölmarkt interessiert und bewerten den Sektor als weiterhin attraktiv.

Während einige Investoren bereits nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten suchen, erwarten andere einen weiteren Preisrückgang. Mittelzuflüsse in ETFS Daily Short WTI Crude Oil (A0V9XY) notieren vergangene Woche mit 13,5 Mio. USD auf dem höchsten Stand seit 2011.

Gold glänzt die 9. Woche in Folge. Obwohl es zu weiteren Preiskorrekturen bei Gold (A0N62G), (A0LP78) kam, erhöhten Investoren ihre Portfolio Allokation. Eine steigende Erwartung hinsichtlich der geplanten Zinserhöhung in den USA hat den Goldpreis weiter unter Druck gesetzt und auf ein Niveau von August 2015 gedrückt. Als solide Anlageklasse erweist sich jedoch das Edelmetall in Euro gepreist. Immer deutlicher lässt die Europäische Zentralbank erkennen, dass sie ihr Konjunkturprogramm bis Dezember erweitern ggf. sogar aufstocken wird. „Wir glauben, dass Gold (als Währungssicherung ein Hauptgrund für die jüngsten Mittelzuflüsse ist, denn Gold (in Euro) stieg in diesem Jahr um 3,6 Prozent“, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Germany & Austria. Weitere geldpolitische Impulse führen wahrscheinlich zu weiteren Schwächen im Euro, was wiederum positiv für europäische Gold-Investoren wäre.

Mittelabflüsse aus Landwirtschafts-ETPs erreichen mit 14,1 Mio. USD ein 17 Wochenhoch. Aufgrund sinkender Preise kam es bei ETPs aus dem Landwirtschaftssektor die dritte Woche in Folge zu Mittelabflüssen. Mit 11,8 Mio USD erfuhr ETFS Agriculture (A0KRKB) die größten Mittelabflüsse. Bei mehr als 60 Prozent der Indexkomponenten breiter Landwirtschafts-Indizes gingen vergangene Woche Preisrückgänge hervor, allen voran Weizen (A0KRJ9) und Kaffee (A0KRJT).

Aktien

Chinesische Aktien profitieren von starken Tagesumsätzen. Aktien aus Industrieländern gaben letzte Woche etwas nach. Die am vergangenen Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten in den USA unterstützten den S&P 500 nicht, sodass dieser nach enttäuschenden US-Einzelhandelsumsätzen um 2,5 Prozent korrigierte. Chinesische Importe und Daten zur industriellen Produktion und dem Kreditwachstum fielen unter den Erwartungen zurück und übertrafen die Zahlen aus dem Vormonat nicht. Der MSCI China A Index (A1XEFE) konnte vergangene Woche um 3,1 Prozent auf Basis der besser als erwarteten chinesischen Einzelhandelsumsätze jedoch steigen und profitierte vergangenen Mittwoch von starken Tagesumsätzen. Während die Industrieproduktion in Europa um 1,7 Prozent auf Jahressicht im September gestiegen ist, fiel die deutsche Industrieproduktion den dritten Monat in Folge. Die wirtschaftliche Erholung in Großbritannien bleibt unausgeglichen und drückte den DAX-30 und FTSE 100 um jeweils 1 Prozent und 2,8 Prozent tiefer. Der Druck auf die Europäische Zentralbank für weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen wächst mit den jüngsten Veröffentlichungen.

Währungen

USD und GBP profitieren von verbessertem Arbeitsmarkt. Nach starken US-Arbeitsmarktdaten am vergangenen Freitag stieg der US-Dollar (A1EK0V) weiter, obwohl die Chancen für eine Zinserhöhung im Dezember vergangene Woche von 68 auf 64 Prozent gesunken sind. „Im Gegensatz zu den USA unterstützten starke Arbeitsmarktdaten in Australien den Australischen Dollar (AUD) (A1EK0P) kaum, dieser bewegte sich nach wie vor seitwärts“, so Hein. Nachdem die Bank of England sich dafür entschieden hat, den Leitzinsen unverändert beizubehalten, gab das britisch Pfund etwas nach. Die besser als erwartete Arbeitslosenquote sorgte jedoch wieder für positive Impulse, wonach das Pfund mit einem Plus von 1,2 Prozent auf Wochenschluss aus dem Handel ging. „In der Zwischenzeit deutete die Europäische Zentralbank (EZB) an, dass ihr Anleihenkaufprogramm im kommenden Monat auf bis zu 1,1 Mrd. Euro ausgedehnt werden könnte, was auf dem Euro lastet“, Hein. Der Japanische Yen (A1DFSF) sank um 0,7 Prozent, da die Bank von Japan in naher Zukunft ein Ende ihrer Lockerungsmaßnahmen einleiten könnte.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.