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ETF-Securities Marktbericht – KW 47

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Mit Ausnahme der amerikanischen Wirtschaft bleibt das Marktwachstum in den Industrieländern schwach. Am Wochenende haben sich die G20-Länder dazu verpflichtet, das Wachstum zu fördern und die Arbeitsmarktsituation zu festigen. Da es danach aussieht, dass das Wachstum in vielen Regionen hinter den Erwartungen zurück bleibt, sind verschiedene Maßnahmen von Seiten der Regierungen von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft. Bis 2018 wollen die politischen Entscheidungsträger das Wachstum um 2,1 Prozent anheben. Die Entwicklung der Infrastruktur ist einer der wichtigen Bestandteile dieser Maßnahmen.

Rohstoffe

Hausse im Weizen aufgrund Prognosen über Produktionskürzungen. Der World Agricultural Supply and Demand Estimates Report (WASDE) der USDA erwies sich als bullisch gegenüber Weizen (WKN: A0KRJ9) und Mais (WKN: A0KRJV), welche mit 5,4 Prozent und 3,9 Prozent zulegten, da die Schätzungen der US Produktion nach unten revidiert wurden. Ebenso wurden Schätzungen des weltweiten Angebots aufgrund des trockenen Wetters in Australien nach unten korrigiert. Die Auswirkungen von höheren Futterkosten haben sich in höheren Preisen für Schwein (WKN: A0KRJ1) und Lebendvieh (WKN: A0KRKH) bemerkbar gemacht.

Die Preise des Henry Hub-Erdgases fielen um 8,9 Prozent, wodurch der Sprung um 15 Prozent aus der vorherigen Woche teilweise wieder abgegeben wurden. Der Grund hierfür waren die verbesserten Wetterbedingungen in den USA. Da der Markt Zweifel an einer Vereinbarung von Produktionskürzungen der OPEC auf ihrem Treffen Ende dieses Monats hat, fiel Brent-Öl um weitere 7,2 Prozent, was ein 4-Jahres-Tief darstellt (WKN: A0KRKM). Der Fall von Rohöl-Preisen hat Benzin, Petroleum und andere Destillate ebenfalls nach unten gezogen. Der Preis für WTI Öl wird mit 74/USD pro Barrel nun nahe seinem geringsten Niveau seit 4 Jahren gehandelt (WKN: A0KRKN). Obwohl die OPEC historisch gesehen eine fundamentale Rolle in der Preisstabilität von Öl gespielt hat, waren die Preise zuletzt unter Druck geraten, weil die OPEC Mitglieder ihr Öl vergünstigt verkauften, um ihre Marktanteile in Asien und in den USA zu erhöhen. Da die meisten OPEC Mitglieder mit einem Preis von unter 90 USD pro Barrel ihren Haushalt nicht ausgleichen können, erscheint es nur eine Frage der Zeit, wann es zu einer Produktionskürzung kommen wird. Das könnte schon auf dem nächsten Treffen der OPEC am 27. November passieren.

Seit fünf Wochen konnten alle Edelmetalle erstmals wieder in der vergangenen Woche Gewinne verzeichnen (WKN: A0N62H, A0KRKK). Nach übertriebenen Verlusten in den vorherigen Wochen konnten Gold (WKN: A0LP78, A0N62G, A0KRJZ), Silber (WKN: A0N62F, A0KRJ5) und Platin (WKN: A0N62D) um 1,5, 3,0 und 2,1 Prozent zulegen.

Ein günstiger Einstieg in Rohstoffe ist eindeutig ein wiederkehrendes Thema, wobei die Korrektur in den Rohstoffpreisen im nächsten Jahr wahrscheinlich eine Angebotsreaktion auslösen könnte.

Aktien

Aussicht auf Erholung lassen Aktien auseinandergehen. In der vergangenen Woche fielen europäische Aktien erneut, geführt von italienischen Börsen. Der FTSE MIB sowie der DAX 30 (WKN: A0X9AA) fielen um 2,6 und 1,4 Prozent, da die negative Stimmung innerhalb der Eurozone hinsichtlich der Wachstumsaussichten die Aktienentwicklung noch vor Bekanntgabe der Q3 BIP-Daten am Freitag dominierte. Jegliches Anzeichen von Schwäche wird Draghis Kurs der monetären Konjunkturprogramme weiter stärken, sowie die Pläne über eine Ausweitung der EZB-Bilanz auf das Niveau von 2012 stützen. Im Gegensatz hierzu haben starke Unternehmensgewinne Aktienwerte in den USA und in den UK zu Rekordwerten verholfen. Der Russell 2000 konnte so um 1,3 Prozent zulegen (WKN: A0Q8NE). Die Aktien in Großbritannien könnten von einer schwachen Inflation Unterstützung erfahren, da dann Ängste vor einer vorzeitigen Zinserhöhung ausgeräumt werden könnten. In der vergangenen Woche hat der gemäßigte Inflationsbericht der Bank of England die Ansicht verstärkt, dass die Zentralbank weiter diese Daten verfolgen wird und auf Inflationsdaten rasch reagieren wird.

Währungen

„Trotz der positiven Rhetorik der G20 erwarten wir für das kurzfristige Wachstum keine große Änderung – die erholende US Wirtschaft wird den Rest der industrialisierten Welt übertreffen und der US Dollar die kürzlich erzielten Gewinne weiter ausbauen“, meinte Bernhard Wenger, Leiter des europäischen Vertriebs von ETF Securities. Weiter führt er an: „Von den wichtigsten Zentralbanken erwarten wir einen gemäßigteren Ton (außer der amerikanischen FED) in dieser Woche“. Nachdem der vierteljährliche Inflationsbericht der Bank of England ein schwächeres Wachstum und eine geringere Inflation prognostizierte, könnte dies eine Änderung in der letzten Abstimmung in diesem Jahr zur Folge haben, da zwei der politischen Entscheidungsträger, die sich für eine Zinserhöhung aussprachen, möglicherweise von der nachlassenden britischen Wirtschaft beruhigt werden. In der Zwischenzeit wird der japanische Yen nach den schlechten wirtschaftlichen Neuigkeiten unter Druck bleiben. Die japanische Wirtschaft geriet in Q3 in eine Rezession, was das Konjunkturprogramm der Bank of Japan weiter im Fokus hält.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.