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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Da die politische Situation in Griechenland weiter prekär bleibt und die fallenden Öl-Preise die Weltordnung verändern, nimmt die Wahrnehmung von Risiko auf Seiten der Investoren zu. Trotz des Rückgangs des chinesischen Inlandsaktienmarktes von 5 Prozent am Dienstag, konnte er in der besonders instabilen vergangenen Woche um 2 Prozent höher schließen. Die Bereinigung der Positionierungen und die reduzierte Liquidität zum Jahresende hin werden wahrscheinlich zur Volatilität des Marktes beitragen. Aber ebenso wird es Investoren im Beginn des nächsten Jahres möglich sein mehr zu investieren. Gold und Silber, die traditionell als defensive Anlageklassen gelten, konnten inmitten der Instabilität Vermögenswerte in der vergangenen Woche absichern. Die letzte Sitzung des Federal Open Market Committees für 2014 wird sehr genau auf Hinweise einer strafferen Geldpolitik im Jahr 2015 verfolgt werden.

Rohstoffe

Öl fällt um weitere 10 Prozent, da die IEA ihren Ausblick für 2015 nach unten korrigiert. Nachdem die International Energy Agency (IEA) ankündigte, dass es aufgrund der schwachen Nachfrage und dem großen Angebot mit einem weiter geringeren Preis rechnet, fiel WTI in der vergangenen Woche unter 60 US-Dollar pro Barrel Öl (WKN: A0KRKN). Brent folgte dicht dahinter (WKN: A0KRKM, A1N49P). Obwohl die Kursschwäche wahrscheinlich in der ersten Jahreshälfte in 2015 anhalten wird, könnte das anhaltende Wirtschaftswachstum in den USA und in China zusammen mit einer Kürzung des Öl-Angebots den Öl-Markt irgendwann wieder zurück ins Gleichgewicht bringen. Dieses wäre bei einem Preisniveau von über 70 US-Dollar pro Barrel. Der Leiter des europäischen Vertriebs Bernhard Wenger glaubt, dass die nach unten korrigierten Nachfrageprognosen der OPEC eine Vorstufe zu Angebotskürzungen sind. Der EIA zufolge sind 20 Prozent der Rohöl- und Kondensate-Produkte aus den USA bei diesen Preisen unrentabel.

In der Zwischenzeit konnte Silber aufgrund der geringeren Angebotsprognosen für 2015 um 3,4 Prozent zulegen (WKN: A0N62F, A0KRJ5). Während die Lagerbestände von Silber weiterhin hoch bleiben, sind diese seit Anfang Oktober um 4 Prozent gefallen. Da die wirtschaftliche Erholung in den USA und in China weiter an Dynamik gewinnt, erwarten wir in den kommenden Monaten unterstützende Preisaktionen und dass die industrielle Nachfrage zunimmt.

Aktien

Europäische Aktien schwanken als Reaktion auf gemischte Nachrichten. Ein Bericht über stark zugenommene Werkaufträge in Deutschland hat zu einer Hausse in europäischen Aktienwerten geführt. Diese Gewinne wurden aufgrund einer Ankündigung von Antonis Samaras schnell zu Nichte gemacht, da es vom griechischen Ministerpräsident hieß, dass die Präsidentschaftswahl in dieser Woche neue Zweifel über die politische Zukunft der Nation mit sich bringen würde. Die energiebezogenen Aktienwerte haben sehr unter dem Niedergang von Öl gelitten, was am Rückgang von -10,7 Prozent des Solactive Energy Infrastructure MLP Index erkennbar wird (WKN: A1XE2Q). Der FTSE 100 wurde durch die schwache Kursentwicklung von Minenwerten um -3,3 Prozent nach unten gezogen, da China innerhalb von acht Monaten den stärksten Importrückgang verzeichnet hat. Der Bericht bestätigte die zunehmenden Befürchtungen über eine schwächere Binnennachfrage des weltweit größten Verbrauchers von Industriemetallen.

Währungen

FED-Treffen (FOMC) aufgrund ungebrochener Hausse des USD im Fokus. Bernhard Wenger erwartet, dass der US Dollar in 2015 weiter im Aufschwung bleibt, da die wirtschaftliche Erholung die US-Notenbank dazu auffordert mit einer strikteren Geldpolitik in Q2 zu beginnen. Ebenso geht er davon aus, dass eine große Bilanz für die FED eine Zinserhöhung nicht ausschließt und dass die kleinen und bedächtigen Zinserhöhungen ein signalisierender Mechanismus sein können, die der Zentralbank erlauben werden den Markt auf allmählich schwindende Konjunkturprogramme hinzuweisen, wenn die Erholung weiterhin freie Kapazitäten aufnehmen kann. In der Zwischenzeit hat die überraschende Zinssenkung der Norwegischen Zentralbank zusammen mit der Schwäche des Öl-Preises nachteilig auf die norwegische Krone ausgewirkt. Bernhard Wenger erwartet, dass die deflationären Auswirkungen des niedrigeren Öl-Preises beginnen werden zu verblassen. Wenn der Preis für Öl sich erholen sollte, geht er ebenso davon aus, dass die negative Auswirkung eines bisher schwächeren Öl-Preises auf den norwegischen Außenbeitrag sich verringern sollte.

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.