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ETF-Securities Marktbericht – KW 31

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Sollten sich die Anzeichen verdichten, dass das malaysische Verkehrsflugzeug in der Ukraine durch aus Russland gelieferte Boden-Luft-Raketen abgeschossen wurde, wird der Konflikt wahrscheinlich auf die nächste Ebene eskalieren, mit zunehmendem Fokus der internationalen Gemeinschaft. Dies würde zu einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold und Schweizer Franken führen. Auch wenn besser als erwartete Konjunkturdaten aus China die globalen Aktienmärkte und zyklische Vermögenswerte generell unterstützen dürften, kann die Entwicklung der Lage in der Ukraine auf die Performance drücken. Short Positionen auf europäische Aktien, sowie Positionen in Gold, Öl, Schweizer Franken und japanischen Yen würden die größten Gewinner sein, sollte sich die Situation verschärfen.

Entwicklung der wichtigsten ROHSTOFFE

Daten aus China treiben Industriemetall-Rallye. Die in der vergangenen Woche verkündeten Q2 2014 BIP-Zahlen haben mit 7,5% gegenüber dem Vorquartal die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen, womit Zweifel an den Prognosen eines Metallüberhanges für den Rest des Jahres aufkommen dürften. Die Gesamtfinanzierungsdaten für China zeigten letzte Woche einen 40 Prozent Anstieg im Juni gegenüber Mai (90 Prozent gegenüber Juni 2013). Aluminium, Zink und Nickel stiegen um 4,1%, 1,2% bzw. 0,5%. Palladium, ein Edelmetall mit breiter industrieller Anwendung, stieg um 2,3%, da sich Angst vor aggressiveren Sanktionen gegen Russland, dem weltweit größten Hersteller des Metalls, breit machten. Der US-Erdgaspreis fiel um 3,8%, da die Vorräte weiter zulegten. Während Gold-und Silberpreise in der ersten Hälfte der Woche fielen, so sorgte der Flugzeugabschuss in der Ukraine zu einer kurzen Rallye am Donnerstag und erhöhten Gold-ETP-Käufen.

Was tut sich bei den AKTIEN

Letzte Woche ist der US-Energieinfrastruktur Solactive MLP Index um 2,1% gestiegen, obwohl der Preis für Rohöl der Sorte WTI ein 2-Monats-Tief erreicht hat. Der Index, der die Wertentwicklung des Midstream-Segments der US-Energie-Infrastruktur Branche abbildet, ist seit Jahresbeginn um 18 Prozent gestiegen und damit mehr als das Doppelte des S&P 500 im gleichen Zeitraum. Die Einnahmen aus Pipelines, Lagerung und Verarbeitung sind Dank der ähnlichen Struktur einer Mautstraße stabil. Unterdessen blieb der Aktien-Bereich in einer gewissen Handelspanne, wobei europäische Benchmarks sich langsam von der vorherigen Woche erholten. Wenn weitere Anzeichen darauf hindeuten, dass das malaysische Verkehrsflugzeug in der Ukraine durch von Russland belieferte Boden-Luft-Raketen von Separatisten abgeschossen wurde, dürfte der Konflikt eskalieren, was entsprechend risikobehaftete Anlagen und insbesondere europäische Aktien unter Druck bringen würde.

WÄHRUNGEN

AUD und GBP mit Risiken einer Korrektur, CHF und JPY dürften von einer Eskalation in der Ukraine profitieren. RBA Gouverneur Stevens Rede wird die Richtung für den AUD vorgeben, wobei die Anzeichen auf eine Abwertung hinweisen, da die Kommentare der RBA immer wieder von einer Überbewertung sprechen. GBP hat unserer Ansicht nach für das Jahr 2014 wahrscheinlich seinen Höhepunkt erreicht, trotz der überraschend starken Inflationsdaten der vergangenen Woche. Carney sagte, dass die Finanzpolitik abhängig von WIrtschaftsdaten bleiben wird. Da außerhalb der Inflationsdaten (1,9 Prozent versus 1,6 Prozent im Jahresvergleich erwartet), die Konjunktur-Daten weitestgehend enttäuscht haben, dürfte die Erholung in UK holpriger werden. Auch wenn das Protokoll der Bank of England im Falle eines Vorschlages einer Zinserhöhung bereits in 2014 den GBP Aufschwung verleihen könnte, so sollte dieser kurzweilig bleiben. Defensive Währungen, wie CHF und JPY, dürften davon profitieren, wenn die Malaysia Airlines Tragödie Europas Politiker dazu bringt, gemeinsam mit den USA eine aggressivere Haltung gegenüber Russland einzuschlagen.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.