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ETF-Securities Rohstoffbericht – KW 01/2016

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Business Team Investment
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes

Schwache Einkaufsmanagerdaten aus China sorgen für weltweite Panik an den Aktienmärkten.

Niedrigere Ölpreise treiben weitere Mittelzuflüsse in Öl-ETPs. Die Ölpreise fielen auf ein 11-Jahrestief, nachdem chinesische Caixin Fertigungs- und Dienstleistungs-PMI Daten am vergangenen Montag veröffentlicht wurden und den Pessimismus über Chinas Wachstumsaussichten erneut infrage stellt. Letzte Woche fiel Brent um 33,75 USD / bbl (-9,5 Prozent) und WTI sank auf 33,27 USD/ bbl (-10,2 Prozent). Die angespannte Lage zwischen Saudi-Arabien und dem Iran belastet den Ölpreis am Montag, doch dies wurde bald durch die Panik an den globalen Aktienmärkten wieder in den Hintergrund gestellt. Der Rückgang von US-Ölvorräte in der vergangenen Woche blieb völlig unbemerkt, der Markt konzentrierte sich überwiegend auf die breiteren zyklischen Abverkäufe. Obwohl US-Ölbestände vergangene Woche zurückgingen liegen diese noch deutlich über ihrem historischen Mittelwert und das globale Überangebot lastet nach wie vor auf dem Ölpreis. Die Aussicht auf eine mittelfristige Preiserholung bleibt jedoch der allgemeine Konsens. Öl-ETPs verbuchten vergangene Woche erneute Mittelzuflüsse von 43 Mio. USD. In 2015 wurden insgesamt 1,46 Mrd. EUR in Rohstoff-ETPs investiert, der höchste jährliche Mittelzufluss in der Geschichte von ETF Securities.

Goldprofitiert von Abverkäufen an den globalen Aktienmärkten. Gold konnte seine Status als sicherer Hafen zur Eröffnung der Börsen in 2016 behaupten. Die chinesischen Börsen waren vergangene Woche mehrere Male zum Handelsstopp gezwungen und lösten allgemein Panik an globalen Aktienmärkten aus. Von diesem panischen Investorenverhalten profitierte der Goldpreis und konnte um 4,4 Prozent steigen. Gold ETPs spiegelten dies mit Nettomittelzuflüssen von 11.1 Mio. USD wider, die größten Mittelzuflüsse seit Mitte November 2015. Im vergangenen Jahr wurden Mittelabflüsse von 1,26 Mrd. USD aus Gold ETPs verbucht. Metalle unterlagen vergangenes Jahr einem starken US-Dollar und der Zinserhöhung. Zum Wochenschluss gab der Goldpreise einen Teil seiner Gewinne wieder ab, da man hoffte, ein Aufheben des chinesischen „Circuit Breaks“ würde den Markt wieder beruhigen. Starke Arbeitsmarktdaten außerhalb des Landwirtschaftssektors sorgen erneut für weiteren Abwärtsdruck für Gold diese Woche.

2016 – Wendepunkt für Rohstoffe? Obwohl Rohstoffe durch die stark negative Stimmung in China unter Druck bleiben, gehen wir davon aus, dass der US-Dollar in diesem Jahr an Stärke verlieren wird, was eine große Erleichterung für Rohstoffpreise, speziell für Gold darstellt. Öl sollte sich schrittweise wieder erholen, da anhaltend schwache Preise für OPEC-Länder wirtschaftlich untragbar sind. Geringere Kapitalinvestitionen und Produktionskürzungen im Bergbau sollten für einen Rückgang auf der Angebotsseite sorgen und damit eine Preiserholung bei Metallen bedeuten. Breite Rohstoff-ETPs verbuchten letzte Woche Mittelzuflüsse in Höhe von 18,9 Mio. USD. Seit drei Wochen in Folge profitieren Rohstoffkörbe von Mittelzuflüssen. In 2015 wurden insgesamt 232,2 Mio. USD Mittelzuflüsse gutgeschrieben.

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