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ETF-Securities Rohstoffbericht – KW 03/2016

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Business Team Investment
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes

Nach einem heftigen Preissturz bei zyklischen Rohstoffen und anderen Risiko-Anlageklassen konnten sich die Preise in der zweiten Wochenhälfte wieder erholen.

Mittelzuflüsse in Öl-ETPs erreichen ihren höchsten Stand seit März 2015, Investoren spekulieren auf untragbar niedrige Preise. Vergangene Woche Mittwoch fielen WTI und Brent auf ein Minus von 28,3 Prozent und 25,2 Prozent auf Jahressicht. Solch niedrige Preise sind nachhaltig nicht tragbar und Investoren positionierten sich mit 97,0 Mio. USD in Long Öl-ETPs. Zeitgleich wurden 26,6 Mio. USD auf Short Öl-ETPs verkauft, um die Vorteile einer Erholung zu nutzen. Bereits am Donnerstag erholten sich WTI und Brent um jeweils 11 Prozent und 5 Prozent. Ein Grund für die rückläufigen Ölpreise war die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran, was mit einem erhöhten iranischen Ölexport verbunden ist. Der Iran versuchte den Markt im Glauben zu halten, dass sie die Exporte um 1,1 Mio. Barrel erhöhen werden, in Wirklichkeit gehen wir davon aus, dass Exporte um realistisch nur 300.00o Barrel steigen können. Unter der Annahme, dass es tatsächlich zu einem signifikanten Anstieg von iranischem Öl kommt, würde sich der Markt Ende 2016 dennoch in einem Angebotsdefizit befinden, wenn die globale Nachfrage laut IEA tatsächlich von 95,28 Mio. Barrel pro Tag im 4. Quartal 2015 auf 96,71 Mio. Barrel pro Tag im 4. Quartal 2016 steigt. Wir glauben, dass sich der Ölpreis dieses Jahr zwischen den Produktionsgrenzkosten von 40 USD und den Kosten für einen ausgeglichenen Staatshaushalt von 70 USD pro Barrel bewegt.

Physisches Gold verzeichnet die höchsten Mittelzuflüsse seit August 2015, Investoren sichern sich gegen Marktunsicherheiten ab. Gold ist traditionell die erste Anlaufstelle von Investoren in Zeiten von unruhigen und turbulenten Märkten. Während die meisten Anleger nicht verstanden haben, warum zyklische Vermögenswerte in der Vergangenheit stark und schnell fielen, erkannten doch einige Investoren, dass Gold in panischen Zeiten gute Ergebnisse verzeichnet, und nutzen das zyklische Tief für günstige Einstiegsmöglichkeiten. Gold stieg vergangene Woche um 0,7 Prozent und 3,4 Prozent seit Jahresbeginn. Mittelzuflüsse in physische Gold ETPs stiegen auf 85,3 Mio. USD.

Industriemetall-ETP Körbe verbuchen ihre höchsten Mittelabflüsse seit Juli 2015. Panisches Investorenverhalten führte zu 8,9 Mio. USD an Rücknahmen von Industriemetall ETPs, obwohl Industriemetallpreise Mitte der Woche nur geringfügig im Minus waren und die Woche sogar mit einem Plus beendeten. Grund für den Anstieg waren positive chinesische BIP-Daten und damit die Bestätigung für eine anhaltend starke Nachfrage des größten Verbrauchers von Industriemetallen. Long und Short Kupfer-ETPs verbuchten Mittelabflüsse von jeweils 2,7 Mio. USD und 1,5 Mio USD, was ein polarisiertes Meinungsbild für Metall verdeutlicht. Die International Copper Study Group prognostiziert auch dieses Jahr ein Angebotsdefizit von 0,5 Prozent. Damit kommt es im 6. Jahr in Folge zu einer Versorgungslücke. Wir glauben nicht, dass der Markt weiterhin ein Angebotsdefizit für Metall ignorieren kann und nach einem Preisrückgang von 23,6 Prozent in 2015 nun eine Erholung erfahren wird.

 

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