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ETF-Securities Rohstoffbericht – KW 11/2016

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Marktbericht Rohstoffe
ETF-Securities Rohstoff-Marktbericht

Investoren verkaufen Gold und Öl-ETPs mit einer YTD-Rendite von jeweils 19,5 und 11,4 Prozent, Rohstoffe mit Kurspotential wie Silber und Palladium sowie breit diversifizierte Rohstoffkörbe werden gekauft

Gold mit ersten Mittelabflüssen auf Wochensicht in diesem Jahr. Investoren verkauften Gold-ETPs (A0N62G) in Höhe von 15,9 Mio. USD, um sich eine Rendite von 19,5 Prozent seit Anfang des Jahres zu sichern. Zeitgleich erhöhten sich die Bestände in Long Silber-ETPs (A0N62F) die vierte Woche in Folge um weitere 12,2 Mio. USD. Silber folgt der Gold-Rallye schrittweise und stieg vergangene Woche um 3 Prozent, während Gold (A0LP78) aufgrund erhöhter Volatilität unverändert blieb. Gold fiel vor der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve am Mittwoch. Die zögerliche Haltung der Zentralbank, ihren geldpolitischen Straffungszyklus von Dezember 2015 fortzusetzen, sorgte bei Investoren für die Befürchtung, dass nun politische Fehler gemacht werden. Trotz höheren Zielen bzgl. der Preisstärke senkte die Fed ihre erwartete Anzahl an möglichen Zinserhöhungen für dieses Jahr. „Wir glauben, dass ein starkes Arbeitsmarktumfeld in Verbindung mit einer robusten und steigenden Kerninflation dazu führt, dass die Fed früher als der Markt es erwartet mit einem Zinsanstieg folgt“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. „Die nächste Zinserhöhung wird im September erwartet“, so Hein. Ein geldpolitischer Fehler ist wahrscheinlich positiv für den Goldpreis.

Investoren verkauften Öl-ETPs mit einer Rendite von 3,7 Prozent vergangene Woche. Wir sahen die dritte Woche in Folge Mittelabflüsse aus Öl-ETPs. Investoren realisieren ihre Gewinne nach dem WTI-Preisanstieg und verkauften 22,6 Mio. USD aus WTI-ETPs (A0KRJX). Anleger in Öl-ETPs neigen vorwiegend zu einer konträren Sichtweise. Während der Markt zunehmend optimistisch ist, dass die Ölversorgung in diesem Jahr durch die sinkende US-Produktion ausgleichen sein wird, bleibt Ungewissheit gegenüber dem Iran bestehen. Eine mangelnde Zusammenarbeit mit dem Rest der OPEC-Staaten bzgl. Produktionslimits zählt zu den Hauptursachen. „Wir glauben, dass der Iran seine Fähigkeit überschätzt und seine Produktion sowie Exporte nicht ohne weiteres auf ein Niveau vor den Sanktionen umsetzen kann“ meint Hein. „Die bestehenden Ölbohranlagen sowie der Ausbau der Infrastruktur erfordern primär finanzielle Unterstützung, die nicht von der Wirtschaft gegeben ist“, erklärt Hein. Der Anstieg der iranischen Ölproduktion wird im kommenden Jahr das Ziel wahrscheinlich verfehlen.

Investoren innerhalb der Industriemetalle. Investoren positionierten vergangene Woche 2 Mio. USD in Short Kupfer-ETPs, während 2,7 Mio. Long Nickel gekauft wurde, sowie 0,5 Mio. in Long Aluminium. Dies ist mit der Überrendite von (A0KRJU) Kupfer (+4 Prozent) gegenüber anderen (A0KRKG) Industriemetallen wie (A0KRJ4) Nickel (1,5 Prozent) und (A0KRJS) Aluminium (-2,8 Prozent) zu erklären. Eine weltweit lockere Geldpolitik unterstützt den Industriemetallsektor.

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