Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Rohstoffbericht – KW 48/2015

ETF-Securities Rohstoffbericht – KW 48/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Weitere Investoren kehren an den Rohstoffmarkt zurück. Vergangene Woche wurden 24,2 Mio. USD in ETFS Longer Dated All Commodities GO UCITS ETF (A1CXBV) verbucht, erste Anzeichen, dass Investoren von einem Wendepunkt am Rohstoffmarkt ausgehen. Die im bisherigen Jahresverlauf verbuchten Mittelzuflüsse in diversifizierte Rohstoffkörbe (A0SVX3) belaufen sich nun auf 429,2 Mio. USD, im Vergleich zu 206,1 Mio. USD im Vorjahr, 53,5 Mio. USD im Jahr 2013 und Mittelabflüsse von 21,6 Mio. USD in 2012. „Es gibt unserer Ansicht nach eindeutige Anzeichen für einen Wendepunkt am Rohstoffmarkt“ meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Germany & Austria. Eine ausgiebiger Zeitraum negativer Performance haben Bergbaumienen, Hüttenwerke, Bohrunternehmen und andere rohstoffabbauende Unternehmen zur Kürzung ihrer Anlageinvestitionen (CAPEX) gezwungen, was im kommenden Jahr zu einem geringeren Angebot führen wird. „Kürzungen für Investitionsausgaben machen sich bereits in der Versorgung bemerkbar und es ist eine Frage der Zeit, bis sich dies im Preis widerspiegelt“, berichtet Hein.

Mittelabflüsse aus Gold-ETPs (A0LP78) steigen auf 75,5 Mio. USD und markieren damit ein neues 15-Wochen-Hoch. Viele Investoren haben sich angesichts der seit neun Jahren erstmals anstehenden potenziellen Zinserhöhung in den USA von Gold (A1RX99) verabschiedet, da historisch eine Korrelation mit langfristigen US-Treasury-Renditen besteht. „Dennoch möchten wir hervorheben, dass man aus einem Anstieg der kurzfristigen Zinssätze nicht einfach einen Anstieg der langfristigen Nominalzinsen schließen kann“, so Hein. Hierbei spielen Staatsanleihen als politisches Instrument eine zu wichtige Rolle, um Preise vor Abwärtsrisiken zu schützen. Auf der anderen Seite könnte die Inflation auch schneller ansteigen als allgemein erwartet. Niedrige Rohstoffpreise im letzten Jahr könnten die Inflation von 0,2 Prozent im Oktober 2015 auf 1,5 Prozent bis Januar 2016 anheben. Realzinses könnten somit weiterhin gering bleiben. „Wir haben in früheren Zinserhöhungszyklen beobachten können (wenn Zinsen von einem sehr niedrigen Niveau erhöht wurden), dass der US-Dollar im Endeffekt abwertet (und nicht aufwertet, was man gewöhnlich erwartet)“, meint Hein. Sollte die Vergangenheit uns tatsächlich einen Hinweis für die Zukunft geben, könnten Gold und Rohstoffe im Allgemeinen eine gute Performance nach einer Zinserhöhung erfahren.

Vor der OPEC-Sitzung erfahren Öl-ETPs weiterhin Mittelzuflüsse. Long Brent (A1N49P) und WTI Öl-ETPs (A0KRJX) verbuchten weitere 16,8 Mio. USD an Mittelzuflüssen. WTI konnte 6,2 Prozent zulegen, während Brent solide 2,9 Prozent anstieg. Saudi-Arabien verringert ihren Druck auf globale Hochkostenproduzenten, ihre Produktion entsprechend zurückgefahren. „Allerdings glauben wir, trotz den jüngsten Äußerungen nicht, dass die OPEC ihre Produktion diese Woche kürzen wird“, so Hein. Tatsächlich gehen wir davon aus, dass Saudi-Arabien den Preiskampf nicht eher beendet, bis das Angebot von nicht-OPEC Produzenten stark gekürzt wird (was positiv für den Ölpreis wäre) oder Saudi-Arabien nicht mehr die finanziellen Mittel dazu hat, den Preiskampf weiterzuführen (was 2018 theoretisch der Fall wäre).

 

 

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