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ETFs: Alles andere als Panik

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ETF-Anleger lassen sich von den Terroranschlägen nicht beirren. Sie kaufen zu, nehmen aber auch schon mal Gewinne mit. Gesucht sind aktuell Aktien aus der Öl- und Gasbranche sowie aus Russland.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Auch im ETF-Geschäft blieb die Reaktion auf die Terroranschläge von Paris verhalten. „Anleger zeigten sich gelassener als erwartet“, erklärt Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Am frühen Montagmorgen sei es noch turbulent zugegangen, schon vorbörslich seien Verkaufsorder eingegangen. „Das war aber schnell vorbei.“

Nach einem Kursrückgang vergangene Woche und einem kleinen Plus am gestrigen Montag verbucht der DAX am heutigen Dienstag kräftige Gewinne, am Mittag notiert der DAX bei 10.928 Zählern. Grund sind gute Vorgaben von den US-Börsen: Der Dow Jones Industrial schloss gestern mit einem Plus von 1,38 Prozent.

Die Umsätze der vergangenen Woche bezeichnet Bartels als „normal“, die Zahl der Transaktionen habe sich mit 30.000 im durchschnittlichen Bereich bewegt, ebenso die Volumen. Über alle Anlagen hinweg hätten sich Zu- und Abflüsse die Waage gehalten, dabei hätten im Aktienbereich die Käufe, bei den Anleihen die Verkäufe dominiert. Sven Titze von der ICF Bank berichtet von einem regen Handel. „Es gab ja auch recht viel Bewegung an den Börsen, die Volatilität ist wieder gestiegen.“

Aktien: gemischtes Bild

Bartels meldet Käufe in DAX- und Euro Stoxx-Trackern (WKN 593393 593395, ETF001, ETF050), hohe Zuflüsse hat der Market Maker zudem in Nasdaq-ETFs beobachtet, etwa im iShares Nasdaq 100 (WKN A0F5UF). Laut Marco Salaorno von der Société Générale dominierten in der zweiten Wochenhälfte allerdings Abgaben in Blue Chips-ETFs. Sven Titze von der ICF Bank berichtet von einem ausgeglichenen Bild mit Käufen und Verkäufen, zum Beispiel im Deka DAX (WKN ETFL01), im Deka DAX ausschüttend (WKN ETFL06) und – auf kleinerer Flamme – im Deka MSCI USA (WKN ETFL27). Rege gehandelt in beide Richtungen würden außerdem unverändert dreifach gehebelte ETNs von ETF Securities wie der ETFS 3x Daily Long DAX 30 (WKN A1YKTG) und der ETFS 3x Daily Short DAX 30 (WKN A1YKTK), ebenfalls der ETFS DAX Daily 2x Long (WKN A0X899). Umsatzstark präsentiert sich im Moment auch der Lyxor LevDAX (WKN LYX0AD), wie die Umsatzstatistik der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage zeigt.

Profiteur Russland?

Am stärksten bemerkbar machen sich die Attentate von Paris Salaorno zufolge in ETFs, die russische Aktien abbilden. „Da sehen wir umfangreiche Käufe“. Anleger positionierten sich zum Beispiel im Lyxor Russia (WKN LYX0AF) und im db x-trackers MSCI Russia Capped (WKN DBX1RC). „Nach den Anschlägen wird offenbar von einem Zusammenrücken auf geopolitischer Ebene ausgegangen.“ Spekuliert werde auch über eine Lockerung der Sanktionen. Unabhängig davon geht es für russische Aktien bereits seit Ende August wieder nach oben: Ein ETF-Anteil am Lyxor Russia wurde damals zu 18,43 Euro gehandelt, aktuell sind es 22,81 Euro. Im März 2011 waren es allerdings noch über 37 Euro. Überraschend viel um ging Bartels zufolge in der vergangenen Woche in Schwellenländer-ETFs. „Dabei war die Woche bei Emerging Markets von Verlusten geprägt.“

Lebenszeichen in Öl- und Gasbranche

Die Reise- und Freizeitbranche und der Rüstungssektor – in diesen Bereichen waren die Auswirkungen durch die Pariser Anschläge am Aktienmarkt besonders zu spüren. Im ETF-Handel kam das aber nicht an, wie Salaorno bemerkt. „Da ist es ruhig geblieben.“

Wegen des leichten Anstiegs bzw. der Stabilisierung des Ölpreises seien aktuell an die Öl- und Gasbranche gekoppelte ETFs gefragt, etwa der iShares Stoxx Europe 600 Oil & Gas (WKN A0H08M) oder das Pendant von Lyxor (WKN LYX0A9). Ölwerte wie ExxonMobil und Chevron, die zuletzt unter Druck geraten waren, zählten am gestrigen Montag zu den größten Gewinnern an den US-Börsen. Für die entsprechenden ETFs geht es nach heftigen Kursverlusten zwischen April und September dieses Jahres bereits seit Anfang dieses Monats wieder nach oben.

Bartels meldet für die Vorwoche im Übrigen noch hohe Zuflüsse in ETFs-, die an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie gekoppelt sind. In Banken-Indexfonds seien beide Seiten gespielt worden.

Anleihen: Parken nicht mehr gefragt

Im Anleihebereich gab es bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) vor allem Abflüsse aus kurzlaufenden und geldmarktnahen ETFs. Auf den Verkaufslisten standen zum Beispiel der iShares eb.rexx Money Market (WKN A0Q4RZ), der ComStage Eonia (WKN ETF100) und der ComStage Fed Funds Effective Rate (WKN ETF101). Gesetzt wurde hingegen auf den SPDR Barclays Euro Aggregate Bond (WKN A1JJTM) und den ComStage iBoxx Liquid Sovereigns Diversified Overall (WKN ETF500).

Von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG
© 17. November 2015

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.