Start ETF-Marktbericht ETFs: Anleger bleiben weiterhin am Ball

ETFs: Anleger bleiben weiterhin am Ball

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Von der US-Zinserhöhung versprechen sich ETF-Anleger Impulse für Aktien der Industrienationen. Auch marktbreite Schwellenländerindizes sind gefragt.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von vorweihnachtlicher Besinnlichkeit kann im ETF-Handel dank der US-amerikanischen Notenbank keine Rede sein. „Anleger waren in der vergangenen Woche sehr aktiv“, berichtet Andreas Bartels. Der Löwenanteil der überdurchschnittlichen 40.000 ETF-Transaktionen sei an den Tagen vor und nach dem Zinsentscheid der Federal Reserve geflossen. „Auch große Tickets waren dabei“, bemerkt der Händler der Commerzbank ( Zum Testbericht). Dem gegenüber wirke das mit knapp 30.000 Trades ebenfalls ansehnliche Handelsaufkommen in den Wochen zuvor geradezu gering.

Aktien der „alten Welt“ überzeugen

Aktieninvestments stünden mit einem Anteil von 90 Prozent in der Anlegergunst ganz klar vorn. Dabei setzten Investoren bevorzugt auf Unternehmen der entwickelten Länder. Marktbreite europäische Indizes wie der Stoxx Europe 600 (WKN 263530, DBX1A7) und MSCI Europe (WKN DBX1ME) kämen ebenso gut an wie ETFs, die an den Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, ETFL02, LYX0A5) und DAX (WKN ETF002, 593393, DBX1DA, ETF001) gekoppelt sind. Besonders rege gehandelt und per Saldo gekauft worden seien Schweizer Aktien aus dem Swiss Market Index (WKN 935568, A0DPEL). Der SMI mit seinen 20 liquidesten und größten Werte aus dem SPI Large- und Mid-Cap-Segment hat seit Montag vergangener Woche über 2 Prozent zugelegt.

Auch an US-Aktien etwa im S&P 500 (WKN 622391) und weltweiten Portfolios im MSCI World (WKN ETF110) fänden ETF-Anleger Gefallen. „Mit 65 Prozent überwogen im Aktiensegment unterm Strich die Mittelzuflüsse.“

Marktbreite Schwellenländerwerte kommen an

Die Schwankungen an den Aktienmärkten hätten die ETF-Kunden der Unicredit eher kalt gelassen. Stefano Valenti berichtet von gedämpftem Interesse an Indexfonds und spricht von Aktivitäten überwiegend kurzfristig orientierter Anleger, die Tracker des DAX- , Euro Stoxx 50 und MSCI Europe am selben Tag kaufen und wieder verkaufen würden.

„Ansonsten geben Anleger ihren Portfolios lediglich noch etwas Feinschliff“, vermutet der Händler. Allenfalls bei Emerging Marktes-ETFs macht Valenti auf Wochensicht nennenswerte Umsätze aus. Mehr Käufe als Verkäufe verbucht die Unicredit beispielsweise beim MSCI Emerging Marktes-ETFs von iShares (WKN A0RPWJ) und UBS (WKN UB42AB).

Festverzinsliches bleibt Beiwerk

Zu den meist gehandelten Renten-ETFs gehört bei Bartels der ComStage Commerzbank ( Zum Testbericht) Bund-Future Leveraged (WKN ETF561), der von steigenden Kursen beim hiesigen Rentenbarometer überdurchschnittlich profitiert. „Hier standen Verkäufe im Vordergrund.“ Ebenso trennten sich die Kunden der Commerzbank in Summe von europäischen Unternehmensanleihen etwa im Barclays Capital Euro Corporate Bond Index (WKN A0RGEP). Rege in beide Richtungen gehandelt würden italienische (WKN A1JXZH) und spanische Staatsanleihen (WKN LYX0QA). „Der Anteil der Renten-ETFs am Gesamtaufkommen ist aber eher gering.“

Sektor-ETFs ohne Tendenz

Immobilien im Stoxx Europe 600 Real Estate (WKN A0Q4R4) und Banken etwa im Euro Stoxx Banks (WKNs 628930, A0F5UJ) gehören bei der Commerzbank zu den beliebtesten Branchen-ETFs. „Beide wurden sowohl ge- als auch verkauft.“ Der Stoxx Europe 600 Basic Resources (WKN A0F5UK) stünde hingegen zumeist zur Disposition. „Die drei Bereiche machen fast 55 Prozent der Umsätze mit Sektor-ETFs aus.“

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 22. Dezember 2015

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