Start ETF-Marktbericht ETFs: Anleger setzen auf japanische Unternehmen

ETFs: Anleger setzen auf japanische Unternehmen

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Mit Verkäufen und Käufen reagieren ETF-Anleger auf die jüngsten Kursverluste an den Aktienbörsen. Bei den Emerging Markets werden Rosinen gepickt.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach dem leichten Knick in der vergangenen Woche sorgen positive US-Arbeitsmarktdaten für erneuten Rückenwind an den Aktienmärkten. Die meisten Prognosen gehen von einer Fortsetzung der guten Laune an den Börsen für das Jahr 2014 aus. Immer häufiger tauchen DAX-Prognosen von 11.000 Punkten zum Ende nächsten Jahres auf. Neben der hohen Liquidität würde die Aktienmarktentwicklung wieder stärker von Faktoren wie Unternehmensgewinnen getragen. Allerdings erkennt die Helaba an den derzeit unterdurchschnittlichen DAX-Umsätzen und dem Verhältnis von neuen Hochs zu Tiefs, dass nicht mehr alles Gold ist was glänzt.

Im ETF-Handel ist nach Aussagen von Händlern weiterhin viel los. „Anleger sind sehr aktiv“, meldet Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Mit überdurchschnittlichen 15.000 Transaktionen bewege sich die Anzahl der Trades und das Handelsvolumen auf hohem Niveau. „Allerdings überwiegen die Verkäufe.“ Mit dem kleinen Einbruch im deutschen Aktienindex hätten einige Investoren ihre DAX-Positionen abgebaut.

„Wir haben viel mit kleineren Transaktionen zu tun, insgesamt ist das Handelsaufkommen rund 30 Prozent höher als sonst um diese Zeit“, berichtet Jörg Sengfelder von Flow Traders. Im Vordergrund stünden Aktien-ETFs, die an europäische Bluechip-Indizes und den japanischen Nikkei gekoppelt sind. Auffallend sei der Trend weg von breit aufgestellten Indizes wie dem MSCI World und MSCI Emerging Market hin zu Portfolios einzelner Länder. Bei Anleihen stünden Corporate Bonds mit Aussicht auf etwas Rendite hoch im Kurs.

„Das näher rückende Jahresende spüren wir im ETF-Handel kaum“, bestätigt Deutsche Bank-Händler Sidi Kleefeld das anhaltend hohe Anlegerinteresse an ETFs. Japanische Werte breit aufgestellter Indizes stünden meist auf den Einkaufslisten der Kunden.

Anleger geben sich bodenständig

Händler sind sich einig: ETF-Anleger fokussieren sich stark auf europäische Werte. Allerdings fließen, anders als bei der Commerzbank ( Zum Testbericht), die Mittel von Sengfelders Kunden meist in Indexfonds auf den DAX (WKNs ETFL01, 593393) und EuroStoxx 50 (WKNs 593395, ETFL02). Abgestoßen würden Nebenwerte beispielsweise im Stoxx Europe Mid 200 (WKN 593393).

Bartels spricht von Abflüssen aus ETFs auf den MSCI Europe (WKN A0M5X2). Zu den meist gehandelten Werten bei der Commerzbank gehört in dieser Woche ein ETF auf den MSCI Switzerland (WKN A0REJV). „Hier überwogen die Käufe.“

US-Indizes: Die Meinungen gehen auseinander

Uneinheitlich fällt auch die Bilanz der Händler mit Blick auf US-Indizes aus. „Bei uns prägen Abflüsse das Bild“, meldet Bartels. Aus den Depots raus kämen etwa ETFs auf den MSCI USA (WKN 794358) und den S&P 500 (WKN 264388). Marktbreite Indizes wie der MSCI World (WKN A0HGZR) landeten verstärkt in den Anlegerdepots.
Bei Sengfelders Kunden finden Tracker des MSCI North America (WKN A0J206) und S&P 500 (WKN A0YBR6) mehr Anklang. „In Summe fließen Mittel in US-Unternehmen.“

Japanische Unternehmen beliebt

Viel Bewegung überwiegend auf der Kaufseite gibt es in ETFs auf japanische Indizes. Händler berichten unisono von eindeutigem Zuspruch für Tracker des MSCI Japan (WKN DBX1MJ, A0DPMW) und MSCI Japan Euro Hedged (WKN A1H53P, DBX0KT). „Es gibt aber Käufe über fast alle Produkte hinweg“, ergänzt Sengfelder.

Einzelne Emerging Markets kommen an

Hin und her fließen die Mittel in ETFs auf Schwellenländer-Indizes. Tracker des MSCI EM Asia (WKN DBX1MA), MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) und MSCI Far East ex-Japan (WKN A0HGZS) führt Sengfelder auf der Sollseite. Seefeld hingegen berichtet von Zuflüssen beispielsweise in Indexfonds auf den MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT).

Tracker einzelner Länder-Indizes wie MSCI Mexico (WKN DBX0ES), MSCI China (WKN DBX0G2) und MSCI Philippines (WKN DBX0H9) sind Sengfelder zufolge eindeutig gesucht. „Statt in die Breite zu gehen, picken Anleger sich gezielt bestimmte Länder heraus.“

Anleihen: Streben nach höherer Rendite

Mit einem Umsatzanteil von 15 Prozent ist der Bereich Anleihen-ETFs bei der Commerzbank laut Bartels stärker vertreten als in den Wochen zuvor. „In Unternehmensanleihen mit höherer Rendite werden beide Seiten gespielt.“
Sengfelder meldet hingegen einen Kaufüberhang für einträglichere Unternehmensnleihen. Anleger setzten verstärkt auf Tracker des Euro Corporate Bond ex-Financials (WKN A0YEEX, A0YEEY). Mit fallenden Kursen im Bund-Future rechneten Investoren, die sich den Commerzbank Bund-Future Double Short (WKN ETF563) ins Depot legten. „Insgesamt überwiegen in Bond-ETFs die Verkäufe.“

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 10. Dezember 2013

 

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.