etf marktbericht

Für die einen ist der DAX-Einbruch das passende Einstiegsszenario, andere streichen ihre Gewinne ein.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Auf den Ausverkauf der deutschen Bluechips in der vergangenen Woche reagierten ETF-Investoren mit gemischten Gefühlen. „Bei unseren Kunden standen DAX-Produkte (WKN 593393, DBX1DA, ETF001, ETFL01, ETFL06) aller Emittenten auf den Abgabenlisten“, meldet Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Wie stark Anleger auf die Verluste reagierten, verdeutliche ein Blick auf die interne Umsatzstatistik. Vier der zehn meist gehandelten Produkte bezögen sich auf den DAX. „Insgesamt kommen wir trotz Feiertag auf starke 35.000 ETF-Trades.“

„Anleger nutzten den DAX-Rücksetzer vielfach zur Positionierung“, berichtet Marcel Sattler von der ICF Bank. Gregor Hamme von der Unicredit bestätigt den Trend. „Unsere Kunden kauften in den fallenden Markt hinein.“ Zum Tragen gekommen seien nicht wenige Aufträge, die als Limit-Orders in den Büchern gestanden hätten.“ Mit einem Limit legt man bei einem Wertpapierkauf den höchsten Preis fest, zu dem ein Auftrag ausgeführt werden soll. „Auch die DAX-Erholung begleiteten Anleger mit Zukäufen.“

Bereits am vergangenen Donnerstag begann der deutsche Aktienindex mit dem Rebound und konnte mittlerweile über 2 Prozent zulegen. Die Helaba verweist allerdings auf unterdurchschnittliche Handelsumsätze und die immer noch recht hohe Volatilität am Markt. Mit der Unterhauswahl in Großbritannien am Donnerstag, aber auch anderen Konjunkturveröffentlichungen stünden zudem richtungsweisende Events auf der wöchentlichen Agenda.

Zuspruch für europäische Aktien

Bluechips des alten Kontinents gehören Hamme zufolge generell zu den begehrteren Werten. Neben Euro Stoxx 50-ETFs (WKNs 593395, ETFL02, DBX1EU, ETFL01) stünden Aktienportfolios von Einzelländern auf der Wunschliste. Tracker des italienischen FTSE MIB (WKNs A0BLNG, A1C9F, DBX1MB) seien ebenso gefragt wie ETFs, die an den französischen CAC 40 (WKNs A0RF5A, ETF040, 626678) gekoppelt sind.

Interesse an Banken-ETFs

Bei den Branchen-Trackers stehen sowohl bei Hamme als auch bei Mohr Banken-ETF an erster Stelle. Während bei der Unicredit die Käufe etwa von Stoxx Europe 600 Banks-ETFs (WKNs A0F5UJ, LYX0AP, ETF062) überwögen, stünden bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) Zu- und Abflüsse nebeneinander. „Die Berichtssaison läuft für die Finanzhäuser recht gut“, gegründet Hamme den Anlegeroptimismus. Abgesehen von den Einmaleffekten hoher Rechtskosten könne sich das operative Ergebnisse so mancher Bank durchaus sehen lassen. Die Schweizer UBS habe beispielsweise heute die Bücher offengelegt und sei von Anlegern mit Aktienkäufen und einem Plus von über 6 Prozent belohnt worden. Einen Verkaufsüberhang registriert Mohr für Aktienkörbe aus der Industriegüter- (WKN ETF069) und Technologie-Branche (WKN 628932).

Daumen hoch für Energieinfrastruktur-Branche

Unternehmen, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Robotik beschäftigen, kommen Sattler zufolge aktuell gut an. Etwa interessierten sich Investoren für den in US-Dollar notierten ROBO-STOX Global Robotics and Automation-ETF (WKN A12GJD), der gelistete Firmen mit ausgeprägten Geschäftsaktivitäten im Sektor Automation enthält. Ebenso macht der Händler Zuspruch für den US Energy Infrastructure-ETF (WKN A1XE2Q) von ETF Securities aus, der Betriebe mit Fokus auf Energielogistik enthält.

Flucht aus europäischen Staatsanleihen

Ob hiesige oder europäische Staatsanleihen – Kunden der Commerzbank trennten sich zumeist von mittleren und langen Laufzeiten, wie Mohr feststellt. „Einen derart massiven Einbruch beim Euro-Bund-Future innerhalb so kurzer Zeit haben wir selten gesehen“, begründet der Händler. Das hiesige Rentenbarometer hat im Wochenverlauf von 159 auf knapp 156 Prozent verloren. „Der einseitige Verkaufswunsch hat uns im Handel zuweilen heftig zugesetzt.“

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 5. Mai 2015

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.