Start ETF-Marktbericht ETFs: Asiatische Aktien gefragt

ETFs: Asiatische Aktien gefragt

48

 

Nach dem Ausverkauf an den internationalen Börsen engagieren sich Anleger bevorzugt in ETFs mit Aktien asiatischer Schwellenländer. Aber auch Nikkei-, DAX- und Euro Stoxx 50-Werte sind wieder gefragt.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Achterbahnfahrt an den Aktienbörsen hält auch ETF-Anleger auf Trab. Zwar hat sich Händlern zufolge nach der Ausverkaufsstimmung in der Woche zuvor der Verkaufsdruck wieder gelegt. „Dennoch war mit rund 23.000 Trades und sehr starken Umsätzen die Woche sehr spannend“, beschreibt Sascha Cronemeyer. Der leichte Kaufüberhang über alle Anlageklassen hinweg überrascht den ETF-Spezialisten der Commerzbank ( Zum Testbericht). „Anleger nutzen scheinbar die Kurse für einen günstigen Wiedereinstieg.“

Erst raus, dann wieder rein

„Aktieninvestments sind mit einem Anteil von stattlichen 88 Prozent die Umsatztreiber im ETF-Handel“, meldet Cronemeyer. Wie so häufig stünden DAX- (WKN 593393, DBX1DA, ETF001) und Euro Stoxx 50-Tracker (WKNs 593395, ETFL02, DBX1EU) bei Anlegern im Vordergrund. Im Gegensatz zum Gesamtbild mit 54 Prozent Käufen und 46 Prozent Verkäufen hielten sich dort allerdings Zu- und Abflüsse in etwa die Waage. Jörg Sengfelder von Flow Traders spricht von einem hauchdünnen Kaufüberhang in beiden Gattungen. „Zu Beginn der Woche dominierten die Abgaben, Donnerstag und Freitag wurde wieder gekauft“, präzisiert Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank.

Italienische Standardwerte (WKN A0MZWP) wurden stark gehandelt und meist abgestoßen, wie Cronemeyer bemerkt. Auf beiden Seiten gespielt würden bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) ShortDAX-Tracker (WKNs ETF004). „Das deutet auf Anleger mit eher kurzfristigem Anlagehorizont.“

Investoren blicken gen Asien

„Raus aus Europa, rein in asiatische Schwellenländer“, so beschreibt Sengfelder das klare Anlegerverhalten der vergangenen Handelstage. Koreanische (WKN A0HG2L) und chinesische Aktien (WKN A0RF40) stünden ebenso auf den Einkaufslisten der ETF-Investoren wie Schwellenländeraktien im MSCI Far East ex Japan (WKN A0HGZS). Gefallen fänden Investoren auch an breit gestreuten Portfolios wie dem MSCI Emerging Marktes-Index (WKN A0HGZT). Auch würden japanische Aktien gern genommen. Zu den bevorzugten Werten gehörten MSCI Japan-Tracker (WKN A0DPMW) und an den MSCI Far East ex Japan (WKN A0HGZS) gekoppelte ETFs.

Im Vorfeld der türkischen Präsidentschaftswahlen waren der MSCI Turkey-ETF (WKN A0LGQN) und der Lyxor ETF Turkey (WKN LYX0AK) von einer Verkaufswelle betroffen, wie Sengfelder meldet. Letzterer spiegelt die Entwicklung des Dow Jones Turkey Titans 20 wider.

Gemischtes Bild bei US-Werten

„ETFs, die an breiter aufgestellte europäische Indizes gekoppelt sind, wurden meist abgestoßen“, berichtet Sengfelder. Aus den Depots raus kämen etwa Indexfonds auf den Stoxx Europe 600 (WKNs 263530, A0RGCK) und den MSCI Europe (WKN A0REJM, A0RGCM). Ebenso trennten sich Investoren von weltweiten Dividendenwerten im Stoxx Global Select Dividend (WKN DBX1DG), von Indexfonds auf den MSCI North America (WKN A0J206) und von MSCI World-Portfolios (WKN A0HGZR). Bewegung in beide Richtungen verbucht Kleefeld mit Blick auf S&P 500-Tracker (WKN A1H53N). Cronemeyer führt Indexfonds auf den marktbreiten US-Korb dagegen auf der Kaufseite. „Stark gehandelt wurden MSCI Canada-ETFs.“ Damit setze sich die Vorliebe für kanadische Dividendenwerte (WKN A0X97V) fort.

Sicherheit geht vor

„Im Bond-Bereich war viel zu tun“, berichtet Sengfelder, wobei Anleger bevorzugt auf klassische Staatsanleihen der Euroländer (WKN DBX0HM, A0H08B, DBX0AD) sowie sieben bis zehnjährige US-Treasuries (WKN A0LGQB) setzen. „ETFs mit Hochzinsanleihen werden von unseren Kunden in Summe abgestoßen.“ Dazu gehörten Staatsanleihen von Schwellenländern (WKNs A1JB4Q, A1JJTV) und in Euro geführte Unternehmensanleihen (WKN A1C8QT). Corporate Bonds ohne Finanzwerte (WKN A0YEEX) führen sowohl Sengfelder als auch Kleefeld auf der Abgabenseite. (WKN A0NECU).

Finanzwerte unter Druck

Bei den Branchen-ETFs dominierten die Finanzwerte das Geschehen. Der Handel mit Banken-ETFs (WKNs 628930, A0F5UJ) floss nach Angaben von Cronemeyer in beide Richtungen, während ETFs mit Finanzdiensleistern (WKN A0H08G, LYX0A6, ETF066) stark verkauft worden seien.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 12. August 2014