etfmarktbericht

Die Rekordjagd an den Aktienmärkten beflügelt die ETF-Umsätze. Während Aktien-Tracker gefragt sind, haben Rentenprodukte das Nachsehen.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Raus aus Renten, rein in Aktien, lautet aktuell offenbar die Devise vieler ETF-Anleger. „Angesichts des extrem niedrigen Zinsniveaus verzeichnen wir aus Anleihen-ETFs fast nur Abflüsse. Tracker von Aktienindizes sind hingegen stark gefragt“, meldet Jörg Sengfelder von Flow Traders in Amsterdam und spricht von insgesamt sehr guten Umsätzen. Laut Commerzbank ( Zum Testbericht) lag der Anteil von Aktien-Trackern am gesamten ETF-Geschäft in den vergangenen Handelstagen gar bei über 90 Prozent. „Dabei liegt die Anzahl der Trades mit 12.000 über dem Schnitt der vergangenen Wochen und auch das gehandelte Volumen ist sehr hoch“, weiß Andreas Bartels, Market Maker der Commerzbank ( Zum Testbericht).

Auch Aysun Cifci von der Deka Bank berichtet von regem Handel, vor allem in Bluechip-ETFs: „Der erneute Aufwärtsschub an den Aktienbörsen zum Wochenauftakt hat die Nachfrage nach Aktien-ETFs noch einmal ordentlich beflügelt.“ Im Fokus stehen nach Auskunft der Händler dabei die großen Indizes aus Industrieländern. „Mit der anhaltenden Rekordjagd an den Aktienbörsen kommt das Geld bei DAX- (WKNs 593393, DBX1DA, ETFL01, ETFL06) und Euro Stoxx 50-ETFs (WKN 593395) nur so rein“, meldet Sengfelder.

Im Gegensatz zu den Vorwochen haben laut Bartels mittlerweile allerdings auch einige Gewinnmitnahmen eingesetzt. „Das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern lag zuletzt bei 40 zu 60 Prozent. Vor allem bei Trackern des S&P 500 (WKNs 264388, A0YEDG, A0YBR6) haben einige Anleger Kasse gemacht.“ Auch Cifci beobachtet, dass einige Investoren bei dem breiten US-Index auf einen Rücksetzer spekulieren. Jedenfalls sei der zweifach short-gehebelte db x-trackers S&P 500 2x Inverse Daily UCITS ETF (WKN DBX0B6) zuletzt kräftig gekauft worden, meldet die Händlerin. Flow Traders bestätigt diese Tendenz allerdings nicht. „Das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen im S&P 500 ist bei uns eher ausgeglichen, während der auf Aktien kleinerer und mittelgroßer Unternehmen ausgerichtete S&P 500 Small Caps (WKN A0RSEB) sogar stark gekauft wird“, erklärt Sengfelder.

Asiatische Aktien gefragt

Rege nachgefragt werden auch Schwellenländeraktien, wie Flow Traders anmerkt. „Wir haben zuletzt ordentliche Käufe in Trackern chinesischer Indizes gesehen (WKNs A0DPMY, LYX0A7), aber auch viele andere Einzelländer sowie breitere Emerging Markets-Indizes (WKNs DBX1MA, A0MSAE) sind gesucht“, meldet Sengfelder. Auch Cifci beobachtet rege Nachfrage nach Aktien chinesischer Unternehmen, etwa in Form des iShares China Large Cap UCITS ETF (WKN A0DPMY). Weniger beliebt scheinen indes indische Aktien. Zumindest sind Anleger aus dem Lyxor ETF MSCI India (WKN LYX0BA) in den vergangenen Tagen überwiegend ausgestiegen.

Renten ade

Auf der Bond-Seite steigen Anleger laut Sengfelder indes fast nur noch aus. Die deutlichsten Abgaben verzeichnet der Händler bei deutschen (WKN 628949) und europäischen Staatsanleihen (WKN DBX0AV) sowie bei Hochzins-Unternehmensanleihen (WKN A1JU1K). „Wenn überhaupt noch irgendwo Käufer sind, dann in Staatsanleihen mit kurzen Laufzeitbändern (WKNs A0J21A, A0J207)“, ergänzt Sengfelder jedoch. Zudem würden mit dem iShares Emerging Markets Local Government Bond UCITS ETF (WKN A1JB4Q) Schwellenländerbonds in Heimatwährung nachgefragt. Auch Cifci beobachtet bei diesem Produkt einen Kaufüberhang.

Laut Commerzbank ist in Renten-ETFs aktuell so wenig los, dass die Umsätze kaum noch der Rede Wert seien. „Das Bond-Segment hat vergangene Woche nur rund 5 Prozent des ETF-Geschäfts ausgemacht. Ein paar Käufe haben wir im ComStage ETF Commerzbank Bund-Future Short (WKN ETF562) gesehen, der die Entwicklung des deutschen Rentenbarometers Bund Future invers abbildet“, berichtet Bartels.

Banken-ETFs ins Depot

Im Handel mit Branchenfonds steht laut Commerzbank der Finanzsektor im Fokus. „Etwa beim iShares EURO STOXX Banks (DE) (WKN 628930) greifen viele Investoren derzeit zu. Die Umsätze sind überdurchschnittlich“, weiß Bartels.

von Karoline Kopp, Deutsche Börse AG
© 26. November 2013

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.