etf marktbericht

Mit marktbreiten Aktienindizes der Industrienationen verteilen Anleger die Risiken auf viele Schultern. Im Rentenbereich sind langlaufende Anleihen bonitätsstarker Länder gefragt.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Als immer noch deutlich über dem Saisondurchschnitt kennzeichnen Market Maker die Umsätze im ETF-Handel. „Für Mitte August sind 15.000 Trades beachtlich“, bemerkt Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). „Über alle Anlageklassen hinweg hatten wir 60 Prozent Käufe und 40 Prozent Verkäufe.“ Mit einem Anteil von 22 Prozent gewinne der Rentenbereich wieder an Bedeutung. Mit rund 75 Prozent entfalle der Löwenanteil aber wie gehabt auf das Geschäft mit Aktien-ETFs.

Bei guten Umsätzen gestaltet sich der ETF-Handel angenehm unaufgeregt“, beschreibt Jörg Sengfelder von Flow Traders, der ebenfalls von einem Käufermarkt spricht. „Auch die Mischung stimmt“. Gehandelt würden ETFs der unterschiedlichsten Kategorien mit vielschichtiger regionaler Abdeckung.

Lieber in die Breite

DAX-Tracker würden bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) in Summe abgegeben, wie Bartels beobachtet. „Besonders Donnerstag und Freitag verkauften Anleger in den steigenden Markt.“ Hingegen spricht Sengfelder von einem ausgeglichenen Handel mit DAX-ETFs (WKNs 593393, ETF001). Ebenso würden Tracker des Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, ETFL05) in beide Richtungen gehandelt.

Ihr Hauptaugenmerk richteten Anleger derzeit eindeutig auf marktbreite Indizes wie den S&P 500 (WKNs A0YEDG, DBX0F4, A1C0B5), MSCI World (WKNs A0X8ZX, A0RGCS) und den Stoxx Europe 600 (WKN 263530). „Hier überwogen die Käufe.“ Auch an den Nikkei 225 (WKN A0YEDQ) gekoppelte japanische Standardaktien und Tracker des Dow Jones Industrial Index (WKN A0YEDK) kämen bei Investoren gut an. So mancher ETF-Anleger greife auch bei griechischen Portfolios (WKN LYX0BF) zu.

Brasilianische Aktien beliebt

Gesucht sind auch Aktienindizes der Schwellenländer. „ETF-Anleger bevorzugen marktbreite Indizes“ registriert Sengfelder. Einen leichten Überhang an Zuflüssen gebe es etwa bei ETFs (WKN DBX1EA) mit Emerging Market-Werten aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Ebenso gehörten Tracker des MSCI Emerging Marktes Index (WKN A0HGZT) zu den favorisierten Werten. Die Kauflust beschreibt der Händler als nicht besonders ausgeprägt.

„Von Aktien einzelner Schwellenländer trennen Anleger sich tendenziell,“ bemerkt Sengfelder. Per Saldo abgegeben würden etwa an den MSCI India (WKN LYX0BA) und an den MSCI Taiwan (WKN A0HG2K) gekoppelte Indexfonds im MSCI Taiwan. Abflüsse verbucht Flow Traders auch bei ETFs mit südafrikanischen Unternehmen im Financial Times Stock Exchange JSE Top 40 Index (WKNs LYX0BY).

Als außergewöhnlich beschreibt Bartels das starke Interesse in beide Richtungen an brasilianischen Aktien im MSCI Brazil (WKN A0HG2M). „Der Wert gehört bei uns nicht oft zu den Umsatzspitzenreitern.“

Auf der Suche nach Rendite und Sicherheit

Bei Festverzinslichem setzen ETF-Anleger Bartels zufolge bevorzugt auf deutsche Staatsanleihen mit längerer Laufzeit (WKNs ETFL20, ETFL16) zulasten von Kurzläufern (WKNs 628948, 628947), die in Summe aus den Depots rauskämen. „Zuflüsse verbuchen wir auch in meist höher verzinsten Schwellenländer-Anleihen“, meldet der Händler und nennt als Beispiel den in US-Dollar geführten JP Morgan Emerging Marktes Bond Fund (WKN A0RFFT).

Sengfelder führt letzteren auf der Verkaufsliste. „Allerdings geht es im Handel mit Anleihe-ETFs insgesamt eher ruhig zu.“ Staatsanleihen von Mitgliedern der Währungsunion mit mittlerer Laufzeit zwischen fünf und sieben Jahren im db x trackers II iboxx Sovereigns Eurozone 5-7 (WKN DBX0AF) würden abgestoßen. Ebenso trennten sich Investoren von ein- bis dreijährigen Staatsanleihen der Euroländer (WKN A0J21A). Pfandbriefe (WKN 263526) und sieben bis zehnjährige Staatsanleihen bonitätsstarker europäischer Länder aus dem gemeinsamen Wirtschaftsraum (WKN A0LGQH9) sind bei Flow Traders gesucht. Globale Bonds wie sie im Citigroup Group of Seven Index (WKN A0RM43) zusammengefasst sind, kämen ebenfalls gut an.

Technologiebranche gefragt

Von den Branchen-ETFs macht Bartels eine rege Nachfrage nach Aktien aus dem Technologiesektor aus, die beispielsweise vom Stoxx Europe 600 Technology Index (WKN ETF076) abgedeckt werden. „In diesem bei uns aktivsten Bereich positionieren sich Anleger mit 90 Prozent Zuflüssen.“ Ebenso interessierten sich Investoren jeweils im Verhältnis 75 Prozent Käufe zu 25 Prozent Verkäufe für Energieaktien etwa im Stoxx Europe 600 Oil & Gas (WKN A0H08M) und für Werte aus dem Telekommunikationssektor wie dem Stoxx Europe 600 Telecommunications (WKN DBX1ST). Europäische Bankaktien im Stoxx Europe 600 Banks (WKN DBX1SF) und Automobilkonzerne im Stoxx Europe 600 Optimised Automobiles & Parts (WKN A0RPR0) führt Sengfelder unter überwiegenden Abgaben.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 26. August 2014

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.