Start ETF-Marktbericht ETFs: Dividendenregen beflügelt

ETFs: Dividendenregen beflügelt

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Mit Beginn der Dividendensaison in Deutschland stehen Aktien-ETFs hoch im Kurs. Vorsichtige greifen zudem zu inflationsgebundenen Renten-ETFs – aus Angst vor steigenden Preisen.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Etwas ruhiger ist es um die Osterfeiertage schon, doch die Laune bleibt eindeutig gut. Nach der Mitte März einsetzenden Stabilisierung auf hohem Niveau ist der DAX am heutigen Dienstag zu Handelsbeginn wieder über die 12.100 Punkte-Marke geklettert, aktuell notiert der Index mit 12.073 Zählern nur wenig unter dem Allzeithoch von 12.219 Punkten aus dem März.

„Auch wenn so mancher abwartet, insgesamt dominieren klar die Käufe“, berichtet Sascha Cronemeyer von der Commerzbank ( Zum Testbericht). „Rücksetzer werden regelmäßig für Zukäufe genutzt.“ Das erste Quartal dieses Jahres war für den DAX mit einem Plus von 22 Prozent das beste seit 2003. Grund für den nachösterlichen Optimismus sind enttäuschende Arbeitsmarktzahlen aus den USA. Diese schüren Hoffnungen auf eine spätere Zinswende in den USA.

Hohe Ausschüttungen

„Anleger sind eindeutig bullish“, urteilt auch Atakan Sahin von der ICF Bank. Zugegriffen werde vor allem bei DAX- und Euro Stoxx-Trackern (WKN ETFL01, ETFL02). Gregor Hamme von der Unicredit Group beobachtet größere Zuflüsse speziell in DAX-ETFs. Besonders auf den iShares DAX (WKN 593393) werde gesetzt, aber auch auf DAX-Tracker anderer Anbieter (WKN LYX0AC, ETFL06). „Das hängt mit der beginnenden Dividendensaison in Deutschland zusammen. Zum Beispiel hat Daimler vergangene Woche eine Rekorddividende ausgezahlt.“ Aktionäre können sich in diesem Jahr über besonders hohe Dividenden freuen: Die DAX-Unternehmen schütten insgesamt 29,5 Milliarden Euro aus, 10 Prozent mehr als 2014, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY bereits im März berechnet hatte.

Bei der BNP Paribas herrscht ebenfalls Kaufstimmung. „Anleger positionieren sich in US-amerikanischen und europäischen Aktien-ETFs, aber auch in globalen Schwellenländertiteln“, erklärt Gregory Guerrand, als Beispiel nennt er den S&P 500 THEAM Easy (WKN A1W4DP). Beliebt ist Hamme zufolge im Moment auch der Amundi MSCI Nordic (WKN A0REJU), der die Aktienmärkte der skandinavischen Länder abbildet und auf Sicht von drei Monaten auf ein Plus von über 24 Prozent kommt.

Schwellenländeraktien hinken hinterher

Die Commerzbank ( Zum Testbericht) meldet zwar Zuflüsse in Aktien-ETFs, etwa in MSCI World-, S&P 500-, Euro Stoxx 50-Trackern, aber Abflüsse aus DAX-Indexfonds. „Bei DAX-ETFs beobachten wir einen Verkaufsdruck“, bemerkt Cronemeyer. Was Schwellenländer-ETFs angeht, sind laut BNP Paribas derzeit indonesische und philippinische Aktien gefragt, auf den Abgabelisten stünden hingegen chinesische, südkoreanische und lateinamerikanische Indexfonds. Schwellenländeraktien haben sich seit Jahresanfang ebenfalls klar verteuert, können aber mit Industrieländertiteln nicht mithalten. So verzeichnet zum Beispiel der db x-trackers MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) in den vergangenen drei Monaten einen Zuwachs von 17,6 Prozent, beim DAX sind es im selben Zeitraum 27 Prozent.

Banken-ETFs kaum besser

Umsatzstärkster Branchen-ETF in der vergangenen Handelswoche war wieder einmal der iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930), der sich seit Anfang Januar etwas besser entwickelt hat als der branchenbreite Euro Stoxx 50. Die von vielen erwartete Aufholjagd blieb aber aus. Die Commerzbank sieht an die Konsumgüterindustrie gekoppelte ETFs auf den Einkaufslisten, ebenso solche, die die Entwicklung der Gesundheitsbranche abbilden. Viel um, allerdings in beide Richtungen, gehe zudem in Immobilien-Indexfonds. Hier hat die BNP Paribas zuletzt Käufe festgestellt, konkret im FTSE EPRA Eurozone THEAM Easy (WKN A0ERY9).

Wieder Interesse an Inflations-Linkern

Ein Thema bewegt ETF-Anleger offenbar wieder mehr: die Inflation. So mancher rechnet mit wieder anziehenden Preissteigerungsraten, nachdem das Statistische Bundesamt vergangene Woche für den März eine Inflationsrate von 0,3 Prozent bekannt gegeben hat. Im Januar waren die Preise in Deutschland um 0,4 Prozent gesunken, im Februar um 0,1 Prozent gestiegen. Nicht alle teilen diese Sorge: „Die Flows, etwa im iShares Euro Inflation Linked Government Bond (WKN A0HGV1), gehen in beide Richtungen“, berichtet Cronemeyer. Daneben positionierten sich Anleger der Commerzbank zufolge in Bundesanleihen mit mittlerer Laufzeit sowie US-Treasuries mit kurzer Laufzeit. „Abgegeben werden hingegen Unternehmensanleihen“, ergänzt Cronemeyer.

von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.