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Uneinheitlich agieren Investoren in großen Standardindizes nach den Kursverlusten der vergangenen Tage. Bei Schwellenländer-ETFs versilbern sie ihre Gewinne.

Vor dem großen Verfall am kommenden Freitag zeigen sich ETF-Anleger von einer erstaunlich ruhigen Seite. Bei geringen Umsätzen werden ETFs aller Art in kleinen Paketen verkauft. „Diese Ruhe ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Markt einige abrupte Abwärtsbewegungen hingelegt hat“, kommentiert Bastian Ohta von der UniCredit Group.

Der US-amerikanische Dow Jones Industrial hat in den vergangenen Tagen in der Spitze gut drei Prozent verloren, der DJ Euro Stoxx 50 sogar etwa 5 Prozent, ebenso das deutsche Pendant. Diese Marktbewegungen seien nicht von der breiten Masse ausgelöst worden. Die Zuversicht der Privatanleger – aufgrund der Ordergrößen lässt sich auf diese Marktteilnehmergruppe schließen – scheine trotz der kommenden Steuer- und Inflationsprobleme erstaunlich hoch zu sein.

„Zum kommenden dreifachen Verfallstermin ist zu bedenken, dass die Börsen in Finnland und Schweden am Freitag geschlossen sind. Indexumstellungen werden dort einen Tag vorgezogen und zum Schlusskurs am Donnerstag ausgeführt“, erzählt Ohta aus dem Handelsgeschehen mit ETFs. „Zumindest aus institutioneller Sicht sollten bis zur Schlussglocke am Freitag stürmische Zeiten angesagt sein.“

Marco Salaorno von der Société Générale beobachtet bei den ETFs auf die großen Standardindizes – sei es DJ Euro Stoxx 50 oder Dow Jones Industrial bzw. MSCI USA – ein uneinheitliches Verhalten der Anleger.

Gewinne werden umgemünzt

Bei den ebenfalls auf- und abwärts schwankenden Schwellenländer-Indizes nehmen Anleger nach der Beobachtung von Salaorno Gewinne mit. Der Lyxor-ETF auf den breiten MSCI Emerging Markets (WKN LYX0BX) wird ebenso verkauft wie ETFs auf einzelne Länder, z. B. Russland im Lyxor ETF Russland (WKN LYX0AF) bzw. Türkei mit dem Lyxor ETF Türkei (WKN LYX0AK). Der russische Index hat in den vergangenen drei Monaten um 20 Prozent zugelegt, der türkische Index ISE National 100 um etwa 50 Prozent. Der marktbreite MSCI Emerging Markets gewann in dieser Zeitspanne rund 40 Prozent.

Unternehmensanleihen als Alternative

Auch bei Staatsanleihen nehmen Investoren ihre Gewinne mit – vor allem bei Papieren mit kürzeren Restlaufzeiten von eins bis drei Jahren (WKN A0HGFC). Jedoch steigen bei ETFs mit Unternehmensanleihen Anleger ein, etwa in den Lyxor Corporate Bonds (WKN LYX0EE), der in Euro denominierte Unternehmensanleihen enthält.

Interesse an Rohstoffen wächst

Laut Salaorno positionieren sich Anleger nun auch wieder verstärkt in Rohstoffen über den Lyxor ETF Commodities (WKN A0JC8F). Der zugrunde liegende Index Reuters/Jeffries CRB Total Return deckt 19 Rohstoffe ab von Öl über Metalle hin zu landwirtschaftlichen Produkten.

© 16. Juni 2009/Dorothee Liebing
Dieser Beitrag ist dem Fonds-Newsletter der Börse Frankfurt entnommen.

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