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ETFs: Hauptsache Aktien

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Neue Höchstmarken an den Börsen sorgen für eine ansehnliche Nachfrage nach Aktien-ETFs. Gefragt sind Unternehmen aus dem Euroraum, den Emerging Markets und Japan.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit der Aussicht auf eine mögliche Entschärfung im US-Haushaltsdebakel steigt das Anlegervertrauen in die Aktienmärkte. Europäische Börsen reagieren mit Kursgewinnen, der deutsche Bluechip-Index knackt sein bisheriges Rekordhoch von 7.770 Punkten vom 19. September. Auch der MDAX markiert mit 15.427 Zählern ein neues Allzeithoch und der EuroStoxx 50 legt am Morgen um 0,51 Prozent auf 2.992 Punkte zu.

Am ETF-Markt macht sich entsprechend Erleichterung bemerkbar. „Wir haben spürbar mehr Volumen mit einem klaren Kaufüberhang“, berichtet Aysun Cifci von der DekaBank. Im Vordergrund stünden Aktien-ETFs, die an europäische Bluechip-Indizes gekoppelt sind, Anleihen spielten eine untergeordnete Rolle. „Alle DAX-Varianten stehen beispielsweise auf den Einkaufslisten.“

Geschäftiger als in der Vorwoche, dennoch unterdurchschnittlich: so beschreibt Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) den ETF-Handel. Mit rund 9.600 Trades gebe es immer noch Luft nach oben, im Jahresschnitt läge die Anzahl der Transaktionen deutlich über 10.000 pro Woche. 85 Prozent der Umsätze gingen auf das Konto Aktien-ETFs. „In Aktien spielt derzeit die Musik.“

Von einem anziehenden ETF-Handel ohne eindeutige Tendenz berichtet Jörg Sengfelder von Flow Traders. „Auffallend ist ein starkes Interesse an DAX- und EuroStoxx 50-ETFs in beide Richtungen.“

Europa im Mittelpunkt

Händler sind sich einig: ETF-Anleger konzentrieren sich auf europäische Werte. Cifci spricht von fast ausschließlich Käufen etwa in DAX-ETFs (WKNs ETFL01, 593393) und EuroStoxx 50 (WKNs 593395, ETFL02). Deutsche Dividendenwerte beispielsweise im DAXplus Maximum Dividend (WKN ETFL23) kämen gut an. Auf dividendenstarke Werte setzen auch die überwiegenden Käufer von Indexfonds, die an den DivDAX gekoppelt sind (WKN 263527), wie Sengfelder beobachtet.

US-Unternehmen fliegen raus

„Raus aus den USA, rein in Europa scheint die derzeitige Devise der Investoren“, bestätigt Mohr. Mit 62 Prozent überwögen bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) über alle Anlageklassen hinweg eindeutig die Käufe. Anders sieht dies den Händlers zufolge für US-Werte aus, die stark abgestoßen würden. Aus den Depot raus kämen etwa Tracker des MSCI USA, des S&P 500 (WKN 264388) und des Russel 2000 (WKN DBX1AB).

Unternehmen europäische Krisenländer punkten

Als Indiz steigender Zuversicht wertet Mohr das zurückgekehrte Interesse an den Aktien der europäischen Peripherie. Italienische (WKN A0YEDP), portugiesische (WKN ETF047) und griechische Unternehmen (WKN LYXOAG) landeten vermehrt in den Anlegerdepots. „Üblicherweise findet man diese Werte weiter hinten in den Umsatzstatistiken.“ Südeuropa rückt auch bei Flow Traders‘ Kunden stärker in den Fokus. Nennenswerte Zuflüsse gebe es etwa in ETFs. die den griechischen Leitindex Athex 20 (WKN LYX0BF) und den italienischen MIB (WKN DBX1MB) abbilden.

Schwellenländerwerte beliebt

Daneben fließen Mittel Richtung Schwellenländer. ETFs mit Aktien im MSCI EM Asia (WKN DBX1MA), im MSCI Emerging Markets Index (WKN DBX1EM) und im MSCI Far East ex-Japan (WKN A0HGZS) führt Sengfelder auf der Habenseite. Bei Tracker von Indizes einzelner Länder nennt der Händler den MSCI Russia Capped (WKN DBX1RC). „Hier fließen zwar nicht die ganz großen Summen, es wird aber eindeutig nachgefragt.“ Tendenziell abwenden würden sich Investoren von Indizes einiger anderer Länder wie dem MSCI Indonesia (WKN DBX0EU) und dem chinesischen CSI 300 (WKN DBX0M2).

Japanische Unternehmen

Viel Bewegung auf der Kaufseite macht Sengfelder überdies in Tracker japanischer Indizes aus. Eindeutigen Zuspruch gebe es für ETFs mit Aktien im MSCI Japan (WKNs DBX1MJ, A0DPMW) und im MSCI Japan EUR Hedged (WKN A1H53P).

Banken gesucht

Von den Sektoren sind einmal mehr Banken-ETFs Hauptthema bei der Commerzbank, die überwiegen gesucht würden. „Knapp 30 Prozent unserer Umsätze bei den Sektor-ETFs fallen auf die Finanzwerte“, berichtet Mohr. Vom Gesundheitssektor (WKN A0RPR7) und von der Lebensmittelbranche (WKN AoH08H) verabschiedeten sich Investoren Sengfelder zufolge in Summe.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 15. Oktober 2013

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.