Start ETF-Marktbericht Hausse beflügelt Nachfrage nach Aktien-ETFs

Hausse beflügelt Nachfrage nach Aktien-ETFs

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Boerse Frankfurt
Das Parket der Börse Frankfurt. Handelsplatz für Aktien und ETFs in Deutschland.

Mit Zukäufen bei Bluechip ETFs auf DAX und Co. wollen Investoren am Aufschwung an den Aktienmärkten partizipieren. Sorgen um stabile Preise stützen aber auch die Nachfrage nach inflationsgeschützten Rentenfonds.

Die zuletzt kräftigen Kurssteigerungen an den Aktienmärkten weltweit hinterlassen auch bei den börsengehandelten Indexfonds ihre Spuren: Offenbar wollen nun immer mehr Anleger auf den Zug aufspringen und decken sich mit ETFs auf die beiden Leitindizes DAX und DJ Euro Stoxx 50 in.

Sehr gut liefen der iSharesDAX (DE) (WKN 593393) und der iShares DJ EuroStoxx 50 (593395). Auch Eric Wiegand von der Deutschen Bank berichtet von starker Nachfrage nach ETFs auf die breiten Marktindizes der Industrieländer, zu den umsatzstärksten Produkten aus seinem Haus gehörten in der vergangenen Woche der db x-trackers DJ Euro Stoxx 50 (DBX1EU) und der db x-trackers DAX (DBX1DA). Entsprechend waren bei den Short-Produkten, mit denen auf fallende Indizes gesetzt werden kann, eher Verkäufe zu beobachten: Anleger trennten sich etwa vom db x-trackers Short DAX-ETF (DBX1DS) und vom db x-trackers DJ Euro Stoxx 50 Short-ETF(DBX1SS).

ETFs auf kurz laufende Staatsanleihen als Parkplatz

Doch gibt es immer noch Investoren, die lieber noch etwas abwarten wollen. Die entscheiden sich derzeit vermehrt für ETFs auf kurz laufende Staatsanleihen, wie Mark Schoenbrodt von der DekaBank erklärt. „Die Anleger wollen ihr Geld hier parken“, meint er. Davon profitiere zum Beispiel der ETFlab Deutsche Börse Eurogov© Germany 1-3 (ETFL18), der laut Schoenbrodt vielfach gesucht wurde. Interesse an Kurzläufern beobachtet auch Wiegand: Etwa seien der db x-trackers II iBoxx € Sovereigns Eurozone 1-3 (DBX0AD) und der db x-trackers II iBoxx € Sovereigns Eurozone 3-5 (DBX0AE) gut weggegangen. Die beiden Produkte bilden europäische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von bis zu drei bzw. fünf Jahren ab. Bei den Langläufern unter den Staatsanleihen hielten sich Käufe und Verkäufe hingegen die Waage, wie Schoenbrodt und Wiegand einhellig beobachten.

Angst vor Preissteigerungen sorgt für Boom bei Inflationslinkern

Der Konjunkturoptimismus wächst zwar, doch sorgen sich Anleger angesichts der horrenden Staatsverschuldung der USA und einiger europäischer Länder aber auch vor dem Gespenst Inflation. „Wir sehen derzeit ein großes Interesse an ETFs auf Inflationslinker“, berichtet Wiegand, etwa seien der db x-trackers II iBoxx Inflation-Linked TR Index-ETF (DBX0AM) und der db x-trackers II iBoxx Global Inflation-Linked TR Index Hedged-ETF (DBX0AL) aktuell sehr begehrt.

Daneben findet laut Wiegand auch der db x-trackers II Short iBoxx € Sovereigns Eurozone TR Index-ETF (DBX0AW) zahlreiche Käufer. „Mit diesem Produkt, der alle Laufzeiten abdeckt, setzen Investoren auf eine Verschiebung der Zinsstrukturkurve nach oben“, erläutert er.

BRIC-Länder nach wie vor gefragt

Unverändert brummt der Absatz bei ETFs auf Schwellenländer, wie auch Tim Miller von der Société Générale bestätigt. Dabei favorisieren Anleger meist Produkte auf den breiten MSCI Emerging Markets, aber auch einzelne Länder bleiben gefragt, vor allem die BRIC-Länder, d.h. Brasilien, Russland, Indien und China. „Es gibt aber auch Gewinnmitnahmen und Umschichtungen bei den Schwellenländern“, räumt Miller ein. Etwa verabschiedeten sich Investoren aus Russland und der Türkei und setzten stattdessen auf Indien. Was einzelne Länder außerhalb der Emerging Markets angeht, sieht die Deutsche Bank den Fokus auf Korea und Japan.

Kein einheitlicher Trend bei Grundstoffen

Bei den Branchen ergibt sich ein gemischtes Bild: Schoenbrodt berichtet von Verkäufen bei den Basic Resources, den Roh- und Grundstoffen. Etwa werde der ETF iShares DJ Stoxx 600 Basic Resources (634472) derzeit vor allem abgegeben. Nachdem die Preise vieler Rohstoffe in den ersten Monaten dieses Jahres zweistellig gestiegen sind, befürchten zahlreiche Anleger nun ein Ende des Booms. Die Deutsche Bank spricht allerdings von Verkäufen und Käufen: Der db x-trackers DJ Stoxx 600 Basic Resources (DBX1SB) sei durchaus noch nachgefragt, weiß Wiegand. Der ETF hat seit März eine rasante Rallye hingelegt und in den vergangenen drei Monaten satte 54 Prozent zugelegt.

Weiter raus aus Banken

An einen weiteren Kursanstieg bei den Banken glauben Anleger aber offenbar nicht: Bei ETFs auf die Finanzinstitute gibt es laut Schoenbrodt vor allem Verkäufe, zum Beispiel beim iShares DJ Euro Stoxx Banks (628930). Bei Short-Produkten auf Banken werde hingegen zugegriffen, etwa beim Short-Banks (DBX1AH), ergänzt die Deutsche Bank.

Andere Branchen machen hingegen Hoffnung, etwa die Technologiebranche: Mark Schoenbrodt zufolge findet zum Beispiel der iShares DJ Euro Stoxx Technology (628932), der europäische Technologieaktien abbildet, großen Zulauf. Hier lag das Kursplus in den vergangenen drei Monaten bei immerhin 37 Prozent.

© 2. Juni 2009/Anna-Maria Borse
Dieser Beitrag ist dem Fonds-Newsletter der Börse Frankfurt entnommen.