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ETFs: Im Bann der Krimkrise

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Der Krimkonflikt macht auch ETF-Anleger nervös, viele nehmen lieber Gewinne mit. Besonders Euro Stoxx 50-Tracker werden verkauft.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Sorgen um eine Eskalation in der Ukraine wirken sich auch im ETF-Handel aus: Bereits in der Vorwoche trennten sich immer mehr Anleger von ihren Aktien-Indexfonds, gestern verschärfte sich der Trend. Die Umsätze im ETF-Handel, ohnehin hoch in diesem Jahr, schossen nochmals nach oben.

„Am gestrigen Montag war deutlich mehr los“, erklärt etwa Jörg Sengfelder von Flow Traders. „Von Panik konnte aber keine Rede sein.“ Es habe schon viele Verkäufe gegeben, heute seien allerdings schon wieder viele Käufer unterwegs. Auch laut Sascha Cronemeyer von der Commerzbank ( Zum Testbericht) hielten sich Abflüsse im Rahmen. „Kurzfristig orientierte Trader waren natürlich sehr aktiv, es gab aber keinen Ausverkauf.“ Aysun Cifci von der DekaBank spricht allerdings von „massiven Abgaben“, vor allem in Euro Stoxx-Trackern.

Investoren flüchteten am gestrigen Montag in Scharen aus russischen und ukrainischen Unternehment, der Moskauer Aktienmarkt brach um mehr als zehn Prozent ein, die Währungen beider Länder fielen auf Rekordtiefs. DAX und Euro Stoxx 50 rutschten um über 3 Prozent ab. Aktuell sieht es nach Entspannung aus, der DAX notiert ab Dienstagmittag wieder deutlich im Plus.

Flucht aus russischen Aktien

Speziell von russischen Aktien wollten Anleger zum Wochenauftakt nichts mehr wissen. Flow Traders meldet deutliche Abgaben im db x-trackers MSCI Russia Capped (WKN DBX1RC). Der verlor am gestrigen Montag fast 12 Prozent, hat sich inzwischen aber schon wieder etwas erholt.

Allerdings: Für die meisten ETF-Anleger spielen russische – und erst recht ukrainische – Aktien keine Rolle. Unter den umsatzstärkeren Indexfonds litten vor allem Euro Stoxx 50- und Stoxx 600-Tracker (WKNs 263530, 593395, ETFL02). In DAX-Indexfonds hielten sich den Händlern zufolge Zu- und Abflüsse die Waage, nur vom ausschüttenden DAX-ETF der DekaBank (WKN ETFL06) verabschiedeten sich Investoren meist. Sowohl bei Flow Traders als auch bei der DekaBank blieb außerdem die zweite Reihe gefragt, zum Beispiel in Form des MDAX- (WKN 593392) und des iShares Stoxx Europe Small 200-ETFs (WKN A0D8QZ).

Aktien aus der Schweiz punkten

„Anleger tauschten britische in schweizerische Aktien“, bemerkt Cronemeyer. Gekauft wurde etwa der MSCI Switzerland (WKN A0REJV), verkauft der MSCI UK (WKNs A0REJR, A0YEDT) – häufig auch in der währungsgesicherten Version (WKN A1W3AF). „Der MSCI UK war bei uns der meist verkaufte ETF, das ist schon sehr ungewöhnlich.“

Unterdessen setzen sich die Abflüsse aus den Emerging Markets fort – allerdings in verminderter Stärke. Flow Traders zufolge trennen sich Anleger etwa von marktbreiten MSCI Emerging Markets-ETFs (WKNs A0HGZT, LYX0BX) und Indexfonds mit regionalem Schwerpunkt wie dem db x-trackers MSCI Mexico (WKN DBX0ES) oder dem iShares MSCI AC Far East ex-Japan (WKN A0HGZS).

Anleihen: lieber kurz als lang

Im Handel mit Renten-ETFs zeigt sich, dass sich Anleger aufgrund der Unruhen an den Märkten derzeit nicht lange binden wollen: Wie die Market Maker feststellen, werden lang laufende Anleihen abgestoßen (WKNs DBX0AG, DBX0AF, 628946) und stattdessen auf kurz laufende (WKNs A0J21A, A0HGFC) gesetzt. Ebenfalls auf den Verkaufslisten stehen Sengfelder zufolge hochverzinsliche Unternehmens- (WKN A1C8QT) und Staatsanleihen (WKN A0RFFT). „Allerdings ist hier der Druck ein wenig raus.“ Den europäischen Peripherieländern kann der Krimkonflikt übrigens nichts mehr anhaben: Anleger positionieren sich laut Sengfelder wieder in italienischen Staatsanleihen, etwa mit dem iShares Italy Government Bond (WKN A1J0BF).

von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG, 4. März 2014

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