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ETFs: Käufer kommen wieder

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Wachsende konjunkturelle Zuversicht in den USA und abflauende Sorgen um die Finanzsituation in Europas Peripheriestaaten entspannen den Markt. Anleger konzentrieren sich mehr auf Bluechip- als auf Sektoren-ETFs.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Woche im Handel mit Indexfonds steht unter guten Vorzeichen. „Der aufkeimende Konjunkturoptimismus in den USA und sinkende Sorgen bezüglich der europäischen Schuldenkrise brachte den Aktienmärkten eine mehrheitlich positive Woche“, erzählt Florian Perini von Flow Traders. Die Erhöhung des Diskontsatzes in den USA werde als Zeichen interpretiert, dass sich die US-amerikanische Wirtschaft auf dem Wege der Besserung befinde. Zur entspannten Stimmung habe auch beigetragen, dass in der aktuellen Berichtssaison 70 Prozent der US-Firmen die Erwartungen der Analysten übertroffen hätten.

So melden die Market Maker eindeutig einen Überhang an Käufern – querbeet in allen Bluechip-Indizes. Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) wird genauer: 56 Prozent Käufer standen 44 Prozent Verkäufer gegenüber. ETFs auf DAX (WKNs 593393, ETFL01, LYX0AC, ETF001, DBX1DA) sind ebenso gefragt wie auf den DJ Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, DBX1EU, 935927). Der marktbreitere DJ Stoxx 600 findet Interesse über den ETF vom Emittenten Comstage (WKN ETF060). Gregor Hamme von der Unicredit Group allerdings sieht in ETFs auf den DJ Euro Stoxx 50 in seinen Büchern eher Verkäufer. Es sei ein gemischtes Bild, das man hier betrachten könne, fasst er zusammen

Großbritannien ist am Zug

Anleger setzen auf Aktien des krisengeschüttelten Großbritanniens und kaufen den ETF von db x-trackers auf den britischen FTSE 100 (WKN DBX1F1). Allerdings beobachtet Perini kräftige Abgaben bei ETFs auf britische Staatsanleihen. „ETFs auf britische Guilts (Schuldverschreibungen) sind in Deutschland zwar nicht notiert, aber die Tendenz dahinter ist klar. Die Sorgen wachsen, dass das hoch verschuldete Land die Schulden vielleicht nicht mehr bedienen kann“, vermutet der Market Maker hinter den Verkäufen.

USA mischt vorne mit

US-amerikanische Aktien stehen in der Käufergunst relativ weit oben. Gekauft wurden ETFs auf den Dow Jones Industrial Average (WKN 541779), auf den S&P 500 (WKN 264388) und den MSCI USA (WKN DBX1MU). Aber auch zu Japan entwickeln Anleger wieder eine Beziehung. Gekauft werden der iShares MSCI Japan Fund (WKN A0DPMW) oder der Comstage ETF Nikkei 225 (WKN ETF020).

Emerging Markets: Die Käufer kehren zurück

Mit der wachsenden Zuversicht würden auch wieder Käufer in den Emerging Market-ETFs auftauchen, meldet Stefano Valenti, Market Maker bei der Unicredit Group, nach ruhigen Wochen zuvor, in denen es weder Käufer noch Verkäufer gegeben hätte. Allerdings seien die Umsätze nicht besonders hoch. Gekauft wurden ETFs auf marktbreite Indizes (WKN DBX1EM, A0HGZT, LYX0BX). Es lassen jedoch auch gezielte Griffe beobachten: Hier steht Investoren der Sinn vor allem nach ETFs mit Aktien der BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China in einem Korb (WKN A0MSAE) oder auch einzeln in ETFs mit brasilianischen (WKNs A0HG2M, LYX0BE), indischen (WKN LYX0BA) oder russischen Unternehmen (WKN LY0AF). Bei Tracker von chinesischen Indizes nennen die Spezialisten den Lyxor ETF Hongkong HSI (WKN LYX0A7) und den iShares FTSE/Xinhua China 25 (WKN A0DPMY). Und wem einzelne Länder zu wenig sind, setzt auf die ganze Welt (WKN LY0AG).

Relative Ruhe in Sektoren-ETFs

Investoren konzentrieren sich eindeutig auf Leitindizes, in denen sie Musik erwarten. Um Sektoren-Indizes ist es eher still. Es gibt zwar durchaus einzelne Käufe: So sieht Hamme eine große Order in dem Lyxor Media (WKN LYX0AU) und Perini beobachtet Abgaben im Bereich Healthcare (WKN LYX0AS). Die meisten Umsätze würden sich auf ETFs mit Werten aus dem Bereich Grundstoffe konzentrieren. „In Grundstoff-ETFs quer durch alle Anbieter gab es größere Umsätze mit einem leichten Kaufüberhang (WKNs A0RPR2, 634472). ETFs zu Immobilien- (WKN A0HG2Q) oder Infrastrukturaktien (WKN A0ND6Q) werden abgegeben. Im Bankensektor, so melden die Spezialisten von der Deutschen Bank, rechnen Anleger mit fallenden Kursen und setzen auf den Short-ETF (WKN DBX1AH).

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. © Dorothee Liebing

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