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ETFs: Nachzügler gesucht

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Die erfreuliche Marktentwicklung der vergangenen Wochen führt zu gemischten Reaktionen bei Anlegern. So beobachten die Market Maker im ETF-Handel jede Richtung: Gewinnmitnahmen von kleinen bis großen Orders, Neueinstiege ebenso wie den Versuch der Nachzügler, die der Marktbewegung hinterherhinken, über Sektoren-, Small und Midcap-ETFs noch Performance einzusammeln.

Die vergangenen Tage sind von Hochständen in den Indizes weltweit geprägt, hervorgerufen durch gute Wirtschaftszahlen aus USA und China. In dieser Woche erreichten DAX, DJ Euro Stoxx 50 oder der US-amerikanische Dow Jones Industrial einen Zuwachs zwischen 2 und 3 Prozent.

„Wir beobachten einen gelassenen, ausgeglichenen Handel“, beschreibt Bernardus Roelofs von Flow Traders den Markt. Es gäbe durchaus Teilgewinnmitnahmen, aber keine großen Abgaben. Auch Marco Salaorno von der Société Générale berichtet von einem ausgeglichenen Handel mit ETFs zu Standardindizes. Während die Indextracker auf den DJ Euro Stoxx 50 verkauft werden, steigen einige Marktteilnehmer in den breiten DJ Stoxx 600-ETF von iShares ein (WKN 263530). Zudem kann er einen Hang zu Value-Ansätzen bei Anlegern ausmachen. ETFs, die eine Dividendenstrategie verfolgen, werden gekauft, wie der Lyxor ETF DJ Stoxx 30 Select Dividend (WKN LYX0BB).

Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Unternehmensgewinne wieder anziehen werden. „Die Schätzungen der Analysten zu den erwarteten Unternehmensgewinnen in den USA fallen seit einigen Monaten wieder höher aus“, erläutert Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Diese guten Zahlen haben die Anleger wieder vermehrt zu Aktien-ETFs greifen lassen.

Überwiegend Käufer sieht auch Mark Schönbrodt von der Deka Bank: „Im gesamten Handelsvolumen haben wir etwa doppelt so viele Käufer als Verkäufer.“ Mit unter den Spitzenreitern sei der ETFlab DAX (WKN ETFL01).

Ein ganz anderes Bild zeichnet Bastian Ohta von der Unicredit Group: „Im Bluechip-Bereich verkaufen die Investoren großzügig. Wir müssen ETF-Anteile an die Fondsgesellschaften zurückgeben.“ Allerdings würden Smallcap-ETFs, wie der iShares DJ Stoxx Small 200 ETF (WKN A0D8QZ) gekauft.“ Man möchte die Nachzügler noch erwischen“, meint Ohta. Auch Roelofs sieht Interesse an Small- und Midcap-ETFs.

ETFs auf Finanztitel haben ausgedient

In den Sektoren zeigt sich ein vielfältiges Handelsverhalten. Zwar bemerken einige Market Maker im ETF-Handel einheitlich Verkäufe von Finanzaktien, d.h. ETFs mit Banken- und Versicherungswerten werden abgegeben (WKNs DBX1SF, 628930 und 628934). Auch ein Real Estate-Portfolio steht auf der Verkaufsliste. „Die sind sehr gut gelaufen, da nehmen Anleger ihre Gewinne mit“, vermutet Otha. Auf der Verkaufsliste stehen auch Grundstoff-ETFs (WKN LYX0AX). Gefragte Sektoren sind im Moment Telekommunikation (WKN LYX0A1), Bauindustrie (WKN LYX0AZ) oder Medien (WKN LYX0AU). Interesse besteht auch an Energierohstoffen, der Lyxor ETF DJ Stoxx 600 Oil and Gas ETF (WKN LYX0A9) findet Abnehmer.

Schwellenländer-ETFs für Nachzügler

Einige Anleger weichen also in Nischen aus – neben gezielt ausgesuchten Sektoren sind das Schwellenländer. So beobachten eine Market Maker Glauben an asiatische Marktentwicklung mit Engagements in den Lyxor ETF China Enterprise (HSCEI) (WKN A0F5BW) oder den Lyxor ETF Hongkong (WKN LYX0A7). Auch Lateinamerika-ETFs sind gefragt – sowohl in einer breiten Ausrichtunng über den dbx-trackers Lateinamerika (WKN DBX1ML) als auch in einer gezielten Länderauswahl. Hier hat es den Investoren vor allem Brasilien angetan (WKN LYX0BE).

Wenig beliebt scheinen dagegen russische Aktien (WKN LYX0AF) und südafrikanische mit dem Lyxor ETF South Africa (WKN LYX0BY).

Renten-ETFs werden verkauft

Ruhig zeigen sich die Investoren auf der Seite der Renten-ETFs. Laut Roelofs werden kürzere Laufzeiten-ETFs eher abgegeben. Schönbrodt berichtet, dass Investoren auch im fünf- bis zehnjährigen Bereich (WKN DBX0AG) verkaufen.

© 15. September 2009/ Dorothee Liebing

Dieser Marktbericht ist den Deutsche Börse Fondsnewsletter entnommen.

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