Start ETF-Marktbericht ETFs: Nichts ist so sicher wie die Unsicherheit

ETFs: Nichts ist so sicher wie die Unsicherheit

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Einige Unsicherheiten schweben über den Märkten und lassen sich die Investoren Zurückhaltung üben.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wenn Anleger denn wüssten, wohin die Wirtschaft dreht, wäre die Frage nach den geeigneten Investments einfach zu beantworten. In den Indizes spiegelt sich diese Unsicherheit wider. Der DAX® korrigierte in den vergangenen fünf Handelstagen kräftig, befindet sich aber bereits wieder auf Erholungskurs. Die US-amerikanischen und europäischen Indizes zeigen das gleiche Bild. „In der Korrekturphase Mitte und Ende der vergangenen Woche haben Investoren verkauft. Die niedrigen Kurse werden jedoch wieder zum Einstieg genutzt“, beschreibt Bernardus Roelofs von Flow Traders die Situation. Auch Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) beobachtet ähnliches: „Wir sehen Verkäufe in den großen Indizes, allerdings unter Zurückhaltung. Es herrscht kein Abgabedruck. Es gibt durchaus Investoren, die zugreifen, wenn Indizes nachgeben.“

So halten sich – je nach Bewegung im zugrunde liegenden Index – Verkäufe und Käufe die Waage, z. B. bei ETFs auf den DAX (WKNs ETF001, 593393, DBX1DA), den DJ Euro Stoxx 50 (WKNs ETFL02, 593395, DBX1EU, 798328), den marktbreiteren DJ Stoxx 600 (WKN 263530) oder den MSCI Europe (WKNs A0JDGC, ETFL28, DBX1ME).

Die Unsicherheiten, die über den Märkten schweben, scheinen noch zu groß. Da ist zum einen die angespannte Finanzlage Griechenlands. „Die Situation hat sich jedoch etwas entspannt. Das Signal aus der Europäischen Union, Griechenland im schlimmsten Fall zu unterstützen, hat geholfen“, erläutert Roelofs. Die Schuldenkrise erlaube es nicht, die Währungsunion aufs Spiel zu setzen.

Nachfrage nach USA-ETFs durchwachsen

„Die aktuellen US-Konjunkturzahlen zeigen, dass die US-Wirtschaft so schnell gewachsen ist, wie die vergangenen sechs Jahre nicht mehr“, erzählt Roelofs. Doch dies habe nicht ausgereicht, um den Leitindex am vergangenen Freitag positiv zu halten. „Die Investoren bleiben unsicher, wie sich die Wirtschaft in 2010 entwickelt, speziell im Hinblick auf die uneinheitlichen Quartalszahlen der Unternehmen.“ Auch in ETFs auf den marktbreiten S&P 500 waren eher Verkäufe zu beobachten (WKN A0YBR6, 264388), ebenso wie in einem ETF auf den MSCI USA (WKN A0X8SA, A0JMFG, DBX1MU) oder einem ETF auf den MSCI World (WKN DBX1MW).

Unsicherheit bei Banken

Offen und damit ein Unsicherheitsfaktor sei auch noch die Regulierung des Bankensektors. „Es ist noch völlig undurchsichtig, was da kommen und inwieweit Europa den US-amerikanischen Weg, der ja auch noch nicht klar ist, nachvollziehen wird“, erklärt Mohr. Dementsprechend haben sich Anleger vorerst aus Banken-ETFs verabschiedet (WKNs LYX0AP, 628930).

Chemiewerte unbeliebt

Gregor Hamme von der Unicredit Group beobachtet, dass ETFs mit Chemieaktien (WKN A0D8Q8 und 634473) verkauft werden. Einen speziellen Grund kann der Spezialist nicht ausmachen. Ebenso werden ETFs auf die Sektorindizes Basic Ressources (WKN 634476) oder Öl und Gas (WKNs 634476, LYX0A9) verkauft. Stattdessen steigen einige Investoren in die Einzelhandelsbranche ein (WKN 628944). Alternativen finden sie auch im Sektoren-ETF mit Reise- und Freizeitunternehmen (WKN 634475).

Gezielte Länderwahl

Solange große Ideen ausbleiben, setzen einige Anleger gezielt auf bestimmte Länder. Indexfonds mit russischen (WKN LYX0AF) und türkischen Aktien (WKN A0LGQN) werden gekauft, während brasilianische Werte sowohl abstoßen als auch anziehen (WKN LYX0BE, A0HG2M). Breit ausrichten möchte sich dagegen niemand, ETFs mit Werten aus mehreren Schwellenländern (WKN DBX1EM, A0NA0K, DBX1ML) werden eher verkauft.

Rechtzeitig gerüstet

Die Dividendenausschüttungen stehen vor der Tür. Das ist Grund genug für einige Anleger, sich hier rechtzeitig zu positionieren. Sie kaufen einen Tracker zum DivDAX (WKN 263527) oder zum DJ Eurostoxx Select Dividend (WKN ETF051).

Die Alternativen

Laut Eric Wiegand von der Deutschen Bank sind Hedge-Fonds wie schon in der vergangenen Woche beliebt (WKN DBX1A8).

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. © Dorothee Liebing

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