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Anleger positionieren sich weiterhin in japanischen Unternehmen, und auch ETFs mit Aktien einzelner Schwellenländer wie Korea kommen gut an. In Europa geht es in die Breite.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Trotz schwächerer Woche am deutschen Aktienmarkt gibt es für ETF-Händler alle Hände voll zu tun. „Anleger sind weiterhin sehr aktiv“, meldet Sascha Cronemeyer von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Mit rund 26.000 Trades bewege sich das Volumen auf dem hohen Niveau der Vorwochen. „Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen mit 52 Prozent knapp die Zuflüsse, wobei der Aktienanteil mit 75 Prozent nicht mehr ganz so hoch liegt wie in den vergangenen Monaten.“

Noch Luft im japanischen Aktienmarkt

„Sowohl im Bereich der Renten-ETFs als auch im Aktiensegment stimmen die Umsätze“, berichtet auch Jörg Sengfelder von Flow Traders. In der zweiten Woche nach der jüngsten monetären Lockerungsaktion der Bank of Japan stünden japanische Unternehmen etwa im MSCI Japan (WKN A0DPMW), Nikkei 225 (WKN A0YEDQ) und MSCI Euro Hedged (WKN A1H53P) nach wie vor im Vordergrund. Auch der in Euro konvertierte Indexfonds auf den Topix (WKN A0ESMK) belege einen vorderen Rang in der Kaufstatistik. Nach einer Ausweitung der Geldbasis auf rund 80 Billionen Yen pro Jahr durch die Zentralbank erwarteten Investoren offenbar weitere Kurssteigerungen am japanischen Aktienmarkt. Marco Salaorno unterstreicht die hohe Nachfrage nach ETFs auf japanische Indizes und nennt zusätzlich den gehebelten Topix-ETF (WKN LYX0NY) als besonders gefragt. „Insgesamt hatten wir eine Mischung aus Gewinnmitnahmen und Neuengagements“, beobachtet der ETF-Spezialist von der Société Générale.

Die Breite zieht

Ein gemischtes Bild zeichnen die Händler von Portfolios mit europäischen Unternehmen. „Bei uns kamen Euro Stoxx 50- (WKNs 593395, 935927, DBX1ET) und DAX-Werte (WKNs 593393, ETFL01, ETF001) in Summe aus den Depots raus“, erwähnt Sengfelder. Stattdessen wendeten sich Anleger per Saldo hin zu den breiter aufgestellten Stoxx 600- (WKN 263530) und MSCI Europe-ETFs (WKN A0RPWH).
Commerzbank ( Zum Testbericht)-Kunden legten sich zudem MSCI World- (WKN A0X8ZX) und S&P 500-Tracker verstärkt ins Depot. Als eher ungewöhnlich beschreibt Cronemeyer die relativ hohe Nachfrage nach dem S&P 500 Low Volatility-Fonds (WKN A1J3PA), der große US-Unternehmen enthält, die in der Vergangenheit eine geringe Volatilität aufwiesen. „Auf beiden Seiten rege gehandelt wurden DAX– und Euro Stoxx 50-ETFs.“ ShortDAX-Tracker (WKN ETF004) würden je nach Marktlage gekauft oder verkauft.

Abkehr von Brasilien

Von einer unterdurchschnittlichen Handelswoche spricht Salaorno mit Blick auf Schwellenländer-ETFs. Auffallend sei allerdings die Abkehr von Portfolios, die an brasilianische Indizes wie dem MSCI Brazil (WKN A0HG2M) gekoppelt sind. Vereinzelt kämen Aktienkörbe mit asiatischen und chinesischen Unternehmen (WKN A0F5BW) zum Zuge. Zu den umsatzstärkeren ETFs auf der Kaufseite gehören bei Flow Traders Portfolios mit koreanischen Werten etwa dem MSCI Korea (WKN DBX1K2). Ebenso punkteten MSCI Asia Pacific ex Japan- (WKN LYX0AB) und MSCI Indonesia-Aktien (WKN LYX0ME).

Kein einheitliches Bild

Im Bereich der Branchen-ETFs greifen Investoren Cronemeyer zufolge bevorzugt zu Immobilien (WKN A0Q4R4). „Mit einem Anteil von 86 Prozent überwiegen in diesem Segment deutlich die Käufe.“ Unternehmen aus der Automobilbranche beispielsweise im Stoxx Europe 600 Automobile & Parts (WKN LYX0AN) kämen in Summe aus den Depots raus. Ebenso würden ETFs, die den Gesundheitssektor (WKN 628933) abbilden, im Verhältnis 67 zu 33 Prozent abgestoßen. Sengfelder meldet die überwiegende Abkehr von der Finanzindustrie. Anleger trennten sich zum Beispiel meist von Euro Stoxx Banks-ETFs (WKN 628930). Health Care Aktien (WKN A0Q4R3) sind bei Flow Traders‘ Kunden hingegen gefragt.

Die Rendite muss stimmen

Im Handel mit Renten-ETFs macht Sengfelder eine Vorliebe für Unternehmensanleihen aus. Etwa stünde der iShares Euro Corporate Bond Large Cap (WKN 251124) mit 40 Unternehmen mit solider Bonität bei Investoren auf den Einkaufslisten. Die Zusammensetzung des Fonds werde quartalsweise überprüft und falls nötig angepasst. Firmen im Barclays Capital Euro Corporate ex-Financials Bond Index (WKN A0YEEX) überzeugten ebenfalls. Abgestoßen würden Tracker des iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Yield Plus 1-3 Index (WKN DBX0K7), der auf Euro lautende Schuldverschreibungen mit einer Restlaufzeit zwischen einem und drei Jahren aus den fünf Euro-Staaten mit der höchsten Anleiherendite enthält. Hin und her gehe es mit Bundesanleihen im eb.rexx Government Germany (WKN 628946), der die 25 größten und liquidesten deutschen Staatsanleihen gewichtet nach Marktkapitalisierung umfasst.

Amerikanische Treasuries (WKN A0LGP4) sind laut Cronemeyer bei den Commerzbank-Kunden gefragt. Gleichzeitig würden Covered Bonds (WKN ETFL35) und klassische Pfandbriefe (WKN 623526) tendenziell zurückgegeben.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 11. November 2014

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.