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ETFs: Schön machen zum Jahresende

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Es ist, trotz nahender Feiertage, immer noch richtig viel los im ETF-Handel. Anleger konzentrieren sich weiter auf Industrieländer, mal wird gekauft, mal verkauft.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Gute Umsätze ohne klare Richtung – so kann man den aktuellen Trend im ETF-Handel zusammenfassen. „Von vorweihnachtlicher Ruhe kann keine Rede sein, wir hatten vergangene Woche 13.000 Trades“, erklärt Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Profis seien mit „window dressing“ beschäftigt, der optischen Gestaltung des Portfolios vor dem Jahresende. Dabei fehlten eindeutige Trends.

Marco Salaorno von der Société Générale meldet für die vergangene Woche hingegen einen deutlichen Verkaufsüberhang. „Das waren wohl letzte Gewinnmitnahmen.“ Diese Woche sehe es aber bereits wieder anders aus. „Vergangene Woche wurde mehrheitlich abgegeben“, kommentiert Florian Perini von Flow Traders. „Käufe gab es dann erst ab dieser Woche wieder.“ Laut Aysun Cifci von der DekaBank nutzen viele Kunden die niedrigeren Kurse hingegen für einen Einstieg. „Besonders im Euro Stoxx 50 hatten wir hohe Zuflüsse.“

Für das neue Jahr zeigen sich die meisten ETF-Anleger laut Mohr im Übrigen optimistisch: „Es wird mit weiter steigenden Kursen gerechnet, allerdings auch mit höheren Schwankungen.“

Der DAX hatte vergangene Woche 1,8 Prozent verloren und war fast wieder unter die 9.000 Punkte-Marke gerutscht, am gestrigen Montag gab es dank guter Konjunkturdaten aus Europa allerdings eine kräftige Gegenbewegung. Am Dienstagmittag notiert der Index bei 9.138 Punkten.

Reger Handel ohne Richtung

Mohr zufolge werden im DAX, Euro Stoxx 50 und S&P 500 beide Seiten gespielt, ebenso in Schwellenländeraktien. „Neupositionierungen gibt es kaum noch“, meint hingegen Salaorno. Auf den Abgabelisten stünden neben großen Industrieländerindizes wie dem Lyxor Euro Stoxx 50 (WKN 798328) auch Schwellenländer-Fonds wie der Lyxor MSCI Emerging Markets (WKN LYX0X3), der Lyxor Eastern Europe (WKN A0F6BV) und der Lyxor South Africa (WKN LYX0BY). Perini sieht lediglich einige Emerging Markets-ETFs eindeutig auf den Abgabelisten, etwa den Amundi MSCI Emerging Markets (WKN A1C9B1), den iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT) und den db x-trackers MSCI EM Asia (WKN DBX1MA). Ansonsten hielten sich Käufe und Verkäufe durchweg die Waage.

Schlechte Bilanz für chinesische Aktien

Cifci hat hingegen hohe Zuflüsse vor allem in Euro Stoxx 50-Trackern (WKN ETFL02) beobachtet. „Das war schon massiv.“ Gut nachgefragt seien darüber hinaus auch der Dividendenstrategie-ETF Deka DAXplus- Maximum Dividend (WKN ETFL23), der Deka MSCI Europe (WKN ETFL28), der US-Nebenwerte nachzeichnende db x-trackers Russell Midcap (WKN DBX0M2) und der an den chinesischen Markt gekoppelte db x-trackers CSI 300 (WKN DBX0M2).

Anders als für den europäischen und US-amerikanischen Aktienmarkt war 2013 für den CSI 300 übrigens kein gutes Jahr. Der Index ist klar im Minus, auf Sicht von einem Jahr haben Anleger des db x-trackers-ETF einen Verlust von 6,3 Prozent zu verschmerzen. DAX- (WKN DBX1DA) und Euro Stoxx 50-Tracker (WKN DBX1EU) des Anbieters kommen für denselben Zeitraum auf 19,6 und 12,8 Prozent, der währungsgesicherte db x-trackers S&P 500 Euro Hegded (WKN DBX0F4) sogar auf 26,7 Prozent.

Hin und her mit Branchen-ETFs

Branchenfonds finden derzeit weniger Beachtung. Mohr meldet einen Verkaufsüberhang in Immobilien- (WKN ETF074), Medien- (WKN ETF071) und Automobil-ETFs (WKN ETF061) sowie einen ausgeglichenen Handel mit Grundstoff-Indexfonds (WKN ETF063). Cifci zufolge zeigen sich Anleger bei der Lebensmittel- und Getränkebranche (WKN DBX1FB) kauffreudig. Ge- und verkauft wurden Banken-ETFs (WKN 628930), wie Perini festgestellt hat.

Renten-Indexfonds: Unter ferner liefen

Nach Umsätzen mit Renten-ETFs muss man im Moment schon suchen. „Bei uns machten sie nur 7 Prozent am Gesamtvolumen aus, das ist extrem wenig“, bemerkt Mohr. Wenn überhaupt gehandelt werde, dann würden europäische Staatsanleihen gekauft und Bundesanleihen verkauft. „Zu- und Abflüsse in Staatsanleihen- sowie Abflüsse aus höherverzinslichen Unternehmens- und Schwellenländerstaatsanleihen-ETFs“, so fasst Salaorno den Trend bei der Société Générale zusammen. Abgestoßen werde etwa der iShares Euro Corporate Bond Large Cap (WKN 251124).

Cifci zufolge trennen sich Anleger von Pfandbrief-ETFs, zum Beispiel dem Deka iBoxx Euro Liquid Germany Covered Diversified (WKN ETFL35) und dem iShares Euro Covered Bond (WKN A0RFEE).

Von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG
© 17. Dezember 2013

 

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.