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ETFs: US-Aktien punkten

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Anleger bleiben in Kauflaune. Stark nachgefragt sind US-Aktien, verkauft werden Schwellenländertitel.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Urlaubszeit, Hitzewelle, Beruhigung im Griechenlanddrama und an Chinas Börsen – die Hektik im ETF-Handel ist vorbei. „Die Umsätze sind niedriger, die Sommerpause ist da“, meint Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Das sieht auch Marcel Sattler von der ICF Bank so und berichtet von einem eher verhaltenen ETF-Handel „ohne Story“. Wenn gehandelt wird, dann wird allerdings meist gekauft, bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) lag das Käufer/Verkäufer-Verhältnis zum Beispiel bei 65 zu 35 Prozent. „Wir hatten deutliche Zuflüsse und kaum Abflüsse“, meint auch Dag Rodewald von der UBS.

Hoffen auf Währungsgewinne

Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen Handelstage dominieren, wie üblich, DAX- und Euro Stoxx-Tracker, auch ein Short Euro Stoxx 50-ETF (WKN DBX1SS) wurde rege gehandelt. Bei der Commerzbank konzentrierten sich Anleger hingegen auf speziellere Themen: „Bei uns stehen MSCI USA-ETFs wie der db x-trackers MSCI USA (WKN DBX1MU) und MDAX-Indexfonds (WKN 593392, ETF007) ganz oben. Das ist außergewöhnlich“, bemerkt Mohr.

Auch bei der Société Générale kommen US-Aktien im Moment gut an, wie Marco Salaorno feststellt. „Das Interesse ist deutlich größer als in den Vorwochen.“ Nachgefragt würden S&P 500-ETFs, aber auch Titel aus der zweiten Reihe. „Eine US-Leitzinserhöhung würde US-Aktien zwar eher schwächen, erwartet werden aber wohl weitere Währungsgewinne.“

Kursplus bei griechischen Aktien

Griechenland bewegt die Gemüter im Moment weniger, Mohr spricht von einem „non event“. Der einzige in Deutschland gelistete ETF auf griechische Aktien, der Lyxor FTSE Athex Large Cap (WKN LYX0BF), der seit vergangener Woche wieder gehandelt wird, hat zuletzt im Kurs zulegen können.

Bei japanischen Titeln ist das Bild Salaorno zufolge gemischt, es gebe Zu- und Abflüsse. Rodewald meldet hingegen überwiegend Positionierungen in japanischen Aktien, sowohl mit als auch ohne Währungsabsicherung. Zugegriffen werde zum Beispiel im UBS MSCI Japan (WKN 794361) und im UBS MSCI Japan 100% hedged to Euro (WKN A1W3B7).

Angeschlagene Emerging Markets

Aktien aus Schwellenländern – nicht nur aus China – stehen weiter auf den Abgabelisten, wie Salaorno berichtet: „Das liegt am Preisverfall der Rohstoffe, den Marktturbulenzen in China und an der erwarteten  US-Leitzinserhöhung.“ Die Kurse an den chinesischen Börsen haben sich nach dem rasanten Einbruch im Juni zwar etwas stabilisiert, von einer echten Erholung kann aber keine Rede sein. Bei der Commerzbank ist China kein Thema mehr. „Im Kundengespräch wird immer wieder deutlich, dass viel Vertrauen verspielt wurde“, meint Mohr.

Banken-ETFs machen Verluste gut

Derweil bleibt das Interesse an Banken-ETFs groß: „Die Positionierungen in Banken-Indexfonds beobachten wir schon seit der Einigung mit Griechenland“, bemerkt Mohr. „Dazu kamen zuletzt die relativ guten Quartalszahlen der Banken.“ Der iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930) hat sich von seinen Verlusten aus dem Juli längst erholen können und kommt auf Sechsmonatssicht wieder auf ein Plus von 19 Prozent. Bei der Commerzbank wurden außerdem an die Gesundheits- und Konsumbranche gekoppelte ETFs gekauft, Finanzdienstleister-Indexfonds aber abgestoßen. Die anderen Händler berichtet von wenig Interesse an Branchen-ETFs.

Unternehmensanleihen im Mittelpunkt

Im Anleihebereich fehlen die großen Trends: Bei der UBS trennten sich Investoren von europäischen Corporate Bonds (WKN A1JRDL) und legten sich mit dem UBS Barclays US Liquid Corporates 1-5 Year (WKN A110QP) kurzlaufende US-Unternehmenspapiere ins Portfolio. Bei der Commerzbank setzen viele Anleger hingegen auf den iShares Core Euro Corporate Bond (WKN A0RGEP). Der konnte nach Kursverlusten im zweiten Quartal zuletzt wieder zulegen.

von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG© 11. August 2015

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.