Start ETF-Marktbericht ETFs: Vorweihnachtliche Betriebsamkeit

ETFs: Vorweihnachtliche Betriebsamkeit

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Nach der Ernüchterung an den Aktienmärkten stehen Euro Stoxx 50– und DAX-Investments auf dem Prüfstand und werden im Zweifel abgestoßen. Andere Anleger nutzen die niedrigen Kursniveaus jedoch zum Einstieg.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Vorweihnachtszeit ist für die Kapitalmärkte alles andere als besinnlich. Nach den heftigen Reaktionen auf die zusätzlichen EZB-Maßnahmen in der vergangenen Woche arbeitet sich der deutsche Aktienindex langsam wieder Richtung 11.000 Punkte-Marke. Auch der Handel mit Indexfonds stand laut Händlern ganz im Zeichen der erwarteten Draghi-Rede.
„Bei uns war mit 34.600 ETF-Trades deutlich mehr los als in den Wochen zuvor“, beschreibt Sascha Cronemeyer von der Commerzbank ( Zum Testbericht) die Handelsaktivitäten. Im Vorfeld der EZB-Entscheidung kauften Anleger Anteile an DAX- und Euro Stoxx 50 Trackers, danach verabschiedeten sie sich zum Teil wieder von diesen Investments.

„Bei ETFs mit mittelständischen Aktien im MDAX (WKN ETF007, 593392) war vergangenen Mittwoch mit massiven Käufen richtig Musik drin“, stellt der Händler heraus. Mittlerweile befinde sich der ETF-Handel wieder im weihnachtlichen Ruhemodus, was sich mit Blick auf die aktuellen Krisen allerdings jederzeit ändern könne.

Deutsche Aktien gefragt

Die Kunden der ICF Bank blieben gelassen. „Trotz des ‚Ausverkaufs an den Aktienmärkten in der zweiten Wochenhälfte verzeichneten wir keine grossen Abflüsse in entsprechenden ETFs“, meldet Marcel Sattler. Anleger hätten die niedrigen Kurse stattdessen zum Einstieg insbesondere bei Trackern mit hiesigen Aktien genutzt. Zu den meist gehandelten Produkten mit einem Kaufüberhang gehörten laut Sattler DAX-ETNs mit zweifachem (WKN A0X899) und dreifachem Hebel (WKN A1YKTG) sowie Produkte (WKN ETFL01), die den deutschen Bluechip-Index eins zu eins nachbilden. Besonders rege gehandelt würde zudem ein an den DAXplus Maximum Dividend (WKN ETFL23) gekoppelter Wert. „Auch hier standen Zuflüsse im Vordergrund.“

Bei den ETNs handelt es sich um Verbriefungen, die gehandelt werden wie ETFs, jedoch rechtlich kein Sondervermögen darstellen. Ein dreifacher Hebel ist in Deutschland allerdings regulatorisch bedingt nur mit einem Zertifikat, nicht mit einem Fonds realisierbar.

Fallender Ölpreis hinterlässt Spuren

Große Bewegungen macht Marco Salaorno bei ETFs mit Energieaktien aus. „Seit Wochenbeginn steht alles im Zeichen der fallenden Ölpreise und all ihren Nebeneffekten“, meldet der Händler der Société Générale. Zur Disposition stünden beispielsweise Tracker des Stoxx Europe 600 Oil & Gas (WKN LYX0A9, A0H08M) von Lyxor und iShares.

Auch Energieaktien im MSCI World Energy (WKN LYX0GK) zeigten Anleger die kalte Schulter. Die Opec hatte am Freitag keine Einigung über eine Produktionsobergrenze erzielt und damit den Ölpreis unter Druck gesetzt. Sowohl das Nordseeöl Brent als auch die US-amerikanische Sorte WTI hatten in Folge den tiefsten Preis seit 2009 markiert. Ein Fass WTI kostet aktuell 37,67 US-Dollar. Von grossen Abgaben spricht der Händler auch mit Blick auf Indizes, die Goldminenbetreiber enthalten.

Schwellenländeraktien im Bann von Chinas Wirtschaft

Die aufstrebenden Länder sind nach wie vor Thema im ETF-Handel, wie die Händler einhellig berichten. Tracker des MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) werden von Salaornos Kunden rege gehandelt und in Summe verkauft.

Mehr Abflüsse als Zuflüsse verbucht Salaorno ebenfalls bei MSCI Asia ex Japan-ETFs (WKN DBX1AE), ebenso kämen ETFs mit indischen (WKN LYX0BA) unterm Strich aus den Depots raus.
Auch Indexfonds mit brasilianischen Aktien (WKN LYX0BE) werden verkauft, viel Anlass zur Freude bietet die Entwicklung eines am Bovespa gekoppelten Investments in den vergangenen Jahren nicht. ETFs, die an den China Enterprise Index (WKN A0F5BW) gekoppelt sind, würden rege hin- und hergehandelt. „Nachrichten rund um die chinesische Wirtschaft wirken sich auf die gesamte asiatische Region aus“, meint der Händler.

Interesse an Unternehmensanleihen in US-Dollar

Renten-ETFs mit Emerging Markets Bonds (WKN A1JJTV) werden von Commerzbank ( Zum Testbericht)-Kunden rege gekauft und verkauft. Auf der Kaufseite kämen besonders häufig europäische zehnjährige Staatsanleihen (WKN A0H08C) zum Tragen, wie Cronemeyer registriert. „Anleger verabschiedeten sich gleichzeitig von Bund-Future-Werten, die von fallenden Kursen profitieren.“

Anteile am Lyxor Euro Corporate Bond-ETF (WKN LYX0EE) würden tendenziell abgestossen, wie Salaorno bemerkt. Der zugrunde liegende Markit iBoxx Euro Liquid Corporates enthält 40 in Euro ausgegebene Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Anleger hätten vor dem EZB-Entscheid mit einer Einbeziehung von Corporate Bonds im Rahmen des Anleihen-Kaufprogramms gerechnet. „Daraus ist nichts geworden.“ Stattdessen setzten Investoren auf in US-Dollar geführte Unternehmensanleihen mit Investment Grade (WKN 911950) und auf Corporate Bonds im Markit iBoxx US-Dollar Liquid High Yield Capped Index (WKN A1H5UN). Letzerer enthält die liquidesten auf US-Dollar lautenden Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb des Investment Grades.

von Iris Merker , Deutsche Börse AG
© 8. Dezember 2015

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Die Vorweihnachtszeit ist für die Kapitalmärkte alles andere als besinnlich. Nach den heftigen Reaktionen auf die zusätzlichen EZB-Massnahmen in der vergangenen Woche arbeitet sich der deutsche Aktienindex wieder langsam wieder Richtung 11.000 Punkte-Marke. Auch der Handel mit Indexfonds stand laut Händlern ganz im Zeichen der erwarteten Draghi-Rede.

„Bei uns war mit 34.600 ETF-Trades deutlich mehr los als in den Wochen zuvor“, beschreibt Sascha Cronemeyer von der Commerzbank die Handelsaktivitäten. Im Vorfeld der der EZB-Entscheidung kauften Anleger Anteile an DAX- und Euro Stoxx 50 Trackers, danach verabschiedeten sie sichzum Teil wieder von diesen Investments.

„Bei ETFs mit mittelständischen Aktien im MDAX (WKN ETF007, 593392) war vergangenen Mittwoch mit massiven Käufen richtig Musik drin“, stellt der Händler heraus. Mittlerweile befinde sich der ETF-Handel wieder im weihnachtlichen Ruhemodus, was sich mit Blick auf die aktuellen Krisen allerdings jederzeit ändern könne.

Deutsche Aktien gefragt

Die Kunden der ICF Bank blieben gelassen. „Trotz des ‘Ausverkaufs an den Aktienmärkten in der zweiten Wochenhälfte verzeichneten wir keine grossen Abflüsse in entsprechenden ETFs“, meldet Marcel Sattler. Anleger hätten die niedrigen Kurse stattdessen zum Einstieg insbesondere bei Trackern mit hiesigen Aktien genutzt. Zu den meist gehandelten Produkten mit einem Kaufüberhang gehörten laut Sattler DAX-ETNs mit zweifachem (WKN A0X899) und dreifachem Hebel (WKN A1YKTG) sowie Produkte (WKN ETFL01), die den deutschen Bluechip-Index eins zu eins nachbilden. Besonders rege gehandelt würde zudem ein an den DAXplus Maximum Dividend (WKN ETFL23) gekoppelter Wert. „Auch hier standen Zuflüsse im Vordergrund.“

Bei den ETNs handelt es sich um Verbriefungen, die gehandelt werden wie ETFs, jedoch rechtlich kein Sondervermögen darstellen. Ein dreifacher Hebel ist in Deutschland allerdings regulatorisch bedingt nur mit einem Zertifikat, nicht mit einem Fonds realisierbar.

Fallender Ölpreis hinterlässt Spuren

Grosse Bewegungen macht Marco Salaorno bei ETFs mit Energieaktien aus. „Seit Wochenbeginn steht alles im Zeichen der fallenden Ölpreise und all ihren Nebeneffekten“, meldet der Händler der Société Générale. Zur Disposition stünden beispielsweise Tracker des Stoxx Europe 600 Oil & Gas (WKN LYX0A9, A0H08M) von Lyxor und iShares.

Auch Energieaktien im MSCI World Energy (WKN LYX0GK) zeigten Anleger die kalte Schulter. Die Opec hatte am Freitag keine Einigung über eine Produktionsobergrenze erzielt und damit den Ölpreis unter Druck gesetzt. Sowohl das Nordseeöl Brent als auch die US-amerikanische Sorte WTI hatten in Folge den tiefsten Preis seit 2009 markiert. Ein Fass WTI kostet aktuell 37,67 US-Dollar.

Von grossen Abgaben spricht der Händler auch mit Blick auf Indizes, die Goldminenbetreiber enthalten.

Schwellenländeraktien im Bann von Chinas Wirtschaft

Die aufstrebenden Länder sind nach wie vor Thema im ETF-Handel, wie die Händler einhellig berichten. Tracker des MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) werden von Salaornos Kunden rege gehandelt und in Summe verkauft.

Mehr Abflüsse als Zuflüsse verbucht Salaorno ebenfalls bei MSCI Asia ex Japan-ETFs (WKN DBX1AE), ebenso kämen ETFs mit indischen (WKN LYX0BA) unterm Strich aus den Depots raus.

Auch Indexfonds mit brasilianischen Aktien (WKN LYX0BE) werden verkauft, viel Anlass zur Freude bietet die Entwicklung eines am Bovespa gekoppelten Investments in den vergangenen Jahren nicht. ETFs, die an den China Enterprise Index (WKN A0F5BW) gekoppelt sind, würden rege hin- und hergehandelt. „Nachrichten rund um die chinesische Wirtschaft wirken sich auf die gesamte asiatische Region aus“, meint der Händler.

Interesse an Unternehmensanleihen in US-Dollar

Renten-ETFs mit Emerging Markets Bonds (WKN A1JJTV) werden von Commerzbank-Kunden rege gekauft und verkauft. Auf der Kaufseite kämen besonders häufig europäische zehnjährige Staatsanleihen (WKN A0H08C) zum Tragen, wie Cronemeyer registriert. „Anleger verabschiedeten sich gleichzeitig von Bund-Future-Werten, die von fallenden Kursen profitieren.“

Anteile am Lyxor Euro Corporate Bond-ETF (WKN LYX0EE) würden tendenziell abgestossen, wie Salaorno bemerkt. Der zugrunde liegende Markit iBoxx Euro Liquid Corporates enthält 40 in Euro ausgegebene Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Anleger hätten vor dem EZB-Entscheid mit einer Einbeziehung von Corporate Bonds im Rahmen des Anleihen-Kaufprogramms gerechnet. „Daraus ist nichts geworden.“ Stattdessen setzten Investoren auf in US-Dollar geführte Unternehmensanleihen mit Investment Grade (WKN 911950) und auf Corporate Bonds im Markit iBoxx US-Dollar Liquid High Yield Capped Index (WKN A1H5UN). Letzerer enthält die liquidesten auf US-Dollar lautenden Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb des Investment Grades.

von Iris Merker , Deutsche Börse AG

© 8. Dezember 2015

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.