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Nach der jüngsten Kurserholung an den Börsen engagieren sich ETF-Anleger wieder mehr in Bluechip-Indexfonds. Sektoren-Produkte finden hingegen wenig Anhänger.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Zuversicht steigt, dass Griechenland den Weg aus der Krise finden wird. „Die Unsicherheit hat sich gelegt. Wir sehen jetzt überwiegend Käufe“, meldet etwa Eric Wiegand von der Deutschen Bank. Bernardus Roelofs von Flow Traders sieht das ähnlich: „Es ist wieder mehr Gelassenheit da“, berichtet er: „Die Hoffnung, dass die EU Griechenland unterstützt, wächst.“ Zudem sorgen Roelofs zufolge einige Konjunkturdaten für steigenden Optimismus, etwa der am Freitag veröffentlichte US-Einkaufsmanagerindex der Universität von Chicago. Nach anfänglichen Verkäufen von Bluechip-ETFs bis zum Donnerstag hätten die Anleger Ende der vergangenen Woche und gestern dann wieder beherzt zugegriffen.

Zuflüsse gab es laut Roelofs zuletzt etwa bei ETFs, die die Entwicklung des Euro Stoxx 50 nachzeichnen (WKN 935927, 593395, 798328, DBX1ET) sowie bei Trackern auf den französischen Leitindex CAC 40 und den deutschen DAX (WKN 593391). Einen ganz so klaren Trend will Marco Salaorno von der Société Générale allerdings nicht ausmachen: „Zwar überwogen Mitte der vergangenen Woche die Verkäufe und dann die Käufe, wir sehen aber auch immer gegenläufige Positionierungen“, meldet er. Uneingeschränkt bullish sei der Markt nicht.

Skepsis bei Großbritannien

Durchweg abgestoßen wurde Flow Traders zufolge der db x-trackers FTSE All-Share (WKN DBX1FA). Der Hintergrund: Großbritannien wird in Sachen Staatsverschuldung immer häufiger in einem Atemzug mit den so genannten PIIG-Staaten, also Portugal, Irland, Italien und Griechenland genannt. Daher verabschieden sich Investoren lieber aus Großbritannien-Anlagen. Was US-Indizes angeht, ist das Bild nach Einschätzung von Roelofs im Moment gemischt: Anfänglichen Verkäufen gefolgt von Zukäufen bei S&P 500-Indexfonds (WKN 264388) hätten Abflüsse beim iShares DJ Industrial Average (WKN 628939) und Zuflüsse beim db x-trackers MSCI USA (WKN DBX1MU) gegenüber gestanden.

Differenzierter Blick auf Emerging Markets

Bei den ETFs zu Schwellenlände-Indizes differenzieren die Anleger nach Ansicht der Market Maker: Während sie sich von marktbreiten Produkten, etwa dem Lyxor MSCI Emerging Markets (WKN LYX0BX) und dem iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT) eher trennen, zeigen sie sich bei Lateinamerika-ETFs, etwa dem Lyxor ETF Brazil (WKN LYX0BE) und dem db x-trackers MSCI EM Latin America (WKN DBX1ML) kauffreudig, wie Roelofs meldet. Der Société Générale zufolge waren ETFs mit russischen Aktien (WKN LYX0AF), während jene mit südafrikanischen (WKN LYX0BY), osteuropäischen (WKN A0F6BV) und türkischen Werten (WKN LYX0AK) eher auf der Verkaufsliste gestanden hätten. „In Emerging Markets-Produkten ist erstaunlich wenig los“, urteilt Eric Wiegand. Nach schwunghaften Umsätzen in den vergangenen Monaten sei es hier jetzt eher ruhig.

Wenig Interesse an einzelnen Sektoren

Um die Sektoren-Fonds bleibt es weiter still. „Anleger konzentrieren sich eindeutig auf Bluechips, in Sektor-ETFs ist nicht viel los“, berichtet Roelofs. Er beobachtet zahlreiche kleinere Transaktionen, etwa Verkäufe beim Lyxor ETF DJ Stoxx 600 Insurance (WKN LYX0AQ), ein echter Trend sei das aber nicht. Das bestätigt auch die Deutsche Bank: „Zu- und Verkäufe halten sich die Waage, insgesamt ist das Interesse gering“, meint Wiegand.

Deutlich lebhafter als zuvor gestaltet sich hingegen der Handel mit Renten-ETFs, berichtet zumindest die Deutsche Bank. „Anleger setzen vermehrt auf Short-Produkte“, registriert Wiegand und verweist auf den db x-trackers II Short iBoxx Sovereign Eurozone (WKN DBX0AW). „Hier wird vielleicht auf steigende Zinsen spekuliert“, vermutet Wiegand.

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. © Anna-Maria Borse

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