Start ETF-Marktbericht Gewinnmitnahmen und Neupositionierungen

Gewinnmitnahmen und Neupositionierungen

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Unsicherer Trend

Die Stimmung gegenüber der Marktentwicklung ist nach wie vor positiv. Anleger setzen auf Europa und ausgewählte Schwellenländer. Gewinnmitnahmen gibt es vor allem bei Banken und Versicherungen.

12. Mai 2009. Frankfurt (Börse Frankfurt). Raus aus Staatsanleihen und rein in Unternehmensanleihen, Emerging Markets und Sektoren: So beschreibt Marco Salaorno von der Société Générale die großen Trends in den vergangenen Tagen im Handel mit ETFs. „Von Emerging Markets-ETFs waren in den vergangenen Tagen vor allem taiwanesische (WKN LYX0BA) und indische Aktien gesucht (WKN LYX0CT)“, berichtet Salaorno.

Gewinnmitnahmen bei ausgewählten Sektore

ETFs mit Banken- (WKN LYX0AP) und Versicherungsaktien (WKN LYX0AQ) werden ausgeglichen gehandelt. „Doch man kann durchaus sagen, dass es in diesen Sektoren-ETFs auch zu Gewinnmitnahmen kommt. Allerdings sehen wir parallel neue Zuflüsse“, beschreibt Salaorno das Handelsverhalten. Auch Bastina Ohta von Unicredit beobachtet vor allem heute beim Versicherungs-ETF iShares DJ Stoxx 600 Insurance (WKN 628941) Gewinnmitnahmen. In andere Sektoren, beispielsweise Chemie mit dem Lyxor ETF DJ Stoxx 600 (WKN LYX0AY) steigen Investoren ein.

Hoffnung setzt auf Europa

Eric Wiegand von der Deutschen Bank sieht vor allem Zuflüsse bei ETFs, denen der DJ Euro Stoxx 50 zugrunde liegt (WKN DBX1EU) bzw. in die beiden marktbreiten Indizes MSCI Europe (WKN DBX1ME) und MSCI Europe Small Caps (WKN DBX1AU). „Die Handelsaktivitäten nehmen immer noch zu und die Marktrallye dauert doch länger als erwartet“, meint Wiegand. Die Tendenz ginge hin zu den großen Benchmark-Indizes.

Ein anderes Bild von der Beliebtheit europäischer Aktien zeichnet Bastian Ohta. „Im DJ Stoxx-Universum sehen wir Rückflüsse, besonders beim ETF, der die mittelgroßen Unternehmen abdeckt (WKN 593399), dem DJ Stoxx Mid 200. Wenn der Markt hoch geht, verkaufen Investoren.“

Gewinnmitnahmen auch bei Staatsanleihen

Anleger nehmen bei einem ETF mit langlaufenden Staatsanleihen (WKN A0DM6N) ebenso Gewinne mit wie beim Geldmarktfonds Lyxor ETF Euro Cash (WKN LYX0B6). Bei ETFs mit Unternehmensanleihen dagegen beobachtet Salaorno große Nachfrage (WKN 251124).

Ähnliches sieht auch Eric Wiegand von der Deutschen Bank. Investoren steigen auch in den Short iBoxx Sovereign Bonds (WKN DBX0AW) ein. „Anleger spekulieren hier auf eine steigende Zinskurve“, mutmaßt Wiegand. Der zugrunde liegende Index bildet die Wertentwicklung einer Anlage mit einer Short-Position ab, die täglich angepasst wird. „Die tägliche Wertentwicklung des Index entspricht also der negativen Wertentwicklung des iBoxx Sovereigns Eurozone Total Return Index, zuzüglich eines anteiligen Zinssatzes, der auf dem EONIA Satz und einem vorher festgelegten Repo-Satz basiert. Der Repo-Satz ist die Differenz zwischen dem EONIA-Satz und den indikativen Marktkosten für die Wertpapierleihe, die man bei Leerverkäufen macht“, erklärt Wiegand. Außerdem seien bei den Investoren mit dem iTraxx Crossover (WKN DBX0AR) und dem iTraxx Europe (WKN DBX0AP) Kreditderivate-ETFs gefragt. Die Indizes messen die Rendite für einen Kredit-Sicherungsgeber für das Halten der aktuellen (on-the-run) Europe-Kreditderivate-Transaktion mit einer Laufzeit von fünf Jahren ab Beginn der Kreditderivate-Transaktion.

© 12. Mai 2009/Dorothee Liebing
Dieser Beitrag ist dem Fonds-Newsletter der Börse Frankfurt entnommen.

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