Start ETF-Marktbericht Investoren setzen auf Banken und Indizes

Investoren setzen auf Banken und Indizes

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Die Rettungspakete in den USA und Europa für die schwer angeschlagene Bankenbranche verschafft den Aktienmärkten eine Atempause. Investoren setzen auf eine Erholung in ausgewählten Sektoren. Neben Banken achten Investoren auch wieder auf Chancen bei Schwellenländern.

Etliche Anleger nutzen die leicht abnehmenden Schwankungen der internationalen Aktienindizes dazu, sich neu zu positionieren. „Die Mehrheit der aktiven Anleger beurteilt den moderaten Wochenauftakt an den Aktienmärkten als den Beginn einer Bodenbildung. Zwar könnte die eine oder andere Gewinnwarnung von Unternehmen im Zuge der anstehenden Quartalsberichte noch einmal für ein kurzes Anziehen bei den Tagesschwankungen sorgen, im Grunde ist aber schon eine langsame Beruhigung zu verspüren“, erklärt ein ETF-Händler der HypoVereinsbank ( Zum Testbericht). Steigende Umsätze bei einem ausgeglichenen Verhältnis von Käufern und Verkäufern verzeichnen die Klassiker auf DAX® und DJ Euro Stoxx 50 (WKNs 593393 und 593395). Verkauft werden ETFs, die auf fallende Kurse setzen und z.B. an den ShortDAX gekoppelt sind (WKN DBX1DS).

Rohstoff- und Ölaktien weiter unter Druck

Die nachgebende Tendenz bei den Rohstoffpreisen wird sich nach der Meinung einer Mehrheit fortsetzen. Positionen, mit denen sie auf steigende Kurse der Rohstoffunternehmen gesetzt haben, bauen sie deshalb bei steigenden Kursen weiter ab und erhöhen den Anteil von ETFs, die von fallenden Rohstoff-Aktien profitieren.

Die LBBW hält die Halbierung des Ölpreises in den vergangenen drei Monaten für eine Konsequenz der schwachen Konjunkturprognosen in Europa, die ähnlich wie in den USA, auf eine Rezession hindeuteten. Die deutliche Abschwächung der privaten Nachfrage in den USA zeige sich schon bei einigen europäischen Unternehmen in einer rückläufigen Gewinnentwicklung. Szenarien, die von einem ungetrübten Wachstum in Asien und Europa ausgegangen waren, müssten eindeutig revidiert werden. Die Grundlage für einen steigenden Rohstoff-Absatz im kommenden Jahr ist damit aber gleichzeitig hinfällig. Der eingeleitete Prozess einer Preiskorrektur werde sich wegen der Unsicherheit über die Dauer der weltweiten Wachstumsschwäche weiter in die Länge ziehen.

Abgegeben wird ein ETF auf den Branchenindex DJ 600 Öl und Gas (WKN 634476). Größte Werte in dem Index sind die Ölkonzerne BP, Royal Dutch, Shell, Total und Eni. Abgegeben wird zudem ein Produkt, dass den MSCI Russland abbildet (WKN DBX1RC). Vertreten sind Werte wie der Gasversorger Gazprom oder der Ölkonzern Lukoil. Auch ein Grundstoff-ETF (WKN 634472) auf den DJ Stoxx 600 Basic Resources wird aus den Depots verbannt.

Gesucht ist dagegen ein Short-ETC, der an den DJ-AIG Crude Oil Sub-Index gekoppelt ist. Er reflektiert revers die Entwicklung des Rohölpreises in Form des Crude Light Oil Futures und gewinnt an Wert, wenn der Terminkontrakt fällt. ETCs sind Fonds-ähnliche, auf Xetra liquide gehandelte Rohstoffpapiere.

Schwellenländer kurzfristig attraktiv

Eine deutliche Zunahme der Nachfrage beobachtet Thorsten Michalik von der Deutschen Bank bei Schwellenländer-ETFs. „Die Mehrheit der Investoren scheint von einer vorübergehenden Erholung der bereits stark gebeutelten Indizes auszugehen. Ob Brasilien, Russland oder China – Kursverluste im zweistelligen Prozentbereich waren und sind an der Tagesordnung. Eine zwischenzeitliche Entspannung der Finanzkrise könnte auch den Schwellenländern-Indizes kurzfristige Kursgewinne verschaffen.“

Gefragt sind der db X-Trackers MSCI Lateinamerika (WKN DBX1ML), der db X-Trackers FTSE/Xinhua China 25 (WKN DBX1FX) und der Lyor ETF Russia(WKN LXY0AF).

Anlegerinteresse für Banken und Standardwerte-Indizes bleibt hoch

ETFs auf Finanzwerte verzeichnen steigende Umsätze. „Die Meinung der Anleger zum Bankensektor bleibt geteilt. In den entsprechenden Produkten sind sowohl Käufer als auch Verkäufer stark engagiert“, erklärt Marco Salaorno von der Société Générale. Meist gehandeltes Produkt in diesem Sektor ist der iShares DJ Stoxx 600 Banks (DE) (WKN 628934). Größte Position im Index ist die HSBC Holdings mit 12 Prozent, gefolgt von Unicredit und BNP Paribas mit jeweils 5,7 und 5,2 Prozent Gewichtung. Gesucht ist auch der Lyxor ETF DJ Stoxx 600 Banks (WKN LYX0AP).

Anziehende Umsätze beobachtet Salaorno zudem bei Produkten auf Standardwerte-Indizes wie dem iShares DJ Euro Stoxx 50 und dem Lyor ETF DJ Euro Stoxx 50 (WKNs 935927, 798328). Darüberhinaus ist auch der iShares S&P 500 (WKN 264388) gesucht. „Die Tendenz ist aber eher uneinheitlich, mit einem leichten Überhang an Käufern.“

Zukäufe im Telekom-Sektor

Belebung beobachten die zuständigen Händler der HypoVereinsbank ( Zum Testbericht) bei ETFs auf die Telekommunikationsbranche. „In Schwächephasen des Gesamtmarktes sind starke Dividendentitel bei Anlegern beliebt. Telekommunikationsaktien wie Vodafone oder die Deutsche Telekom weisen attraktive Dividendenrenditen auf und unterliegen nicht im besonderen Maße konjunkturellen Zyklen. Von einer Wirtschaftsschwäche sind diese Unternehmen also weniger stark getroffen und werden von viele Investoren deshalb bei der Anlageauswahl derzeit bevorzugt.“ Nachgefragt wird der iShares DJ Stoxx Telekommunications (DE) (WKN 628931). Schwergewicht ist die Aktie von Telefonica mit einem Anteil von gut 36 Prozent. France Telekom mit knapp 17, Deutsche Telekom mit gut 15 und KPN mit fast 10 Prozent Anteil gehören ebenfalls zu den größten Positionen im Index.

© 21.Oktober 2008 / Andreas Wolf
Dieser Beitrag wurde dem Börse Frankfurt Fonds-Newsletter entnommen.

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