Start ETF-Marktbericht Japan und Russland sind beliebt

Japan und Russland sind beliebt

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Investoren engagieren sich derzeit bevorzugt in Schwellenländer-ETFs. Produkte mit Bezug auf den deutschen Aktienmarkt hingegen meiden sie.

Die Kurserholung bei den großen Aktienindizes zum Ende der vergangenen Woche trifft bei Investoren im Handel mit Indexfonds auf wenig fruchtbaren Boden. „Aktive Anleger nutzen die Erholung, um Positionen abzubauen und ihre Risiken zu verringern. Das Misstrauen gegenüber einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung bei DAX® und DJ Euro Stoxx 50 ist immer noch groß, “ erklären die zuständigen Händler der HypoVereinsbank ( Zum Testbericht). Die meistgehandelten Produkte auf den DAX und DJ Euro Stoxx 50 (WKNs 593393 und 593395) werden abgegeben.

Verkäufe registrieren sie zudem beim iShares DJ Stoxx 600 (DE) (WKN 263530), beim iShares DJ Stoxx 600 Construction und Materials (DE) (WKN 634474) und dem iShares DJ Stoxx Retail 600 (DE) (WKN 628944).

Umschichtungen bei Geldmarkt ETFs

Der jüngste Aufwärtstrend an den Aktienmärkten ist nach Meinung von Simon Klein von der Deutschen Bank nur ein Grund für Abgaben bei Geldmarkt- ETFs wie dem DB X-Trackers II-Eonia Total Return (WKN DBX0AN) oder dem Lyxor Euro Cash (WKN LYX0B6): „Die ausgeprägte Schwäche des Euros rückt alternative Geldmarkt-Produkte in das Blickfeld der Anleger. Gekauft wird deshalb der DB X-Trackers II-Fed Fund Effective Rate (WKN DBX0A0).“ Anleger erhalten zwar nur den niedrigen Zins des US-Leitzinses Federal Funds, profitieren aber dafür von einem weiteren Kursanstieg des US-Dollar gegenüber dem Euro. „Viele Investoren nutzen so die momentan vorteilhafte Kombination aus Geldmarkt- und Währungs-ETF“, berichtet Klein.

Hurrikan „Gustav“ belebt Nachfrage bei Rohstoff-ETFs

Die Hurrikans, die derzeit in der Karibik toben, bestimmen zumindest auf kurze Sicht die Umsätze bei ETFs, die sich an Rohstoffen orientieren. Die zuständigen Händler der HypoVereinsbank ( Zum Testbericht) beobachten eine Zunahme der Nachfrage in diesem Sektor. „Bisher sind die Ölproduzenten im Golf von Mexiko noch recht glimpflich davon gekommen. Die vorhergesagten Zerstörungen des aktuelle Hurrikan „Gustav“, rücken jedoch die Gefahren wieder in den Mittelpunkt, die von diesen Stürmen noch bis Anfang November für die Region ausgehen.“

Dora Borbely, Rohstoffanalystin von der DekaBank, rechnet wegen des bevorstehenden Beginns der Heizperiode auf der Nordhalbkugel wieder mit einem zyklischen Nachfrageschub bei Öl. „Zwar hat der Ölpreis auf die jüngsten Hurrikan-Entwicklungen noch nicht reagiert, tendenziell ist aber davon auszugehen, dass es zu einem leichten Anziehen beim Preisniveau kommen wird. Das schwache weltweite Wirtschaftswachstum wird eine neue Ölpreis-Rallye aber verhindern.“

In die Depots genommen wird zum Beispiel der iShares DJ Stoxx 600 Basic Resources (DE) (WKN 634472). Das Produkt bildet den gleichnamigen Index nach. Größte Werte im Index sind Rio Tinto mit einem Anteil von 22,5 Prozent, gefolgt von BHP Billiton mit 15,5 Prozent, Anglo American mit 15,3 Prozent und Arcelor Mittal mit 13,9 Prozent.

Investoren erwarten Erholung in Brasilien und Russland 

Eine Zunahme des Umsatzvolumens beobachtet Marco Salorno von Société Générale bei ETFs mit Schwerpunkt Brasilien. „Der brasilianische Markt konnte sich nach dem herben Rücksetzer im Juli in den vergangenen Wochen deutlich stabilisieren. Die leichte Erholung am Rohstoffmarkt und der Seitwärtstrend bei den US-Indizes haben zu dieser Bodenbildung beigetragen. Einige Anleger setzen auf ein Ende der Seitwärtsbewegung und dem Beginn einer größeren Erholung.“ Nachgefragt werden der Lyxor Brazil Ibovespa (WKN LYX0BE) und der db X-Trackers MSCI Brasilien (WKN DBX1MR).

Andere Investoren rechnen mit einer Erholung bei russischen Aktien und fragen deshalb den db X-Trackers MSCI-Russland (DBX1RC) nach. Er zeichnet die Entwicklung des gleichnamigen Index nach. „Die Konfliktsituation im Kaukasus scheint sich langsam zu entschärfen. Schnäppchenjäger rechnen in den nächsten Tagen mit Kursgewinnen beim MSCI-Russland. Ein Ende des Abwärtstrends bei russischen Aktien unterstellen sie allerdings nicht, dazu sind die Umsätze zu gering“, erklärt Spezialist Klein.

Anleger setzen auf Japan

Steigende Nachfrage beobachtet Klein bei ETFs mit Schwerpunkt Japan. „Das Land befindet sich ähnlich wie die USA in einer Phase niedrigen Wachstums, muss aber nicht zugleich mit einer hohen Inflationsrate kämpfen. Sollte sich die Wirtschaft in den USA wieder beleben, könnte eine Vielzahl der großen dort tätigen japanischen Unternehmen zu den ersten Gewinnern gehören. Zudem profitiert Japan vom hohen Wachstum in den asiatischen Märkten.“ Gesucht sind der iShares MSCI Japan (WKN A0DPMW) und iShares Nikkei 225 (WKN A0H08D).

Autor: Andreas Wolf, Börse Frankfurt
Dieser Beitrag wurde dem Börse Frankfurt Fonds-Newsletter entnommen.

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