Start ETF-Marktbericht Massive Nachfrage nach Immobilien-ETFs

Massive Nachfrage nach Immobilien-ETFs

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Immobilien-ETFs auf dem Vormarsch

Die freundliche Stimmung der Investoren sorgt dafür, dass sich manche neben den Bluechip-Indizes sowie den üblichen Verdächtigen, sogar viel geschmähten oder exotischeren Investments zuwenden. Vorsichtige Anzeichen einer Stabilisierung der Immobilienbranche lassen einige Anleger bereits zu entsprechenden ETFs greifen.

Die Investoren, die während der Sommerruhe aktiv sind, kaufen scheinbar gut gelaunt Indexfonds aller Klassen. Das ist jedenfalls der Eindruck verschiedene Market Maker im Handel mit ETFs quer durch Europa. DAX-ETFs (WKN 593393), ETFs auf den europäischen DJ Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, DBX1EU) und auch die marktbreiten ETFs iShares DJ Euro Stoxx (WKN A0D8Q0) imd db x-trackers DJ Stoxx 600 (WKN DBX1A7) werden gekauft. Ebenso stehen global ausgerichtete ETFs wie der db x-trackers MSCI World (WKN DBX1MW) auf den Einkaufslisten. „Generell sehen wir Käufer, nur vereinzelt kommt es zu Gewinnmitnahmen“, fasst Bernardus Roelofs von Flowtraders die Woche im Handel mit ETFs zusammen.

Dabei sind nicht nur Branchen und Regionen im Zentrum des Anlegerinteresses, sondern durchaus auch Strategien. Roelofs fällt hier unter anderem SGAM ETF Leveraged DJ EURO STOXX 50 Active ETF (WKN A0LBBA) ins Auge, der Zugewinne im zu Grunde liegenden Index aufgrund eines eingebauten Hebels für die Investoren verdoppelt. Der Market Maker sieht allerdings auch Käufe in einem Produkt mit dem Anleger auf einen fallenden Index – vor allem beim DAX – (WKN DBX1SS) setzen. Eric Wiegand von der Deutschen Bank kann diese Tendenz bestätigen. Offensichtlich sind nicht alle Investoren von einem nachhaltigen Aufwind im DAX überzeugt.

Immer ein Thema: Grundstoffe und Banken

Banken und das Auf und Ab in der Finanzbranche (WKNs 628930 und DBX1SF) bleibt ebenso ein Thema wie Grundstoffe (WKN DBX1SB, 634472). Während Eric Wiegand vorwiegend Käufer in den Produkten hat, berichtet Gregor Hamme von der Unicredit Group einem leichten Kaufüberhang. Verkauft werden allerdings laut Wiegand ETFs, die Aktien aus den Branchen Nahrungsmittel und Getränke (WKN DBX1FB) enthalten.

Technologie-ETFs stoßen auf wenig Gegenliebe

In der allgemein entspannten Stimmung finden Anleger derzeit wenig Gefallen an Technologie-ETFs. Gregor Hamme vermutet einen Grund in den unterdurchschnittlichen Zahlen, die Nokia abgeliefert hat: „Das zieht die gesamte Branche in den Fokus der Investoren und lässt sie vermutlich wenig Gutes für die nächste Zeit erwarten.“

Immobilien-ETFs beliebt

Thema der Woche ist für viele Investoren jedoch der Immobiliensektor. Wie Hamme berichtet, findet die Branche bei den Investoren wieder Gnade – und zwar unabhängig von den Regionen. „Europäische, asiatische und globale ETFs werden in den vergangenen Tagen massiv nachgefragt.“ In der Immobilienbranche deute sich eine Stabilisierung an, nachdem seit vielen Monaten die Häuserpreise massiv gefallen seien. So ist zum Beispiel der Case Shiller 20 Städte-Index, der die Preise in den wichtigsten US-Metropolen umfasst, im Mai mit 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat erstmals seit Juni 2006 wieder leicht angestiegen. Es werde immer wahrscheinlicher, dass sich die Phase der starken Preisrückgänge am US-Wohnimmobilienmarkt langsam ihrem Ende zuneige, schreiben die Volkswirte der DekaBank in einem Marktbericht. „Der Preisverfall scheint einen Boden gefunden zu haben, es wird wieder von vermehrtem Baubeginn berichtet. Grund für viele Investoren dieses Thema zu spielen“, mutmaßt Hamme. Gekauft wurde unter anderem iShares DJ Stoxx 600 Real Estate ETF (WKN A0H075).

Musik spielt in Lateinamerika

Bei Schwellenländer-ETFs liegt das Interesse der Investoren vornehmlich auf Lateinamerika und besonders auf Brasilien. Die beiden ETFs iShares MSCI Brazil (WKN A0HG2M) iShares und MSCI Latin America (WKN A0NA0K) wurden rege gekauft. In Asien dagegen lag der Fokus vor allem auf dem Hang Seng. Hier sei der Treiber die Aktie der HSBC, die in dem Hongkonger Index ein starkes Gewicht habe, berichtet ein Händler. Die Bank hat gestern Zahlen vorgelegt und besser abgeschnitten als Analysten erwartet hatten.

Eric WiegandEric Wiegand beobachtet zudem noch Käufer im marktbreiten db x-trackers MSCI Emerging Market (WKN DBX1EM). Ebenso sieht Roelofs in Amsterdam Nachfrage in diesem Produkt. Außerdem setzen einige Anleger gezielt auf indische Aktien mit dem db x-trackers S&P CNX NIFTY ETF (WKN DBX1NN).

Private Equity auf Erholungskurs

Die massiven Kursverluste der Private Equity-Branche gleichen sich auch in der allgmeinen Erholung aus. Noch Anfang März notierte der LPX MM® Private Equity Index ETF (WKN DBX1AN) bei 7 Euro. Nun hat sich der Fonds auf wieder über 15 Euro erholt. Der viel beachtete Index wird von der LPX GmbH berechnet und bildet die Risiko- und Renditemerkmale der 25 weltweit liquidesten börsennotierten Private Equity-Gesellschaften ab, differenziert in Hinblick auf Regionen, Private Equity-Anlagestile und Währungen. „Wir beobachten wieder vermehrt Käufe in alternativen Anlageklassen und in den vergangenen Tagen zunehmend auch in diesem Produkt“, sagt Wiegand.

© 4. August 2009/Dorothee Liebing. Diese News sind dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen.

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