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Neuer Crash?

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Aktienanalyse klein

Ist die schöne Zeit der Aktien vorbei? Seit Anfang April ist der deutsche Aktienindex um über 20 % gefallen.

Er liegt jetzt unter dem Stand von Ende Dezember. Könnte es sein, dass der Aktienaufschwung vorbei ist und wir jetzt erst einmal vor einer Baisse stehen?

  • Es gibt einige Parallelen zwischen der derzeitigen Aktienkursentwicklung zu der in den Jahren 2000 und 2007/2008.
  • Die makroökonomischen Bedingungen waren damals aber ganz anders als heute. Das spricht dagegen, das sich die damaligen Crashs wiederholen.
  • Nahe liegt ein Vergleich mit der Entwicklung im August 2011. Damals ging der DAX um 32 % zurück, stieg dann bis Jahresende aber wieder um 15 %.

Ich habe mir dazu die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes in den letzten 25 Jahren angeschaut. Die Grafik zeigt, dass es in dieser Zeit zwei große Aktien-Crashs gab. Der erste und schwerste war der Rückgang der Kurse nach der New-Economy-Hausse. Er dauerte insgesamt drei Jahre

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Dr. Martin W. Hüfner 

(von März 2000 bis März 2003). Der DAX ging um über 70 % zurück. Der zweite war der Crash 2007/2008 im Zusammenhang mit der Pleite der Lehman Bank. Er dauerte knapp zwei Jahre. Die Kurse fielen um 60 %.

Im April 2015 wurde erneut ein Gipfel erreicht. Seither geht es bergab. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als könne sich die Geschichte wiederholen und ein neuer Crash bevorstehen. Dafür spricht einmal der zeitliche Ablauf. Zwischen dem ersten und zweiten Crash lagen sieben Jahre. Inzwischen sind wiederum sieben Jahre vergangen. Ein neuer Absturz der Aktien wäre also „fällig“.

Dafür spricht auch die hohe Bewertung der Dividendenwerte bei dem gegenwärtigen Kursniveau. Viele reden von einer Blase. Das von zyklischen Schwankungen bereinigte Kurs-/Gewinnverhältnis („Shiller KGV“) liegt derzeit für den amerikanischen S&P-Indes bei 25. Das ist der dritthöchste Stand in den letzten hundert Jahren (nach 1929, 2000 und 2007). Bei so hohen Bewertungen werden die Märkte anfällig für äußere Störungen. (etwa wie jetzt aus China).

Für einen neuen Crash spricht schließlich, dass der Kursrückgang nach dem Höhepunkt des DAX am 13. April ganz ähnlich verlief wie 2000 und 2008. Die Kurse befanden sich auch damals nicht im freien Fall, sondern gingen Stück für Stück nach unten. Es gab keine Panik und es gab keine klaren Indizien, dass dies nun der „Anfang vom Ende“ wäre. Ich war bei dem Vergleich überrascht zu sehen, dass der DAX in diesem Jahr seit dem Höhepunkt stärker eingebrochen ist als das in der gleichen Zeit in den früheren Zyklen der Fall war.

Es gibt freilich nicht nur Parallelen. Es gibt aber auch gravierende Unterschiede. Sie betreffen die gesamtwirtschaftliche Konstellation. Sie war in den Jahren 2000 und 2007/2008 ralativ änlich, aber viel schlechter als heute.

Im Jahre 2000 hat sich die Inflation in den Monaten vor dem Crash von 1,1 % auf 2 % fast verdoppelt. man musste mit einem weiteren Anstieg rechnen. Gleichzeitig begann sich die Konjunktur abzuschwächen. Das ist die schlechteste aller Möglichkeiten. Die Europäische Zentralbank zögerte nicht lange und zog die Zügel an. Sie erhöhte die Leitzinsen in drei Schritten von 2.5 % auf 3,5 %. Das war ein Schlag für den Aktienmarkt.

Ganz ähnlich 2007/2008. Viele denken bei dem damaligen Crash vor allem an die „Subprime-Krise“ am amerikanischen Immobilienmarkt. Tatsächlich lief zu jener Zeit aber auch etwas in der makroökonomischen Entwicklung schief. Die Konjunktur schwächte sich ab. Die Inflation stieg von 1,8 % auf 3.2 % an. Sie lag damit deutlich über den Zielwert von „nache aber unter 2%“. Als Folge erhöhte die Europäische Zentralbank wiederum den Leitzins. Das beendete die Aufwärtsentwicklung des DAX. Erst mit der Pleite von Lehman brachen die Kurse dann richtig ein.

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