ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Beflügelt von der weltweiten Wachstumsfantasie sammelten globale ETPs 21,6 Mio. USD ein. Gold-ETPs verzeichneten aufgrund der höheren Goldpreise – eine Folge des schwächeren US-Dollar – Zuflüsse in Höhe von 19,2 Mio. USD. Bei Rohöl-ETPs beliefen sich die Abflüsse in Fortsetzung des letztjährigen Trends auf 14,1 Mio. USD“, so fasst ETF Securities im Rohstoffbericht KW 02 das Marktgeschehen der vergangenen Woche am Rohstoff- als auch Aktienmarkt zusammen.

Gold-ETPs mit Zuflüssen

Mit Zuflüssen in Höhe von 19,2 Mio USD starteten Gold-ETPs (A0LP78) gut ins neue Jahr. Vom schwachen US-Dollar unterstützt schlossen die Goldpreise in dieser Woche um 1 Prozent höher. Auch wenn die US-Beschäftigung im Dezember nicht zugenommen, sondern die Schätzungen im Zuge des Rücklaufs im Dienstleistungssektor deutlich um 42.000 Stellen verfehlt hat, ist es wohl nicht zu einer Trendumkehr gekommen. Die privaten Arbeitgeber beispielsweise schufen den ADP-Zahlen zufolge im Dezember 250.000 Stellen, was den höchsten monatlichen Zuwachs seit letzten März markiert. Daneben dürfte auch die Verabschiedung des US-Steuergesetzes den Gewinnen der US-Unternehmen zugute kommen. Wir sehen also keinen Grund, für den März nicht mit einer Anhebung der Zinsen durch die Fed zu rechnen, zumal aus dem in der letzten Woche veröffentlichten Dezember-Protokoll der Fed hervorgeht, dass sich der Offenmarktausschuss Sorgen über die 2018 lohnbedingt höheren Inflationserwartungen macht. „Da mit einem Anstieg der Inflation zu rechnen ist, dürfte die Fed ihren Kurs beibehalten und die Zinsen 2018 insgesamt drei Mal anheben, was die Entwicklung von Gold wahrscheinlich bremsen wird“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions bei ETF Securities.

Zuflüsse bei Globalen ETPs

Beflügelt von der weltweiten Wachstumsfantasie sammelten globale ETPs 21,6 Mio. USD ein.  Die robusten Konjunkturdaten aus den USA, Europa und China verstärkten das positive Sentiment und verhalfen den globalen Aktienmärkten zu neuen Höchstständen. „Daneben nahmen wegen der Senkung der Körperschaftsteuer in den USA auch die Erwartungen an die Unternehmensgewinne zu, die ab dieser Woche veröffentlicht werden“, so Hein.

Hohe Zuflüsse bei Edelmetall-ETPs

Bei Edelmetall-ETPs (A0N62H) kam es zu hohen Zuflüssen im Wert von 18,8 Mio. USD. Palladium setzte seinen letztjährigen Trends fort und erreichte zum ersten Mal seit 17 Jahren wieder die Marke von 1100 USD. Dabei profitiert der Palladiumpreis insbesondere von der Furcht vor einer Angebotsknappheit. „Unseren Erwartungen zufolge wird aber Platin, das ähnlich gehandelte Pendant von Palladium, dank seines Preisrückstands und der Stärkung des europäischen Automobilmarkts besser abschneiden“, sagt Hein.

Abflüsse bei Rohöl-ETPs

Bei Rohöl-ETPs (A1N49P), die Abflüsse in Höhe von 14,1 Mio. USD verzeichneten, hält der Trend aus dem letzten Jahr unnachgiebig an. Befürchtungen, dass die politischen Unruhen im Iran die Ölversorgung unterbrechen könnten, und die OPEC-Förderquoten, die weitgehend eingehalten wurden, trieben Rohöl der Sorte Brent mit 68 USD auf den höchsten Stand seit Mai 2015. Auch Rohöl der Sorte WTI (A0KRJX) stieg wegen der weltweit positiven Wirtschaftsdaten und der extrem kalten Witterung in den USA, verfehlte aber sein Hoch aus dem Jahre 2015.
„Wie aus den zunehmenden Short-Positionen in Rohöl-ETPs ersichtlich wird, steigt das Bewusstsein, dass die aktuellen Preise nicht nachhaltig sind, vor allem dann nicht, wenn die USA die Förderung ausweiten und der Iran wieder zur Ruhe kommt“, sagt Hein.

Rohstoffkorb-ETPs mit Zuflüssen

In die diversifizierten Rohstoffkorb-ETPs (A1CXBV) flossen 12 Mio. USD, da wichtige Rohstoffe stark in das neue Jahr starteten. Der Bloomberg Commodity Spot Index, ein Korb aus 22 wichtigen Rohstoffen, erreichte den höchsten Stand seit 2014. „Die globale Wachstumsfantasie kommt dem Rohstoffausblick zugute und lockt die Anleger in breit aufgestellte diversifizierte Rohstoffkörbe“, schließt Hein

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