ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Landwirtschaftskorb-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit Auflegung. Die Zuflüsse in Industriemetallkorb-ETPs erholten sich und kehrten den Negativtrend der Vorwoche um. Aus Gold-ETPs wurden im Zuge von Gewinnmitnahmen 103,5 Mio. USD abgezogen“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 08 zusammen.

Schwierige Witterungsbedingungen verteuern Agrarpreise

Landwirtschaftskorb-ETPs (A0KRKB) verzeichneten danach mit 54,7 Mio. USD die höchsten Zuflüsse seit Auflegung und übertrafen damit das Hoch vor nur vier Wochen. „Abgesehen von Baumwolle verteuern sich Agrarrohstoffe nach der schwachen Entwicklung des Vorjahrs mehrheitlich wieder, da die Witterungsbedingungen in diesem Jahr schwierig sind. Die Weizenpreise etwa profitieren von der anhaltenden Dürre in wichtigen Anbaugebieten der USA, die die Entwicklung des Winterweizens verzögert, während die extreme Trockenheit in Argentinien die Preise von Sojabohnen und Sojamehl in die Höhe treibt. Gleichzeitig fallen laut dem Februar-Bericht der USDA auch die Lagerstände von Mais niedriger aus, was den Preisen Auftrieb verleiht“, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 08. Zusätzlich komme zahlreichen in US-Dollar abgerechneten Agrarrohstoffen die Dollarschwäche zugute.

Nickel war Gewinner im Industriemetallbereich

Die Zuflüsse in Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) erholten sich nach Angaben von ETF Securities auf 42,1 Mio. USD und kehrten damit den Negativtrend der Vorwoche um. „Die Industriemetallpreise erhalten von der ausgeprägten Dollarschwäche in Verbindung mit unerwartet hohen US-Inflationsdaten Auftrieb, da Metalle und Rohstoffe als Inflationsabsicherung gelten“, heißt es. Die Zuflüsse in Nickel-ETPs (A0KRJ4) legten laut dem Rohstoffbericht KW 08 in der sechsten Woche in Folge zu und gewinnen an Dynamik. Sie betrugen danach 21,4 Mio. USD. „Nickel, das sich in der vergangenen Woche um 7,3 Prozent verteuerte, war der Gewinner des Industriemetallbereichs. Den Erwartungen zufolge wird die Nickelnachfrage in Zusammenhang mit der Zunahme der Elektromobilität steigen, die derzeit nur 3 Prozent der Gesamtnachfrage stellt. Darüber hinaus eignen sich überhaupt nur rund 50 Prozent des aktuellen Angebots der Nickelminen zur Batterieherstellung, da die Qualität der Nickelprodukte nicht ausreicht. Da außerdem die globalen Nickelbestände sinken, sind zusätzliche Produktionskapazitäten erforderlich“, berichtet ETF Securities.

Abflüsse bei Platin-ETPs

Aus Gold-ETPs (A0LP78) seien hingegen im Zuge von Gewinnmitnahmen 103,5 Mio. USD abgezogen worden. „Gold avancierte aufgrund der unerwartet hohen Inflation und des rückläufigen US-Einzelhandelsumsatzes auf ein 18-Monats-Hoch von 1360 USD/Umze. Auch bei Platin-ETPs (A0N62D) hätten sich die Abflüsse in der siebten Woche in Folge fortgesetzt. Laut dem Dachverband der europäischen Automobilindustrie sei der Anteil der Dieselfahrzeuge an den Neufahrzeugen prozentual um 33 Prozent zurückgegangen, obwohl die Neuzulassungen in der EU im Jahresvergleich um 7,1 Prozent gestiegen seien. Dies dürfte Platin, das bei emissionsmindernden Technologien für Dieselfahrzeuge zum Einsatz komme, belasten.

Produktionsausfälle in Venezuela führten zum Gleichgewicht bei Rohölangebot

Energiekorb-ETPs (A0KRKD) waren laut Rohstoffbericht KW 08 mit Entnahmen im Wert von 13,2 Mio. USD konfrontiert, während Rohöl-ETPs (A1N49P) Zuflüsse in Höhe von 21,8 Mio. USD verzeichneten. In ihrem neuesten Bericht prognostiziere die Internationale Energiebehörde einen Anstieg des Fördervolumens um 1,8 Mio. Barrel pro Tag, was die Zunahme der weltweiten Nachfrage wahrscheinlich übertreffen werde. Wenn die Rohölförderung der OPEC bei 32,3 Mio. Barrel pro Tag konstant bleibe, scheine der Markt dann allerdings aufgrund der wiederholten unplanmäßigen Ausfälle in Venezuela mehr oder minder im Gleichgewicht zu sein. „Sollte Venezuela die Produktion jedoch im üblichen Umfang wieder aufnehmen, käme es auf dem Markt zu einem Überangebot“, prognostiziert ETF Securities.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.