ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Die höchsten Zuflüsse entfielen auf diversifizierte Rohhstoffkorb-ETPs. Bei Kupfer-, Aluminium- und Industriemetallkorb-ETPs kam es aufgrund nachlassender Dynamik im globalen Fertigungssektor zu Abflüssen. Bei Gold-ETPs nahmen die Abflüsse aufgrund des erstarkenden US-Dollar in der fünften Woche in Folge zu. Rohöl-ETPs waren auf Wochensicht mit weiteren Abflüssen konfrontiert, da die Lagerbestände stiegen und die Rohölpreise fielen“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 10 zusammen.

Zunehmende Volatilität sorgt für Zuflüsse bei ETPs auf breit gestreute Rohstoffkörbe

Die Zuflüsse in diversifizierte Rohhstoffkorb-ETPs (A0KRKC) stiegen mit 92,5 Mio. USD auf ihren höchsten Stand seit Mai 2016. Die zunehmende Volatilität an den globalen Finanzmärkten stellt zusammen mit der unterstützenden fundamentalen Situation der meisten Rohstoffe ein gutes Argument für die Diversifizierung des Portfolios dar.

Sinkende Einkaufsmanagerindizes sorgten für Abflüsse bei Industriemetall-ETPs

„Bei Kupfer- (A0KRJU), Aluminium- (A0KRJS) und breit aufgestellten Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) kam es aufgrund der nachlassenden Dynamik im globalen Fertigungssektor zu Abflüssen in Höhe von 28,9 Mio. USD, 11,1 Mio. USD beziehungsweise 14,8 Mio. USD“, heißt es weiter. Der Rückgang des chinesischen Einkaufsmanagerindex für das fertigende Gewerbe auf seinen tiefsten Stand seit Juli 2016 habe allen Anschein nach Sorgen geweckt, dass sich die Nachfrage nach Industriemetallen abschwächen könnte. Dazu beigetragen hätten auch die ebenfalls nachlassenden Einkaufsmanagerindizes in den USA, Europa und Großbritannien. Außerdem deute sich ein Anstieg des Kupferangebots an, da die Kupferproduktion in Chile m Januar um 6,3 Prozent zum Vorjahr zugenommen habe. Zusätzlich habe Präsident Trump, der auf Stahl- und Aluminiumimporte Zölle erheben will, bei Industriemetallen für einen Anstieg der Volatilität gesorgt. Dies habe zu den ersten Abflüssen aus Industriemetallkorb- und Aluminium-ETPs seit drei Wochen geführt. Nickel-ETPs (A0KRJ4) hätten sich hingegen dem Trend widersetzt. Sie hätten Zuflüsse in Höhe von 9,4 Mio. USD verzeichnet, was auf die erwartete Nachfrage seitens der Batterietechnik zurückzuführen sei.

Flucht aus Gold-ETPs beschleunigte sich

„Abflüsse aus Gold-ETPs (A0LP78) nahmen aufgrund des erstarkenden US-Dollar in der fünften Woche in Folge zu, und zwar auf 93,8 Mio. USD“, so der Rohstoffbericht KW 10. In den ersten neun Wochen des Jahres seien die Kapitalzuflüsse bei Gold-ETPs tendenziell insgesamt negativ gewesen. In der vergangenen Woche sei es bei Gold-ETPs zum fünften Mal hintereinander zu Abflüssen gekommen, da der US-Dollar aufgewertet habe. „Der Fed-Vorsitzende Jay Powell hatte sich zuvor optimistisch über den Ausblick der US-Wirtschaft geäußert, und die Zinsentwicklung zeigt nach oben“, so begründet ETF Securities die Greenback-Aufwertung. Indessen hätten Edelmetallkorb-ETPs (A0N62H) mit 11,1 Mio. USD in der fünften Woche in Folge Zuflüsse verzeichnet.

Bei Rohöl bleiben die Anleger eher pessimistisch

Rohöl-ETPs (A1N49P) waren auf Wochensicht mit weiteren Abflüssen konfrontiert, die sich auf 15,8 Mio. USD beliefen. 2018 kam es bei Rohöl-ETPs bisher nur in einer einzigen Woche zu Zuflüssen. Dies ist laut dem Rohstoffbericht KW 10 ein Ausdruck des Pessimismus unter den ETP-Anlegern, die die Kursrally, welche im Juni 2017 eingesetzt habe, opportunistisch für Verkäufe genutzt hätten. „In der vergangenen Woche gerieten die Rohölpreise aufgrund der unerwartet starken Zunahme der US-Lagerbestände und des festeren US-Dollar unter erheblichen Druck. Darüber hinaus stieg die Risikoaversion der Anleger, weil sich die Daten des fertigenden Gewerbes in China, des weltgrößten Rohölimporteurs, abschwächten“, berichtet der Rohstoffbericht KW 10. Der Rückgang der OPEC-Förderung auf ein Zehnmonatstief im Februar habe die negative Stimmung nicht ausgleichen können, da er im Großen und Ganzen auf die vorübergehenden Förderausfälle in Venezuela zurückgehe.

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.