ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Silber-ETPs vereinigten den Großteil der Zuflüsse auf sich. Angeführt von Robotik, stiegen die Zuflüsse in globale Aktien-ETPs auf den höchsten Stand seit acht Wochen. Weil sichere Währungen gefragt waren, kam es bei Long-Yen-ETPs zu den höchsten jemals verzeichneten Zuflüssen“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 12 zusammen.

Zunehmende geopolitische Spannungen und günstige Gold-Silber-Ratio führten zu größeren Silber-Zuflüssen

Silber-ETPs (A0N62F) waren danach für den Großteil der Zuflüsse verantwortlich. Sie betrugen 54,5 Mio. USD und markierten damit den höchsten Stand seit September 2017. Auslöser waren offenbar die politischen Spannungen zwischen Großbritannien und Russland, die von dem Giftanschlag auf einen ehemaligen russischen Doppelagenten in England ausgingen. Großbritannien hat Sanktionen gegen Russland verhängt, das beabsichtigt, zur Vergeltung britische Diplomaten auszuweisen. Die USA, Frankreich und Deutschland haben sich auf die Seite von Großbritannien gestellt und Russland für den Anschlag verantwortlich gemacht. Darüber hinaus blickt man aufgrund der häufigen Umbildung der US-Regierung mit Sorge auf die protektionistische US-Politik. Erst in der letzten Woche wurde Minister Tillerson aufgrund von Differenzen in außenpolitischen Fragen entlassen. Silber ist attraktiv bewertet, wobei die Gold-Silber-Ratio nach wie vor erhöht ist, zumindest wenn man auf die jüngere Vergangenheit blickt. Dank des starken industriellen Zyklus und begrenzten Minenangebots behalten wir unsere positive Haltung hinsichtlich der fundamentalen Situation von Silber bei, das unseren Erwartungen zufolge 2018 aufholen dürfte.

Im Vorfeld der Fed-Sitzung kommt es zu Gold-ETP-Abflüssen

Bei Gold-ETPs (A0LP78) kehrte sich die für 2018 ungewöhnliche Richtung der Kapitalströme wieder um und es kam anders als in der Vorwoche zu Abflüssen in Höhe von 28,7 Mio. USD. „Wie in der vergangenen Woche sichtbar wurde, tendieren die Goldpreise im Vorfeld der Fed-Sitzungen zu Schwäche. Als die Anleger den Blick auf die geldpolitischen Beratungen der Fed in dieser Woche richteten, erlebte Gold parallel dazu den höchsten wöchentlichen Rückgang in einem Monat“, so ETF Securities. Das wichtigste Ergebnis des Treffens wird laut Rohstoffbericht KW 12 das Dotplot-Streudiagramm sein, aus dem die Wahrscheinlichkeit für die vier Zinsanhebungen der Fed 2018 hervorgeht.

Robotik-ETPs wieder beliebt

Angeführt von Robotik-ETPs (A12GJD), stiegen die Zuflüsse in globale Aktien-ETPs mit 24 Mio. USD auf den höchsten Stand seit acht Wochen. Die sich abzeichnenden politischen Risiken und der zunehmende Protektionismus sorgten dafür, dass die globalen Aktienmärkte die Woche tiefer schlossen. Die Anleger waren daraufhin bestrebt, ihre Engagements in Nischen des Technologiesektors anzuheben, zum Beispiel in Robotik und Cybersicherheit. Angeführt von den Master Limited Partnerships (MLPs), stiegen die Entnahmen aus US-Aktien-ETPs mit 9,8 Mio. USD auf den höchsten Stand seit Juni 2015. „Da die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) in der vergangenen Woche Einkommensteuerrückzahlungen aus zwischenstaatlichen Pipeline-Verträgen verbot, kam es zu einem allgemeinen Abverkauf der gesamten MLP-Branche. Wir halten dies für eine Überreaktion. Unseres Erachtens sind hauptsächlich die grenzüberschreitenden MLP-Pipelines, die auf den von der FERC regulierten Tarifen beruhen, von der Entscheidung betroffen“, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 12.

ETPs auf japanische Währung Yen beliebt

Long-Yen-ETPs zogen mit 25,2 Mio. USD die höchsten bisher verzeichneten Zuflüsse an, da die Anleger aufgrund der globalen politischen Verwerfungen offenbar Zuflucht in den historisch sicheren Währungen suchten. Die von Norwegens Notenbank signalisierte Straffung der Geldpolitik führte bei NOK-ETPs zu Abflüssen in Höhe von 9,3 Mio. USD. In der vergangenen Woche signalisierte Norwegens Notenbank, dass sie die Zinsen schneller als erwartet anheben werde. Grund seien das stärkere Wachstum und eine Änderung des Inflationsziels. Die norwegische Krone stieg in der Folge um 0,9 Prozent auf ihren höchsten Stand seit November 2017.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.