ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„In einer Woche politisch bedingter Volatilität verzeichneten Gold- und Silber-ETPs die höchsten Zuflüsse. Auf den Anstieg der Rohölpreise folgten Gewinnmitnahmen. Die Anleger schienen breit aufgestellte Rohstoffkörbe zu verkaufen, weil die Volatilität zunahm“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 13 zusammen.

Gold und Silber mag ich sehr …

Der Aufschwung der Gold- und Silberpreise weckte danach das Interesse der Anleger an Edelmetall-ETPs (A0N62H). Die Rallye des Goldpreises um 2,8 Prozent und der Anstieg des Silberpreises um 0,3 Prozent kamen den Zuflüssen in Edelmetall-ETPs in der vergangenen Woche zugute. „Silber (A0N62F) verzeichnete in der zweiten Woche in Folge Zuflüsse, und zwar in Höhe von 8,3 Mio. USD. Bei Gold (A0LP78) machten die Zuflüsse von 22,5 Mio. USD einen Großteil der Abflüsse der Vorwoche wett“, berichtet ETF Securities im Rohstoffbericht KW 13. Die Rallye der Goldpreise Mitte letzter Woche eingesetzt, als der Offenmarktausschuss der Fed seine jüngste Erklärung einschließlich seiner Prognosen veröffentlicht habe. Da das Mittel der für das Jahresende prognostizierten Zinsen unverändert geblieben sei, habe der Markt die Haltung der Fed als expansiv interpretiert. Der US-Dollar-Korb sei noch am selben Tag um 0,65 Prozent zurückgegangen, was den Edelmetallpreisen Rückenwind verliehen habe. „Gleichwohl übersah der Markt unseres Erachtens, dass sich die Verteilung der Punkte im Dotplot-Streudiagramm, das die Meinungen der Mitglieder des Offenmarktausschusses über den Stand der Leitzinsen zum Jahresende abbildet, seit Dezember 2017 deutlich verschoben hat. Die Mitglieder erwarten nun zu gleichen Teilen insgesamt vier beziehungsweise drei Zinsanhebungen in diesem Jahr. Wahrscheinlich braucht es nicht mehr viel, dass die Zahl der Mitglieder mit höheren Zinserwartungen zunimmt“, berichtet ETF Securities. Der Anstieg von Gold habe sich zum Wochenende beschleunigt, da man befürchtet habe, dass sich der Handelskrieg intensivieren würde, und seine Eigenschaft als sicherer Hafen in den Blick rückte. „Am Donnerstag gab die Trump-Administration bekannt, dass sie Strafzölle auf Importe aus China erheben wolle. Einzelheiten sind bisher unbekannt, die Regierung dürfte in den nächsten 15 Tagen aber für mehr Klarheit sorgen. Chinesische Importe im Wert von bis zu 60 Mrd. USD jährlich sind von den Zöllen in Höhe von 25 Prozent betroffen. Die chinesische Regierung hat sich mit ihrer Reaktion bisher zurückgehalten. Das Handelsministerium kündigte lediglich an, es werde seinerseits 128 US-Produkte mit einem Importwert von 3 Mrd. USD mit einem Zoll belegen. Dies schließt allerdings künftige Schritte nicht aus, und der Markt befürchtet, dass ein offener Handelskrieg ausbrechen könnte. Ebenfalls am Donnerstag wurde der frühere UN-Botschafter John Bolton anstelle des ausscheidenden H.R. McMaster zum nationalen Sicherheitsberater der Trump-Regierung ernannt. Er gilt als Falke, der für eine kompromisslose Haltung gegenüber Nordkorea und dem Iran steht und zum Beispiel das gegenwärtige Atomabkommen mit dem Iran für nicht vertretbar hält. Dass ein Falke zum Präsidentenberater wurde, scheint der geopolitischen Prämie des Goldpreises zugute zu kommen“, heißt es im Rohstoffbericht KW 13 von ETF Securities.

Kupfer-ETFs mit größten Zuflüssen seit sieben Wochen

Aufgrund der politisch bedingten Volatilität sei es bei diversifizierten Rohstoffkörben (A0KRKC) zu Abflüssen in Höhe von 65 Mio. USD gekommen. Die Anleger hätten Risiken abgebaut und Gewinnmitnahmen in Betracht abgezogen. „Die Abflüsse, bei denen es sich um die höchsten seit Juni 2017 handelt, glichen die Zuflüsse der vorhergehenden zwei Wochen vollständig aus. Manche Anleger sahen in der Kapitulation der zyklischen Werte in der letzten Woche jedoch eine Kaufgelegenheit“, so ETF Securities.  So hätten zum Beispiel Kupfer-ETPs (A0KRJU) mit 10,6 Mio. USD die höchsten Zuflüsse seit sieben Wochen verzeichnet, just als der Kupferpreis um 3,7 Prozent nachgegeben habe.

Gewinnmitnahmen bei Rohöl-ETPs

Die Rohölpreise legten laut dem Rohstoffbericht KW 13 um 5,5 Prozent zu und sorgten damit bei Rohöl-ETPs (A1N49P) für Gewinnmitnahmen. „Aufgrund des unerwarteten Rückgangs der Lagerbestände zogen die Rohölpreise zur Wochenmitte an. Dann ließ die Berufung eines Iran-Falken in die Trump-Administration die Preise erheblich stiegen, da eine geopolitische Prämie im Rohölpreis berücksichtigt wurde“, so ETF Securities. Anleger hätten danach ihre Gewinnmitnahmen fortgesetzt und 90,4 Mio. USD aus ETPs abgezogen, was den höchsten Abflüssen seit November 2017 entspreche. Zugleich sei es bei Short-Rohöl-ETPs mit 5,2 Mio. USD zu den höchsten Zuflüssen seit Dezember 2017 gekommen.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.