Rohstoffbericht KW 14: Flucht in Gold-ETPs

Rohstoffbericht KW 14: Flucht in Gold-ETPs

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Business Team Investment
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes

„Gold-ETPs verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse in Höhe von 42 Mio. US-Dollar, da die Spannungen zwischen den USA und Russland eskalierten. Bei Rohöl wurden Gewinne mitgenommen, da Förderunterbrechungen und der US-Militärschlag dessen Preise um über 3 Prozent steigen ließen. Da die Erholung in der Eurozone an Dynamik gewinnt, hoben Anleger ihre Long-Positionen in Euro-ETPs an“, so fasste ETF Securities das Marktgeschehen der zurückliegenden Woche im Rohstoffbericht KW 14 zusammen.

US-Luftangriffe in Syrien treiben Gold-Zuflüsse

Die Anleger lenkten danach 42 Mio. US-Dollar in Long-Gold-ETPs (A0LP78), da sich nach dem Raketenangriff, mit dem die USA auf einen syrischen Chemiewaffeneinsatz reagierten, die Stimmung verschlechterte. „Russlands Präsident Putin verurteilte die Militäraktion und setzte im Gegenzug eine Vereinbarung mit den USA aus, die der Vermeidung kriegerischer Handlungen im syrischen Luftraum diente. Die Eskalation führte dazu, dass der Goldpreis um 1,7 Prozent auf 1.270 US-Dollar pro Unze zulegte und den höchsten Stand seit letztem November erreichte, was einer Zunahme von 10 Prozent im laufenden Jahr entspricht“, so ETF Securities. „Hinzu kommt, dass die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen um 3 Basispunkte auf 2,31 Prozent fiel, was nicht nur auf die defensiven Strategien, sondern auch auf den unerwartet schwachen US-Arbeitsmarktbericht zurückzuführen ist. Der Konsens war von 180.000 neuen Stellen ausgegangen, während in Wirklichkeit nur 98.000 Stellen geschaffen wurden“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Rohstoffbericht KW 14: Gewinnmitnahmen bei Rohöl-ETPs

Da die Anleger ihre Gewinne sicherten, verzeichneten laut dem Rohstoffbericht KW 14 Rohöl-ETPs (A1N49P) nach den Zuflüssen der vergangenen fünf Wochen Abflüsse in Höhe von 19 Mio. US-Dollar. „Der unerwartete Anstieg der US-Lagerbestände um 1,6 Mio. Barrel reichte nicht aus, um die positiven Preiseffekte der Förderunterbrechungen in der Nordsee und Kanada zu neutralisieren. Außerdem stiegen die Rohölpreise in Reaktion auf den US-Militärschlag innerhalb eines Tages sprunghaft um ganze 2 Prozent an. Wir halten dies für eine Überreaktion“, so ETF Securities. Bei Syrien handele es sich um keinen bedeutenden Erdölproduzenten, das heißt, dass wohl eher die möglichen Reaktionen der syrischen Verbündeten Russland und Iran im Vordergrund stünden. Immerhin kann der Iran noch seine Produktion steigern, während sie von anderen OPEC-Staaten gesenkt werde. Auch Russland sei noch weit von der Reduzierung der Produktionsmenge entfernt, zu der es sich im Rahmen der Vereinbarung der OPEC- mit den Nicht-OPEC-Ländern verpflichtet habe. „Wir sehen bei den Rohölpreisen nach der reflexartigen Reaktion auf den Raketenangriff eine kurzfristige Korrektur“, meint Hein.

Globale Wirtschaftserholung sorgte für verstärkte Nachfrage bei Industriemetall-ETPs

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verzeichneten aufgrund der stärkeren globalen makroökonomischen Daten Zuflüsse in Höhe von 11 Mio. US-Dollar, berichtet der Rohstoffbericht KW 14. Die Preise der Industriemetalle selbst hätten Unterstützung von Seiten der sich bessernden Wirtschaftsdaten und steigenden Aktienmärkten erhalten. „Trotzdem gaben die Metallpreise nach dem US-Luftangriff leicht nach, was den Wechsel aus Zyklikern in defensive Werte wiederspiegelt“, sagt Hein.

Anleger setzten verstärkt auf Euro-Erholung

Bei Short-Euro-ETPs sei es in der vergangenen Woche laut dem Rohstoffbericht KW 14 zu Abflüssen in Höhe von 18,8 Mio. US-Dollar gekommen. In Long-Euro-ETPs seien 3,2 Mio. US-Dollar geflossen. „Das Sentiment der Anleger hinsichtlich des Euro wird sich womöglich verbessern, da EZB-Präsident Draghi auf einer Konferenz an der Frankfurter Goethe-Universität am vergangenen Donnerstag erklärt hat, dass die Erholung voranschreitet und nun an Dynamik gewinnen könnte“, sagt Hein.