ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Schnäppchenjäger sorgten zusammen mit den andauernden Handelsstreitigkeiten und den geopolitischen Risiken erneut für starke Zuflüsse in Gold-ETPs, die diesmal 16,1 Mio. USD betrugen. Bei Rohöl-ETPs kam es im Zuge von Gewinnmitnahmen und aufgrund der in der zweiten Woche in Folge steigenden Rohölpreise mit 32,7 Mio. USD zu den höchsten Rücknahmen seit fünf Wochen. Die Abflüsse aus Nickel-ETPs waren so hoch wie zuletzt vor drei Wochen. Die Preise legten aufgrund von Sorgen über weitere US-Sanktionen gegen Russland zu“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 17 zusammen.

Anleger nutzen Schnäppchenpreise bei Gold

Schnäppchenjäger ließen die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78) zum zweiten Mal in Folge steigen – auf 16,1 Mio. USD. Als die Anleiherenditen steil anstiegen, gerieten die Goldpreise unter Druck. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen etwa kletterten nach Kommentaren des Fed-Gouverneurs Lael Brainard, der sich für eine fortgesetzte allmähliche Anhebung der Leitzinsen ausgesprochen hatte, auf den höchsten Stand seit Januar 2014 – 2,96 Prozent. Daneben zeichnete das Beige Book der Fed einen freundlichen Ausblick für die US-Wirtschaft, zugleich wies es auf den mit Sorge betrachteten möglichen Handelskrieg hin. Bei Silber-ETPs (A0N62F) kam es laut dem Rohstoffbericht KW 17 mit 12,8 Mio. USD in der fünften Woche in Folge zu Zuflüssen. Die Silberpreise profitierten danach von der starken Entwicklung der Industriemetalle in der vergangenen Woche. „Da sie mit einem Plus von 3,5 Prozent deutlich besser abschnitten als Gold, betrug die Gold-Silber-Ratio zeitweise 78, was dem niedrigsten Stand seit Anfang Januar entspricht“, berichtet ETF Securities.

Gewinnmitnahmen bei Rohöl-ETPs

Bei Rohöl-ETPs (A1N49P) kam es im Zuge von Gewinnmitnahmen mit 32,7 Mio. USD zu den höchsten Rücknahmen seit fünf Wochen. „Rohöl der Sorte Brent hatte in der vergangenen Woche das zuletzt im November 2014 verzeichnete Niveau von 74 USD pro Barrel erreicht. Die Verteuerung hat dreierlei Gründe: den vom American Petroleum Institute gemeldeten Rückgang der US-Lagerbestände um 1 Mio. Barrel, die Selbstverpflichtung der OPEC zu Förderkürzungen und die anhaltenden geopolitischen Spannungen“. Der gemeinsame technische Ausschuss der am Quotensystem teilnehmenden OPEC- und Nicht-OPEC-Länder habe bekanntgegeben, dass das Überangebot am Rohölmarkt fast vollständig abgebaut sei. Die OECD-Bestände würden im kommenden Quartal wahrscheinlich unter den Fünfjahresdurchschnitt fallen. Am Freitag hätten die Preise ein wenig nachgegeben, als Präsident Trump die OPEC beschuldigt habe, die Ölpreise künstlich hoch zu halten. Für Saudi-Arabien seien die Bezichtigungen zu einem ungünstigen Zeitpunkt gekommen. Vor dem Börsengang der staatlichen Ölgesellschaft Saudi Aramco, der als wichtiger Schritt bei der Umstrukturierung der saudischen Wirtschaft gilt, benötigt das Land einen hohen Ölpreis.

Industriemetalle lieber breit diversifiziert

„In Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) flossen 3,9 Mio. USD, was mit den Abflüssen aus Kupfer- (A0KRJU) , Nickel– (A0KRJ4) und Aluminium– (A0KRJS) ETPs in Höhe von 4,6 Mio. USD, 14,1 Mio. USD bzw. 5,3 Mio. USD kontrastierte“, so der Rohstoffbericht KW 17. Bei Nickel-ETPs seien die Abflüsse in den vergangenen drei Wochen aufgrund von Gewinnmitnahmen mit 14,1 Mio. USD am stärksten gewesen. Am Donnerstag hätten die Nickelpreise um 7,5 Prozent zugelegt, was dem höchsten Tagesanstieg seit 6,5 Jahren entspreche. Aufgrund der Sorgen über neue US-Sanktionen gegen Russland befänden sie sich nun auf dem höchsten Stand seit Dezember 2014.

Flucht aus europäischen Aktien geht weiter

Europäische Aktien-ETPs verzeichneten Abflüsse in Höhe von 5,7 Mio. USD und setzten damit den Negativtrend der Vorwochen fort, da die Anleger vor der EZB-Sitzung am Donnerstag Gewinne mitnahmen.  Angesichts der gemischten Wirtschaftsdaten in Europa warten die Anleger weitere Hinweise über das Anleihekaufprogramm ab.

Interesse an News zu ETFs und Geldanlage?

Unser kostenloser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden.

Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.