ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Auf Industriemetallkorb-ETPs entfiel der Löwenanteil der Zuflüsse, die so hoch ausfielen wie seit Dezember 2017 nicht mehr. Gold-ETPs verzeichneten nach restriktiven Stellungnahmen seitens der Federal Reserve letzte Woche Abflüsse. Die Schnäppchenjäger scheinen im Vorfeld der OPEC-Sitzung am 22. Juni für Zuflüsse in Rohöl-ETPs zu sorgen“, so fasst WisdomTree (vormals ETF Securities) das Geschehen im Rohstoffbericht KW 25 zusammen.

Schnäppchenjäger greifen bei Industriemetallen zu

„Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) verzeichneten mit 52,8 Mio. USD die stärksten Zuflüsse und setzten damit ihren Positivtrend aus der Vorwoche fort. Angesichts der Turbulenzen im Zuge geopolitischer Handelskriege gaben Industriemetalle als Ganzes vergangene Woche um 3,77 Prozent nach. Auch die schwachen Wirtschaftsdaten aus China stellten eine Belastung für die Industriemetallpreise dar. Laut Daten des chinesischen Statistikbüros nahm die Investitionstätigkeit im Mai lediglich um 6,1 Prozent zu, während die Industrieproduktion um 6,8 Prozent wuchs. Schnäppchenjäger scheinen sich die Preisschwäche zunutze gemacht zu haben, da die Kapitalflüsse bei Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) so hoch ausfielen wie seit Dezember 2017 nicht mehr. Als Gegenmaßnahme zu den US-Zöllen verhängt das chinesische Finanzministerium mit Wirkung zum 6. Juli zusätzliche Handelszölle in Höhe von 25 Prozent auf eine Liste von 545 Produktkategorien, auf die knapp 34 Mrd. USD der US-Importe entfallen. Die Liste umfasst auch Produkte für den Automobil- und den Landwirtschaftssektor, was sich potenziell auf die Hersteller auswirken kann. Die meisten Metallmärkte weisen nach wie vor ein Defizit auf, und wir gehen davon aus, dass die aktuellen Handelszölle weiterhin für deutliche Unsicherheit innerhalb der Lieferkette sorgen werden“, berichtet ETF Securities.

Gold geriet nach US-Zinsanhebung unter Druck

„Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten nach restriktiven Stellungnahmen seitens der Fed Abflüsse in Höhe von 41,4 Mio. USD, wodurch die Zuflüsse aus den vorangegangen zwei Wochen ausgeglichen wurden“, so der Rohstoffbericht KW 25. Der stärkere US-Dollar sei zusammen mit der restriktiveren Haltung der Fed verantwortlich für die schwachen Goldpreise gewesen, die vergangene Woche um 1,81 Prozent nachgegeben hätten. Die geopolitischen Risiken, die zuletzt für Unterstützung bei Gold gesorgt hätten, hätten nachgelassen, da die auf den Sitzungen der wichtigen Zentralbanken in der vergangenen Woche veröffentlichten unterschiedlichen Zinsprognosen in den Mittelpunkt gerückt seien. Zwar habe der Offenmarktausschuss (Federal Open Market Committee, FOMC) die Fed Funds Rate um einen weiteren Viertelprozentpunkt angehoben. Dies sei von den Märkten aber weitgehend erwartet worden. Für Überraschung habe hingegen die Forward Guidance der Fed in Bezug auf den künftigen Zinsverlauf gesorgt. Das Dotplot-Streudiagramm spreche nunmehr für zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr (somit insgesamt vier Zinsschritte). Darüber hinaus rechne der FOMC 2019 mit drei Zinsanhebungen um jeweils 25 Bp, da der Wirtschaftsausblick für die USA weiterhin positiv ausfalle. „Gold, das keine Zinsen abwirft, geriet angesichts des verhalteneren Inflationsausblicks der Fed deutlich unter Druck. Der Renditespread zwischen 2- und 10-jährigen US-Papieren sank auf 38 Bp und damit den niedrigsten Stand seit 2007. Darin kommt die Überzeugung des Marktes hinsichtlich der kurzfristigen Wachstumsprognosen im Vergleich zum künftigen Ausblick zum Ausdruck. In starkem Kontrast dazu präsentierte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi einen Tag später eine gemäßigtere Forward Guidance, die bis Sommer 2019 keine Zinsänderungen vorsieht. Die EZB ist noch weit von einer Normalisierung der Geldpolitik entfernt, was dem US-Dollar weiteren Auftrieb verlieh, da der Euro abwertete, wodurch die Goldpreise weiter unter Druck gerieten“, so heißt es weiter im Rohstoffbericht KW 25.

Ende des Negativtrends bei Rohöl

Rohöl-ETPs (A1N49P) hätten vergangene Woche Zuflüsse in Höhe von 9 Mio. USD verbucht und beendeten damit den Negativtrend, der in den vergangenen neun Wochen in Folge zu beobachten war. Die Ölpreise sind geprägt von Gerüchten über eine mögliche Ankündigung von Produktionssteigerungen auf der OPEC-Sitzung in Wien am 22. Juni. Saudi-Arabien dürfte die Produktion schrittweise erhöhen. Venezuela und der Irak sprechen sich laut Quellen, die der OPEC nahestehen, allerdings gegen eine Ausweitung der Produktion aus.

Gewinnmitnahmen bei europäischen Aktien-ETFs

„Bei europäischen Aktien-ETPs kam es mit 9 Mio. USD die dritte Woche in Folge zu Abflüssen. Entgegenkommende Signale seitens der EZB hatten vergangene Woche eine Erholung bei europäischen Aktien um 1,04 Prozent zur Folge. Die Abflüsse aus europäischen Aktien-ETPs scheinen auf Gewinnmitnahmen zurückzugehen“, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 25. Der Euro habe vergangene Woche um 1,35 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet, was die Erholung europäischer Aktien begünstigt habe, da die in den europäischen Indizes vertretenen Unternehmen beinahe 50 Prozent ihres Umsatzes weltweit erwirtschafteten.

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.