ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Die Zuflüsse in Gold-ETPs erholten sich, da die Schnäppchenjäger die niedrigen Preise für Käufe zu nutzen schienen. Angesichts der Handelskriege kam es bei Industriemetallkorb-ETPs die zweite Woche in Folge zu Abflüssen. Long-Yen-Short-EUR-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen, da die führenden EU-Politiker eine Einigung in der Migrationsfrage erzielten“, das berichtet WisdomTree (vormals ETF Securities) im aktuellen Rohstoffbericht KW 27.

Anleger positionieren sich für Goldpreiswende

„Die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78) in Höhe von 73,3 Mio. USD kehrten die Abflüsse der vergangenen beiden Wochen um, da die Schnäppchenjäger die niedrigen Preise für Käufe zu nutzen schienen. Die Goldpreise beendeten das zweite Quartal bei 1252,60 USD/Unze und damit auf dem niedrigsten Stand seit beinahe sechs Monaten“, heißt es weiter. Trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen, der Handelskriege und der Korrektur an den globalen Aktienmärkten sei Gold, das aus historischer Sicht für seinen Status als sicherer Hafen bekannt sei, nicht in der Lage gewesen, von der Risikoaversion zu profitieren. Dies sei insofern logisch, als Gold seit jeher als langfristige Absicherung anstatt eines vorübergehenden sicheren Hafens für kurzfristige Marktvolatilität angesehen werde. Eine anhaltende und langfristige Korrektur an den Aktienmärkten würde sich vermutlich günstig auf die Goldpreise auswirken. „Bislang war in diesem Jahr der starke US-Dollar infolge des von steigenden Zinsen geprägten Umfelds in den USA für den Großteil der Schwäche bei Gold verantwortlich, was der antizyklischen Beziehung der Währung zum Edelmetall geschuldet ist. Die Stimmung in Bezug auf Gold fällt weiter äußerst verhalten aus, wenngleich die Zuflüsse in der vergangenen Woche nahelegen, dass sich die Anleger für eine Wende bei den Goldpreisen positionieren“, so WisdomTree im Rohstoffbericht KW 27.

Gewinnmitnahmen bei Rohöl-ETPs

Aus Rohöl-ETPs (A1N49P) sei mit 21 Mio. USD die zweite Woche in Folge Kapital abgezogen worden, was auf Gewinnmitnahmen infolge der höheren Ölpreise hindeute. Die Ölpreise hätten in der vergangenen Woche aufgrund weiterer Angebotsausfälle, rückläufiger US-Lagerbestände und der Berichte, die Regierung Trump wolle bis zum 4. November alle Rohölimporte aus dem Iran einstellen, deutlich zugelegt. Hauptgründe für den unerwartet starken Rückgang der US-Rohölbestände, der sich laut US Department of Energy auf 9,9 Mio. Barrel in der vergangenen Woche belaufe, seien die Rohölförderung in Rekordhöhe sowie der deutliche Anstieg der US-Rohölexporte gewesen. Die Preisdifferenz zwischen Rohöl der Sorte Brent und WTI habe sich weiter von 10 auf 5 US-Dollar pro Barrel verringert, was auf die aktuellen Produktionsausfälle einer Ölfördereinrichtung in der kanadischen Provinz Alberta zurückzuführen sei. „Die Anlage verfügt über eine Produktionskapazität von beinahe 350.000 Barrel pro Tag und wird voraussichtlich bis Ende Juli außer Betrieb bleiben, sodass weniger Rohöl aus Kanada die USA erreicht“, berichtet WisdomTree im Rohstoffbericht KW 27. Da die rückläufige Preisdifferenz zwischen Rohöl der Sorte Brent und WTI US-Exporte weniger attraktiv mache, dürften die US-Rohölbestände in den kommenden Monaten erhöht bleiben.

Handelskrieg belastete weiterhin Industriemetalle

Bei Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) sei es mit 38,9 Mio. USD die zweite Woche infolge zu Rücknahmen gekommen, da die anhaltenden Handelsspannungen die Stimmung belasteten.Die Industriemetallpreise seien angesichts der fortwährenden Handelskriege Schwankungen unterworfen gewesen. „Die Regierung Trump kündigte an, ihr Vorhaben, chinesische Investitionen in den USA einschränken zu wollen, voranzutreiben, dabei aber von den strengsten Maßnahmen abzusehen“, so WisdomTree. Gleichzeitig sei es bei Kupfer-ETPs (A0KRJU) die dritte Woche in Folge zu Abflüssen gekommen, die mit 31,8 Mio. USD so hoch ausgefallen seien wie seit 39 Wochen nicht mehr.

Long-Yen-Short-EUR-ETPs verzeichneten laut dem Rohstoffbericht KW 27 die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen (9,1 Mio. USD), nachdem die führenden EU-Politiker beim EU-Gipfeltreffen eine Einigung in der Migrationsfrage erzielten. „Infolge der viel beachteten Einigung gab der Yen um 0,94 Prozent gegenüber dem Euro nach, sodass die Zuflüsse in Long-Yen-Short-EUR-ETPs allem Anschein nach Schnäppchenjägern geschuldet sind“, so WisdomTree. Die Abflüsse aus US-Dollar-ETPs hätten mit 15,9 Mio. USD den höchsten Stand seit 20 Wochen erreicht.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.