ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Gold-, Platin- und Silber-ETPs kommt die erneute Vorsicht der Fed zugute. In Industriemetall-ETPs flossen 31,5 Mio. USD, da die wirtschaftliche Aktivität in Europa und den USA zunimmt und ein Anstieg der weltweiten Infrastrukturausgaben möglich scheint. Nach einwöchiger Pause kam es bei Rohöl-ETPs wieder zu Zuflüssen, da die US-Lagerbestände fielen. Aus Long-EUR-ETPs flossen aufgrund der Terminmarktposition Gelder ab, nach Yellens Rede vor dem Senat auch aus Long-USD-ETPs“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 29 zusammen.

82 Mrd. US-Dollar flossen neu in Edelmetalle

„Gold-, Platin- und Silber-ETPs (A0LP78, A0N62D, A0N62F) kommt die erneute Vorsicht der Fed zugute. Bei Edelmetall-ETPs kam es in der vergangenen Woche zu Zuflüssen in Höhe von 82 Mio. USD, wovon 46,8 Mio. USD auf Gold, 23,9 Mio. USD auf Silber, 6,8 Mio. USD auf Platin und 4,1 Mio. USD auf den Edelmetallkorb entfielen. Yellens Aussagen über die Inflation hatten Zweifel geweckt, dass die Fed die Zinsen noch in diesem Jahr um einen weiteren Viertelpunkt anheben werde. So fiel die US-Gesamtinflation um 0,1 Prozent, an der Kerninflation von 1,7 Prozent änderte sich nichts. Der Goldpreis stieg infolgedessen im Lauf der Woche um 1,2 Prozent“, so ETF Securities. Gleich­wohl bleibe man vorsichtig, da das Potenzial, das der ETF-Emittent bis Jahresende sehe, mit 2,3 Prozent gering sei. Darüber hinaus sei der Goldpreis ein treibender Faktor der Silber- und Platinpreise. „Sollte sich die Nachfrage aus der Industrie nicht sichtlich erholen, wird Industrie- und Edelmetallen ihr Status als sicherer Hafen zugutekommen“, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 29. „Silber hat unseres Erachtens bis Jahresende noch Potenzial, während Palladium es fast ausgeschöpft haben dürfte“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Positive Einkaufsmanagerindizes sorgten für Zuflüsse in Industriemetalle

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verzeichneten danach in dieser Woche wieder Zuflüsse, da die Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes ihren Anstieg in der Eurozone und den USA fortgesetzt hätten. Letztlich seien die Zuflüsse in Höhe von 31,5 Mio. USD der zunehmenden wirtschaftlichen Aktivität in den USA und der Eurozone zu verdanken, da sie die Einkaufsmanagerindizes im Juni in den USA auf 57,8 und in Europa auf 57,4 getrieben habe. Wegen der Diversifizierungsvorteile seien Engagements in den Industriemetall-Korb bevorzugt worden (24,1 Mio. USD). „Obwohl das chinesische Marktdefizit bei Industriemetallen laut World Bureau of Metal Statistics gegenüber April 2016 um 17 Prozent zurückgegangen ist, müssen sich die Infrastrukturausgaben in China und Indien verdoppeln bzw. verdreifachen, damit das BIP wie bisher weiter wächst. Dies dürfte letztlich den gesamten Komplex stützen“, so Hein.

Rückgängige US-Lagerbestände beflügelten Zuflüsse bei Rohöl-ETPs

Nach einwöchiger Pause kam es zudem laut Rohstoffbericht KW 29 bei Rohöl-ETPs (A1N49P) wieder zu Zuflüssen, da die Lagerbestände in den USA erneut zurückgingen. Ihr Rückgang um 7,5 Mio. Barrel habe bei Rohöl-ETPs (A0KRJX) für Zuflüsse in Höhe von 12,9 Mio. USD gesorgt. Andererseits habe die Ölförderung in den USA in der zweiten Woche in Folge zugenommen, sodass sie nur noch 2,3 Prozent von ihrem Höhepunkt vom Juni 2015 entfernt sei. Da einige OPEC-Förderländer den Hahn offenbar wieder aufgedreht hätten, habe auch die OPEC einen Anstieg der Produktion gemeldest, sodass die Vereinbarung der OPEC mit den Nicht-OPEC-Ländern gefährdet sei. „Die Einhaltung der vereinbarten Förderquoten fiel damit laut IEA auf 78 Prozent“, sagt Hein.

ETF Securities prognostiziert in Rohstoffbericht KW 29 Abwärtsrisiken für Euro

„Der Umschwung der Anlegerstimmung traf den Euro und den US-Dollar mit voller Wucht. In der vergangenen Woche flossen aus Long-EUR-ETPs 8,6 Mio. USD ab und in Short-EUR-ETPs 3,3 Mio. USD zu. Angesichts des schwachen Inflationsdrucks und der höchsten Terminmarktposition seit über sechs Jahren bestehen beim Euro unseres Erachtens Abwärtsrisiken“, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 29. „Darüber hinaus erwarten wir, dass sich die EZB auf ihrer nächsten Sitzung nicht auf Diskussionen über ein Auslaufen der geldpolitischen Lockerung einlassen wird“, meint Hein.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.