ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Da sich die geopolitische Lage entspannte, verringerten die Anleger ihre Goldbestände. Präsident Trumps unklare Haltung in puncto Wachstumspolitik schwächt den US-Dollar. Rohöl-ETPs verzeichneten in der fünften Woche in Folge Abflüsse. Bei den Lokalwährungsanleihen der Schwellenmärkte kam es nach der starken Entwicklung in diesem Jahr zu Gewinnmitnahmen“, so fasst ETF Securities die Marktlage der zurückliegenden Tage im Rohstoffbericht KW 34 zusammen.

Nachlassende Korea-Kriegsgefahr und gute US-Konjunkturdaten führten zu Goldverkäufen

„Wir verzeichneten bei unseren Gold-ETPs (A0LP78) Abflüsse in Höhe von 107 Mio. USD, da die geopolitischen Spannungen nachließen“, heißt es. In der vergangenen Woche hätten in den USA die Einzelhandelsumsätze für Juli sowie der Empire Manufacturing Index für August überrascht, was zu einer Stärkung des US-Dollar sowie zu steigenden US-Anleiherenditen geführt habe. Zugleich sei Gold unter Abwärtsdruck geraten. Im Lauf der Woche habe Gold einen Teil seiner Verluste wieder aufholen können, während der US-Dollar aufgrund von Bedenken über die Zukunft der Trump-Administration an Boden verloren habe. „Präsident Trump gab etwa bekannt, dass er zwei Wirtschaftsberatungsorgane schließen wolle. Nach den zwei Terroranschlägen in Barcelona konnte Gold im Zuge der höheren Nachfrage nach sicheren Anlagewerten hinzugewinnen“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Rohstoffbericht KW 34 meldet Gewinnmitnahmen bei Rohöl-ETPs

Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs (A1N49P) hätten sich in der fünften Woche in Folge fortgesetzt und beliefen sich in diesem Monat bisher auf 214 Mio. USD. „Aus Long-Rohöl-ETPs wurden 17,9 Mio. USD abgezogen, wohl um Gewinne mitzunehmen, da die Rohölpreise immer noch um fast 7,8 Prozent höher als im letzten Monat stehen“, so ETF Securities. Laut Energieinformationsbehörde habe die Rohölförderung in den USA ein Zweijahreshoch von 9.502.000 Barrel pro Tag erreicht, was die Bemühungen der OPEC, die globale Ölschwemme einzudämmen, teilweise zunichte gemacht habe. „Wir gehen davon aus, Rohöl in der Spanne von 40-55 USD/Barrel verbleiben wird“, so Hein.

Anleger setzten überwiegend auf schwächeren US-Dollar

Die Zuflüsse in Short-USD-ETPS nahmen laut Rohstoffbericht KW 34 von ETF Securities zu, da aus dem Protokoll des Offenmarktausschusses hervorginge, dass innerhalb der Fed kein Konsens herrsche. Insbesondere sei aus dem Protokoll der vergangenen Sitzung hervorgegangen, dass sich die Fed nicht über die nächsten geldpolitischen Maßnahmen einig sei. Zur Schwäche des US-Dollar habe darüber hinaus beigetragen, dass die Trump-Administration hinsichtlich der Wachstumspolitik keine klare Haltung habe. „In der letzten Woche stiegen die Zuflüsse in Short-USD-/Long-EUR-ETPs um 3,6 Mio. USD an, obwohl sich die EZB, wie das Protokoll ihrer Juli-Sitzung zeigt, um die Stärke des Euro sorgte. Insgesamt flossen seit Monatsanfang 13,3 Mio. USD in Short-USD-ETPs“, ergänzt Hein.

Erste Verkäufe bei Schwellenmarktstaatsanleihen-ETPs

Nach vier Wochen sei es in dieser Woche bei Schwellenmarktstaatsanleihe-ETPs (A14NSR) wieder zu Abflüssen gekommmen. Sie hätten 21,5 Mio. USD betragen, wobei sich die Zuflüsse in Schwellenmarktanleihe-ETPs seit Jahresanfang mit 63,7 Mio. USD weiterhin auf einem erhöhten Niveau befäinden. „Nach den diesjährigen Gewinnen der Lokalwährungsstaatsanleihen von rund 11 Prozent nehmen Anleger Gewinne mit, da sie annehmen, dass ein Anstieg des US-Dollar für Schwellenmarktwerte problematisch sein könnte“, schließt Hein.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.