ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Bei Kaffee kam es zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Mai 2015. Rohöl-ETPs verzeichneten in der sechsten Woche hintereinander Abflüsse, da sich die Preise 50 USD/Barrel nähern. Aus Nickel flossen in der Woche 12,1 Mio. USD und im Monat 25,9 Mio. USD ab, was auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte. Wegen des Sommerlochs waren bei den Kapitalströmen im Vergleich zur Vorwoche kaum Veränderungen erkennbar“, so berichtet zusammenfassend ETF Securities im Rohstoffbericht KW 35.

Rohstoffbericht KW 35: Anleger bei Gold weiterhin optimistisch

„Vor allem die Volumina leiden an der Flaute. Die Edelmetalle, die auf Bemerkungen der Vertreter der Notenbanken besonders empfindlich reagieren, entwickelten sich in der letzten Woche seitwärts. Die Anleger warteten auf das jährliche Notenbanktreffen in Jackson Hole, das am Freitag stattfand, und entsprechend geringfügig waren mit 8,8 Mio. USD auch die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78). Insgesamt flossen trotz der drohenden Zinsanhebungen seit Jahresanfang netto 338 Mio. USD in Gold-ETPs (A0N62G)“, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 35. Bei Short-Positionen sei es sogar zu Abflüssen gekommen, was nahelege, dass sich die Anleger über die kurzfristigen Abwärtsrisiken von Gold keine Sorgen machten. „Heute Morgen kam Bewegung in den Goldpreis, der fast 20 USD/oz. zulegte, nachdem Nordkorea am frühen Dienstag eine Rakete über Japan geschossen hatte“, so Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities Anfang der Woche.

Rohöl-ETPs weiterhin vorwiegend auf der Verkaufsliste

„Die Abflüsse aus Rohöl (A1N49P) beliefen sich in der Woche insgesamt auf 11,3 Mio. USD und seit Mitte Juli auf 225,5 Mio. USD“, heißt es weiter. „Unseren Beobachtungen zufolge werden Positionen trendmäßig immer dann verkauft, wenn der Rohölpreis über 50 USD/Barrel steht“, berichtet ETF Securities weiter. Zuflüsse setzten erst dann wieder ein, wenn der Rohölpreis unter 45 USD/Barrel falle. „Unseres Erachtens ist es wahrscheinlich, dass sich dieser Trend fortsetzt. Rohöl wird wohl auch künftig zwischen den Grenzkosten der US-Schieferölproduzenten auf der Unterseite und 55 USD/Barrel auf der Oberseite, das heißt 90 Prozent der Kostenkurve der allgemeineren Ölproduzenten, seitwärts laufen“, erläutert Hein.

Gewinnmitnahmen bei Nickel

Aus Nickel (A0KRJ4) seien in der Woche 12,1 Mio. USD und im Monat 25,9 Mio. USD abgeflossen, was nach Meinung von ETF Securities auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte. Vergleiche man die aktuellen Preise mit den Grenzkosten, so sei Nickel eines der günstigsten Metalle. Entsprechend hinke es den anderen Industriemetallen seit Jahresanfang hinterher. Als es in diesem Monat den Rückstand aufgeholt habe, hätten die Schnäppchenjäger Gewinne mitgenommen. „Industriemetalle schnitten im Rohstoffuniversum im vergangenen Monat mit 8 Prozent am besten ab, während sich der breitere Rohstoffkomplex unverändert zeigte. Verantwortlich hierfür sind vermutlich die Importdaten aus China“, so ETF Securities. „So rechnen wir weiterhin damit, dass die Daten aus China die Erwartungen übertreffen werden, da sich viele zukunftsgerichete Datenreihen, zum Beispiel der Stromverbrauch und der Hafenumschlag, in den letzten Monaten positiv entwickelt haben“, sagt Hein.

Agrarrohstoffe Kaffee und Weizen waren gefragt

Bei Kaffee (A0KRJT) sei es hingegen mit 8,7 Mio. USD zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Mai 2015 gekommen. „Trotzdem bleibt Kaffee in diesem Jahr der Nachzügler des Rohstoffbereichs“, so ETF Securiities im Rohstoffbericht KW 35. „Dass es nach dem Verbot bestimmter Pestizide zu einem Kaffeekäferbefall kam und sich eine Angebotsverknappung andeutete, änderte daran nichts“, so Hein.

Die Zuflüsse in Long-Weizen-ETPs (A2BDEA) hätten den Rekord nach der extreme Dürre in den USA 2013 übertroffen. „Erstmals seit dem Hoch 2014 erreichten die Zuflüsse in Long-Weizen-ETPS einen neuen Rekord, auch wenn der Markt nach wie vor üppig versorgt ist und die Preise durchgehend unter dem 10-Jahres-Durchschnitt notieren“, schließt Hein.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.