Start ETF-Marktbericht Rohstoffbericht KW 36: Nordkorea-Spannungen stützen die Goldnachfrage

Rohstoffbericht KW 36: Nordkorea-Spannungen stützen die Goldnachfrage

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ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Gold-ETPs verzeichneten die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit März, da die Spannungen im Nordkorea-Konflikt zunahmen. Bei Short-Rohöl-ETPs kam es zu Zuflüssen, da die Rohölpreise um die Durchschnittsmarke von 50 USD/Barrel schwankten. Die Aktivität des verarbeitenden Gewerbes in China nahm im August stärker als erwartet zu, sodass die Anleger auch Gelder in Kupfer-ETPs lenkten“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 36 zusammen.

Höchster Goldpreis seit September

„Als Nordkorea weitere Raketentests in der Nähe von US-Gewässern androhte, strömten die Anleger in Scharen in Gold-ETPs (A0LP78). Da sich die Nordkorea-Spannungen in der vergangenen Woche verschärften, flossen 122,5 Mio. USD in Gold-ETPs (A0N62G)“, berichtet ETF Securities. Demonstrationen der militärischen Stärke seien zwar mindestens seit den Achtzigerjahren Teil der Politik Nordkoreas, aber seit Kim Jong-un im Sommer 2016 behauptete, seine Raketen könnten auch die USA treffen, würden die Provokationen zunehmend schärfer. „Als eine dieser Raketen am Dienstagmorgen Japan überflog, war die Grenze vom verbalen Affront zur Militäraktion überschritten. Südkorea und seine Verbündeten reagierten noch am selben Tag mit einer Übung mit Gefechtsmunition, an der auch US-Bomber teilnahmen, das heißt, mit einer eigenen Machtdemonstration“, heißt es. Russland und China andererseits drängten auf eine Fortsetzung der diplomatischen Gespräche. „Der Goldpreis stieg am Dienstag um 2,6 Prozent, sodass er mit 1.318 USD/Unze auf dem höchsten Stand seit September 2016 schloss. Die Woche beendete er mit 1.320 USD/Unze. Platin und Silber hingegen verzeichneten vermutlich aufgrund von Gewinnmitnahmen Abflüsse in Höhe von 12,4 Mio. USD beziehungsweise 34,5 Mio. USD. Die Preise hatten zuvor den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2017 erreicht“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Leichtes Übergewicht bei Short-ETFs auf Rohöl

Trotz der robusten Nachfrage in den USA zeigten Short-Rohöl-ETPs laut dem Rohstoffbericht KW 36 gemischte Signale. „Hurrikan Harvey, der die US-Golfküste traf, beschädigte ein Drittel der US-Raffinerien, sodass Heizöl und Benzin auf den höchsten Stand seit Sommer 2015 stiegen. Der Hurrikan, der inzwischen auf ein tropisches Tiefdruckgebiet herabgestuft wurde, ist der erste Sturm der Kategorie 3 seit 2005, der das Festland der USA erreicht hat. Die Rohölpreise haben sich auf ihrem aktuellen Niveau gleichwohl kaum bewegt“, berichtet ETF Securities. Rohöl der Sorte WTI sei in der vergangenen Woche um 1,2 Prozent gefallen, während die Sorte Brent weiter seitwärts laufe. Erdgas habe im Wochenverlauf um 6,2 Prozent zugelegt, da der September-Kontrakt am Mittwoch mit Contango in den Oktober-Kontrakt weitergerollt worden sei. „Nach den Abflüssen der letzten sechs Wochen verzeichneten Rohöl-ETPs diesmal Zuflüsse in Höhe von 5,8 Mio. USD, hauptsächlich in Short-Rohöl-ETPs. Die Anleger sind offenbar der Meinung, dass die Preise in ihren aktuellen Spanne verharren werden. In den USA bleibt die Inlandsnachfrage fest, und die Lagerbestände fielen in der letzten Woche deutlicher als erwartet, obwohl die Fördermengen erneut zunahmen“, so Hein.

Positive Industriedaten Chinas treiben Nachfrage nach Kupfer-ETFs

Kupfer-ETPs (A0KRJU ) verzeichneten laut dem Rohstoffbericht KW 36 Zuflüsse aufgrund der im August zunehmenden Aktivitäten des verarbeitenden Sektors in China. Der entsprechende chinesische Einkaufsmanagerindex habe den Markt positiv überrascht, während die Einkaufsmanagerindizes des Servicebereichs und des nicht-verarbeitenden Gewerbes so langsam wie zuletzt vor vier Monaten gestiegen sei, da sich das Wachstum im Bausektor verlangsamt habe. Interessanterweise sei die Industrieaktivitäten am Freitag vom Caixin-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes bekräftigt worden, der von 51,1 im Juli auf 51,6 angestiegen sei und die Erwartungen von 51 übertroffen habe. Während die Daten des chinesischen Statistikbüros auf mittleren und großen Unternehmen beruhten, folge der Caixin Klein- und Privatunternehmen, sodass er als unabhängige Bestätigung der offiziellen Zahlen gelten könne. „Industriemetalle verteuerten sich in der vergangenen Woche im Schnitt um 3,0 Prozent und im vergangenen Monat um 10,8 Prozent. „Wir rechnen weiterhin damit, dass die Daten aus China die Erwartungen übertreffen und die Nachfrage nach Metallen stützen werden“, sagt Hein.