Start ETF-Marktbericht Rohstoffbericht KW 37: Gewinnmitnahmen bei Edel- und Industriemetallen

Rohstoffbericht KW 37: Gewinnmitnahmen bei Edel- und Industriemetallen

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ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Anleger nehmen bei Gold und Silber Gewinne mit, da jene Mehrmonatshochs erreicht haben. Während sich die US-Raffinerien von Hurrikan Harvey erholen, verzeichnen Rohöl-ETPs moderate Abflüsse. Nach dem diesjährigen zweistelligen Zuwachs wurden auch bei Industriemetallen Gewinne mitgenommen“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 37 zusammen.

Goldpreis läuft Seitwärts, Dollar schwach

Anleger verringerten ihre Long-Positionen in Gold- und Silber-ETPs (A0LP78, A0N62F). Wir verzeichneten bei unseren Gold- und Silber-ETPs in der letzten Woche Abflüsse in Höhe von 354,5 Mio. USD beziehungsweise 116,7 Mio. USD. Gleichwohl läuft der Goldpreis unterstützt von der Schwäche des US-Dollar und des Aktienmarkts auf dem höchsten Stand seit zwölf Monaten seitwärts. Da der Markt eine erneute Zinsanhebung der Fed nicht mehr erwartet, ist eine Aufwertung des US-Dollar auf kürzere Sicht unwahrscheinlich. Die Spannungen um Nordkorea und die Naturkatastrophen dürften den US-Dollar zusätzlich behindern. „Ferner gab Stanley Fischer, stellvertretender Vorsitzende der Fed, in der letzten Woche unerwartet bekannt, dass er sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegen wird. Sein Rücktritt erhöht die Unsicherheit über die künftige Führung der Fed und die Gestaltung ihrer Geldpolitik. Darüber hinaus dürften den US-Dollar auch die laufenden Gespräche über die Anhebung der US-Schuldenobergrenze schwächen“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Rohölbestände steigen, Benzinvorräte sinken

Wir verzeichneten bei Rohöl-ETPs (A1N49P) Abflüsse in Höhe von 26,3 Mio. USD, da eine Zunahme der Lagerbestände erwartet wird. Die Rohölpreise stiegen in der letzten Woche um 2 Prozent an, da die US-Produktionsmengen nach der durch den tropischen Sturm Harvey bedingten vorübergehenden Stilllegung der Raffinerien wieder zunahmen. Der abwertende US-Dollar und auch die Gespräche zwischen Russland und Saudi-Arabien über eine mögliche Verlängerung der OPEC-Förderkürzungen gaben den Rohölpreisen Rückenwind. Am Wochenende erreichte Irma, ein Hurrikan der höchsten Kategorie, Florida und gefährdete die dortigen Förder- und Handelseinrichtungen für Rohöl und Erdgas. Die Bedrohung der Pipeline-Infrastruktur und Raffineriekapazitäten wird die Rohölpreise erneut schwächen und die Benzinpreise wie am letzten Freitag steigen lassen. „Wie aus dem wöchentlichen Bericht des US-Energieministeriums hervorging, stiegen die US-Öllagerbestände in der Woche zum 1. September schon infolge von Harvey stark an. Wahrscheinlich wird auch Irma dazu führen, dass die Rohölbestände steigen und die Benzinvorräte sinken“, so Hein.

Gewinnmitnahmen bei Industriemetallen

Da die Preise der Industriemetalle ins Rutschen kamen, nahmen die Anleger Gewinne mit. Wir verzeichneten bei Industriemetall-ETPs in der vergangenen Woche Abflüsse in Höhe von 119,9 Mio. USD, als es im Zuge des fallenden US-Aktienmarkts zu einer moderaten Preiskorrektur kam. Der globale makroökonomische Ausblick wirkt sich zwar insgesamt stützend auf die Rohstoffnachfrage aus, doch leiden die Preise unter der Auflösung spekulativer Positionen, da sich die Anleger um Gewinnmitnahmen bemühen. „Bei Kupfer-ETPs (A0KRJU) kam es mit 65,5 Mio. USD zu den höchsten Abflüssen seit Oktober 2014, wobei allerdings zuvor aufgrund der in diesem Jahr starken Entwicklung von +18,4 Prozent zuvor 41,7 Mio. USD in Kupfer geflossen waren“, sagt Hein.

Kaffeepreise könnten steigen

Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 43,3 Mio. USD an. Mexikos Südküste wurde am letzten Freitag von einem massiven Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert, dem ein Tsunami folgte. Dies gefährdet Arabica-Kaffee aus der Region Mittelamerika, die immerhin für 20 Prozent der globalen Kaffeeproduktion verantwortlich ist. „Die Schäden könnten die anstehende Oktober-Ernte in Mexiko verzögern und die Kaffeepreise aufwärts treiben“, so abschließend Hein.