ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Anleger nehmen bei Gold und Silber Gewinne mit, da jene Mehrmonatshochs erreicht haben. Anleger nehmen bei Gold und Silber Gewinne mit, da jene Mehrmonatshochs erreicht haben. Während sich die US-Raffinerien von Hurrikan Harvey erholen, verzeichnen Rohöl-ETPs moderate Abflüsse. Nach dem diesjährigen zweistelligen Zuwachs wurden auch bei Industriemetallen Gewinne mitgenommen“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen im Rohstoffbericht KW 39 zusammen.

Gold auf Dreichwochenhoch

Zuflüsse in Gold (A0LP78) steigen auf ein Dreiwochenhoch, da die Anleger aufgrund des erneuten Säbelrasselns einen sicheren Anlagewert suchen. Auch wenn die Goldpreise die Zugewinne des vergangenen Monats größtenteils wieder abgaben, stiegen die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0N62G) auf 39,3 Mio. USD. Die US-Notenbank gab den Beginn ihres quantitativen Straffungsprogramms bekannt, das es ihr erlaubt, im Oktober Staatsanleihen in Höhe 6 Mrd. USD und Hypothekentitel im Wert 4 Mrd. USD aus der Bilanz zu nehmen. Die Fed deutete außerdem an, dass sie die relativ zahmen aktuellen Inflationszahlen sowie die mögliche temporäre hurrikanbedingte Konjunkturschwäche unberücksichtigt lässt und sich auf die Auswirkungen des Arbeitsmarkts auf den Inflationsdruck konzentriert. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Dezember stieg daher laut Fed-Fund-Future innerhalb eines Monats von 35 Prozent auf aktuell 70 Prozent erheblich an. Gold fiel um 1,7 Prozent, da die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,03 Prozent auf 2,27 Prozent zunahm. ETP-Anleger nutzten jedoch die Preisschwäche der letzten Woche, um ihre ETP-Bestände zu erhöhen, da die geopolitischen Risiken nicht nachzulassen scheinen. „Nachdem Präsident Trump Nordkorea mit „totaler Vernichtung“ gedroht hatte, sagte Kim Jong-un, er werde für seine Rede teuer bezahlen, und drohte seinerseits mit dem Test einer Wasserstoffbombe im Pazifik. Als die Geopolitik am Freitag wieder ins Blickfeld der Märkte geriet, stieg Gold um 0,5 Prozent“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Gewinnmitnahmen bei Rohöl ETPs

Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs (A1N49P) setzen sich fort, da nach der Rally Gewinne mitgenommen wurden. Die Rohölpreise stiegen in den letzten zwei Wochen um fast 5 Prozent, da die Märkte an Zuversicht gewannen, dass sich die Nachfrage erholt und die OPEC-Länder zu ihrer Vereinbarung zur Kappung des Angebots stehen. Die Anleger verkauften Rohöl-ETPs (A0KRJX) im Wert von 21,7 Mio. USD, da sie Gewinne mitnahmen. Der Irak sprach sich öffentlich für eine Verlängerung der aktuellen Quoten aus, was die Markterwartungen an das Treffen des Gemeinsamen Ministerausschusses der OPEC am Freitag aufhellte. Da aber der Irak die bestehenden Quoten selbst nicht eingehalten hat, ist er ein kein guter Fürsprecher für den Fortbestand der Vereinbarung. Es war nicht wahrscheinlich, dass auf dem Treffen echte politische Entscheidungen fallen würden, da es dafür nicht geplant war. „Das nächste wichtige Beschlusstreffen der OPEC wird im November stattfinden. Ohne eine Verlängerung der Einigung wird es auf den globalen Rohölmärkten wohl wieder zu einem Überschuss kommen“, so Hein.

Weitere Abflüsse bei Industriemetallen

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verzeichneten in der dritten Woche in Folge Abflüsse. Da die Preise der Industriemetalle weiter verloren, kürzten die
Anleger ihre Positionen. Jedoch waren die Abflüsse im Vergleich zu den Vorwochen, als 117 Mio. USD und 119 Mio. USD abgezogen wurden, mit 9,8 Mio. USD in der vergangenen Woche relativ gering. Unseres Erachtens ziehen sich die Preise kurzfristig zurück, da die Momentum-Händler nach der starken Rally, die im Juni begann, den Markt verlassen. „Die Anleger werden nach dem Rückgang wohl einen besseren Einstiegspunkt vorfinden. Aufgrund des sich ausweitenden Angebotsdefizits und der Nachfragestärke bleibt die fundamentale Situation der Industriemetalle fest“, schließt Hein.

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